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Nach zwei Toten bei KGB-Razzia - Belarus: Dutzende Oppositionelle festgenommen

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Nachdem es bei einer KGB-Razzia zwei Tote gab, sind in Belarus Dutzende mutmaßliche Oppositionelle festgenommen worden. Der Grund: Angebliche Kommentare in den sozialen Netzwerken.

Belarus Machthaber Alexander Lukaschenko. Archivbild
Belarus Machthaber Alexander Lukaschenko greift weiterhin hart durch gegen Oppositionelle. Archivbild
Quelle: Nikolay Petrov/BelTA/AP/dpa

Uniformierte haben in Belarus nach dem Tod von zwei Menschen bei einer Razzia des Geheimdienstes KGB Dutzende mutmaßliche Oppositionelle festgenommen. Landesweit seien mehr als 85 Menschen wegen Kommentaren in sozialen Netzwerken in Gewahrsam genommen worden, teilte die Menschenrechtsgruppe Wesna mit.

Am Dienstag hatten Sicherheitskräfte eine Wohnung in Minsk gestürmt. Dabei hatte ein IT-Spezialist, der der Opposition zugerechnet wird, einen KGB-Offizier erschossen. Der Mann wurde laut Behörden ebenfalls getötet. Seine Frau sei festgenommen worden. Gegen den 31-Jährigen sei zuvor wegen angeblicher "terroristischer Aktivitäten" ermittelt worden.

Die Situation in Belarus spitzt sich weiter zu. Seit drei Wochen kommt es immer wieder zu Massenprotesten. Nach Tagen der Zurückhaltung greift die Polizei wieder durch.

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In sozialen Medien hatte er Mann Berichten zufolge Fotos mit der weiß-rot-weißen Flagge der Opposition veröffentlicht. Er soll seine Waffe legal besessen haben. Nach der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl vom August vergangenen Jahres gab es Massenproteste gegen Alexander Lukaschenko, die der 67-jährige Machthaber niederschlagen ließ. Danach gingen die Behörden massiv gegen Andersdenkende und unabhängige Medien vor.

Lukaschenko gedachte am Freitag des getöteten KGB-Mitarbeiters mit einer Schweigeminute. Nach seinen Angaben hatten die Ermittler keine kugelsicheren Westen getragen. Zudem sei die Wohnung auf den Bruder der Ehefrau gemeldet gewesen, der sich ebenfalls an den Protesten im vergangenen Jahr beteiligt haben soll.

Die ins Exil geflohene Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja, die gegen Lukaschenko bei der Präsidentenwahl angetreten war, schrieb zu dem Vorfall:

Das Gesetz schützt die Menschen nicht mehr, und die Menschen sind gezwungen, sich selbst zu verteidigen.
Swetlana Tichanowskaja, Aktivistin

In Belarus war es seit der Wahl im vergangenen Jahr immer wieder zu heftigen Protesten gegen den Machthaber Alexander Lukaschenko gekommen. Über 800 Menschen waren alleine in Minsk festgenommen worden. Zahlreiche Oppositionelle flüchteten ins Exil.

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