Sie sind hier:

Prozess gegen Belarus-Opposition : Aktivist verletzt sich vor Gericht selbst

Datum:

Ein belarussischer Aktivist hat sich bei seinem Prozess in Minsk selbst schwer verletzt. Zuvor sollen Behörden seiner Familie gedroht haben. Er wurde in ein Koma versetzt.

Belarus, Minsk, Stsiapan Latypau
Der schwer verletzte Aktivist Stepan Latypow wurde am Dienstag in ein Krankenhaus gebracht.
Quelle: Reuters

Der belarussische Oppositionelle Stepan Latypow hat sich am Dienstag während seines Prozesses in der Hauptstadt Minsk versucht, das Leben zu nehmen. Latypow habe sich nach der Befragung seines Vaters mit einem Stift in die Kehle gestochen, bis er das Bewusstsein verlor, berichtete die belarussische Menschenrechtsorganisation Wiasna am Dienstag.

Im Internet gepostete Videos zeigten, wie Latypow daraufhin am Dienstag aus dem Gebäude getragen und in einen Krankenwagen gelegt wurde. In einer Klinik sei er später in ein künstliches Koma versetzt worden, teilte das Menschenrechtszentrum Wiasna mit. Latypows Anwältin Olga Batjuk äußerte sich zunächst nicht zu dessen Zustand.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Twitter nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Twitter übertragen. Über den Datenschutz dieses Social Media-Anbieters können Sie sich auf der Seite von Twitter informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutz-Einstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Mein ZDF“ jederzeit widerrufen.

Beamte sollen Drohungen ausgesprochen haben

Der Vorfall trug sich am Dienstag zu. Ehe er sich verletzte, sagte der Aktivist seinem Vater während der Anhörung, dass Ermittler ihm mit der Einleitung eines Strafverfahrens gegen seine Verwandten und Verbündeten gedroht hätten, sollte er seine Schuld nicht einräumen. Der Angeklagte erschien laut Wiasna mit Blessuren vor Gericht.

Latypow wird vorgeworfen, mit Aktionen unter anderem die öffentliche Ordnung gestört und sich der Polizei widersetzt zu haben. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft. Im Gefängnis sitzt Latypow seit September.

Der im polnischen Exil lebende Oppositionspolitiker und ehemalige Präsidentschaftskandidat Andrej Sannikow sprach auf Twitter von einer "Verzweiflungstat" des 41-Jährigen. Latypow sei "lange geschlagen und gefoltert" worden, erklärte er und fügte hinzu: "Ein weiterer Beweis für den mörderischen Charakter von Lukaschenkos Regime".

Weitere Sanktionen nach Ryanair-Zwangslandung

Latypow wurde während der Massenproteste gegen Langzeitpräsident Alexander Lukaschenko festgenommen, die sich an dessen umstrittener Wiederwahl entzündet hatten. Die Opposition in Belarus wie auch die Europäische Union kritisierten die Wahlen als manipuliert. Demonstrationen schlugen die Behörden brutal nieder, mehr als 35.000 Teilnehmer wurden festgenommen und Tausende verletzt.

Die USA und die EU verhängten gegen Lukaschenko und andere belarussische Funktionäre Sanktionen wegen Wahlbetrugs und der Niederschlagung der Proteste. Zuletzt gab es neue Strafmaßnahmen, nachdem ein Ryanair-Flugzeug mit 171 Menschen an Bord auf dem Weg von Griechenland nach Litauen mithilfe eines Kampfjets von belarussischen Behörden zur Landung in Minsk gezwungen wurde. An Bord war der Regierungskritiker und Blogger Roman Protassewitsch. Er wurde umgehend nach der Landung verhaftet.

Eine Frau hält Porträts von Roman Protassewitsch und seiner Freundin Sofia Sapega während eines Solidariätsprotests in Riga.
Interview

Mutter von Sofia Sapega - "Nicht das Leben meiner Tochter zerstören"  

Das Schicksal des festgenommen Bloggers Protassewitsch und seiner Freundin Sapega ist ungewiss. "Ich befürchte, dass sie in Haft bleibt", sagt Sapegas Mutter im ZDF-Interview.

Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.