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Polizei geht hart gegen Frauen vor

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Proteste in Belarus - Polizei geht hart gegen Frauen vor

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In Belarus geht die Polizei hart gegen Demonstrierende vor - diesmal auch gegen Frauen. UNO-Chef Guterres ist "zutiefst besorgt".

Es waren wieder vor allem die Frauen, die auch heute in Belarus auf die Straße gingen. Und die Polizei ging brutal auch gegen sie vor. Allein in der ersten Stunde der Proteste wurden in Minsk mindestens 30 Menschen in Polizeifahrzeuge gesteckt.

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In der belarussischen Hauptstadt Minsk ist die Polizei am Samstag erneut gegen Demonstranten vorgegangen. Dutzende Menschen wurden festgenommen, allein in der ersten Stunde der Proteste gegen die Regierung wurden mindestens 40 Menschen in Polizeifahrzeuge gesteckt.

Videos zeigten, wie vermummte Sicherheitskräfte Frauen hart packten und in Gefangenentransporter zerrten. Die Uniformierten gingen teilweise brutal vor. Das unabhängige Nachrichtenportal tut.by schrieb von einem massiven Vorgehen gegen Demonstrantinnen. Die Rede war zunächst von mehr als 30 Festnahmen. Bislang hielten sich die Sicherheitskräfte gegenüber Frauen weitgehend zurück und nahmen überwiegend Männer fest.

Tausende protestieren gegen Lukaschenko

Mindestens 5.000 Menschen, darunter zahlreiche Frauen hatten, hatten sich im Zentrum von Minsk versammelt, um gegen Präsident Alexander Lukaschenko zu protestieren. Sie verlangten auch die Freilassung inhaftierter Oppositioneller, darunter die zur Führungsfigur aufgestiegene Maria Kolesnikowa. "Mascha, Mascha", skandierte die Menge - die Koseform für den Namen Maria. "Hau ab", riefen die Demonstranten an die Adresse Lukaschenkos.

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Die inhaftierte Oppositionspolitikerin war zuvor in ein anderes Gefängnis außerhalb der Hauptstadt Minsk gebracht worden. Die Gründe für die Verlegung nach Schodsina nordöstlich von Minsk hätten die Behörden nicht genannt, teilte die Opposition im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Lukaschenko trifft sich mit Russlands Präsident Putin

Die Präsidentenwahl Anfang August, zu deren Sieger sich Lukaschenko erklärt hat, ist auch international umstritten. So erkennt die Europäische Union sie nicht an. Kritiker werfen Lukaschenko, der seit 26 Jahren das Land autoritär regiert, Wahlbetrug vor und verlangen seinen Rücktritt. Der Präsident weist die Vorwürfe zurück.

Der Kreml intensiviert die Beziehung zum belarussischen Staatschef Lukaschenko und stellt militärische Hilfe in Aussicht. Dazu reiste Ministerpräsident Michustin nach Minsk.

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Er trifft sich am Montag in Moskau mit Kremlchef Putin. Es handele sich um einen "Arbeitsbesuch", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. Bei dem Treffen gehe es um "die Perspektiven des Integrationsprozesses" zwischen beiden Ländern, hieß es in einer Kreml-Erklärung. Die USA kündigten unterdessen an, Sanktionen gegen belarussische Vertreter zu einzuführen. Der 66-Jährige verlässt damit erstmals seit der heftig kritisierten Präsidentenwahl vom 9. August das Land. Minsk bereitet sich derweil auf die nächsten Massenproteste vor.

Oppositionelle Tichanowskaja von Demonstranten gefeiert

Seit der umstrittenen Abstimmung kommt es in Belarus immer wieder zu Massenkundgebungen. Als wirkliche Siegerin der Wahl gilt den Demonstranten Swetlana Tichanowskaja. "Sweta ist meine Präsidentin, Mascha ist meine Königin", hieß es auf Plakaten, die Kundgebungsteilnehmer in die Höhe hielten.

Tichanowskaja ist aus Sicherheitsgründen nach Litauen ausgereist, ihr Mann, der eigentlich bei der Wahl kandidieren wollte, sitzt in Belarus in Haft. Tichanowskaja rief die Polizisten auf, nicht länger gegen die Demonstranten vorzugehen." Sie sagte weiter:

Die Gewalt, die ihr gegen Frauen einsetzt, ist eine Schande. Jeder, der ein Verbrechen gegen friedliche Demonstranten begeht, wird Rede und Antwort stehen müssen.
Swetlana Tichanowskaja

UN-Generalsekretär "zutiefst besorgt"

UN-Generalsekretär António Guterres hat seine Besorgnis über die andauernde politische Krise in Belarus geäußert. Er sei "zutiefst besorgt" über die Anwendung von Gewalt gegen friedliche Demonstranten und "die Inhaftierung von Menschen, die ihre legitimen demokratischen Rechte ausüben", erklärte Guterres am Freitag. Dabei betonte der UN-Chef, die Krise des Landes könne nur "durch das belarussische Volk" gelöst werden. "Vorwürfe der Folter und anderer Misshandlungen von Menschen in Haft" sollten zudem vollständig untersucht werden.

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