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"Ihr Verschwinden ändert nichts an Protesten"

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Journalistin zu Kolesnikowa - "Ihr Verschwinden ändert nichts an Protesten"

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Die Welt blickt nach Belarus. Seit Wochen demonstrieren die Menschen gegen die Regierung. Nun ist die Regierungskritikerin Maria Kolesnikova verschwunden. Wie geht es weiter?

Das Verschwinden von Maria Kolesnikowa werde die Demonstranten in Belarus nicht stoppen, sagt Nasta Reznikawa, Journalistin bei einem regierungskritischen Fernsehsender in Minsk. Kolesnikowa ist eine der wichtigsten Anführerinnen der Demokratiebewegung.

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Auch Stunden nach ihrem Verschwinden herrscht weiter Unklarheit über das Schicksal der Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa in Belarus. Familienangehörige gaben eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf, wie das Team des Ex-Bankenchefs Viktor Babariko am Montagabend mitteilte.

Die 38-Jährige arbeitet für den inhaftierten Oppositionellen, der gegen den autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko kandidieren wollte. Seit Montagvormittag gab es nach Angaben der Opposition zunächst kein Lebenszeichen von ihr.

Wie geht es nun weiter?

Ihr Verschwinden werde nicht zu einem Ende der Protestbewegung führen, sagte Nasta Reznikawa, Journalistin für einen regierungskritischen TV-Sender in Belarus, im ZDF-Interview. Wichtig sei nun der Blick auf Staatsbedienstete. Mitarbeiter der Polizei, des Ermittlungskommittees und der Armee kündigten derzeit, so Reznikawa.

Je mehr es werden, desto schneller werde sich in dem Land etwas ändern. "Wenn die staatlichen Mitarbeiter auch streiken, wird das großen Einfluss auf die Menschen haben." Wie schnell sich in Belarus etwas verändern wird, "kann keiner beantworten", meint Reznikawa. Bis zu einem Machtwechsel werde es wohl noch "mindestens ein paar Monate" dauern.

In Belarus ist Maria Kolesnikowa verschwunden. Ihre Mitstreiter vermuten, dass die führende Oppositionspolitikerin auf Befehl des Machthabers Lukaschenko verschleppt wurde. Gestern noch hat Kolesnikowa zusammen mit Zehntausenden demonstriert.

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Einschreiten durch Putin "sehr schwierig"

Ob Russlands Präsident Wladimir Putin möglicherweise in Belarus eingreifen werde, sei ebenfalls noch nicht abzusehen, so Reznikawa weiter. "Es sieht so aus, als ob Putin selbst noch nicht entschieden hat, was er mit Belarus und Lukaschenko machen sollte."

Russische Truppen nach Belarus zu schicken sieht Reznikawa als keine gute Strategie für Putin. "Belarus ist keine Krim und keine Ostukraine", so die Journalistin. "Hier gibt es nicht so viele pro-russische Menschen."

Über 80 Prozent der Menschen lehnten einen Zusammenschluss mit Russland ab, erklärt sie. Die Situation und Putins mögliche Strategien seien deshalb "sehr schwierig".

Fragen und Antworten -
Ist ein Machtwechsel in Belarus möglich?
 

Die Menschen in Belarus gehen weiter auf die Straße - trotz Demonstrationsverbots. Wer führt die Proteste an und ist eine Machtübernahme überhaupt realistisch? Ein Überblick.

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