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Demokratiebewegung in Minsk - Anti-Lukaschenko-Demos: Über 800 Festnahmen

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Die Proteste in Belarus gegen Machthaber Lukaschenko gehen unvermindert weiter. In Minsk haben Uniformierte Proteste gewaltsam aufgelöst. Es gab über 800 Festnahmen.

Eine Demonstrantin wird am 08.11.2020 in Minsk von einem Polizisten abgeführt
Hunderte Demonstranten wurden bei der Anti-Lukaschenko-Demonstration in Minsk festgenommen.
Quelle: AP

Uniformierte in Sturmhauben sind in Belarus (Weißrussland) in Hundertschaften gegen neue Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko vorgegangen. Die Menschenrechtsgruppe Wiasna berichtete von gut 830 Festnahmen in der Hauptstadt Minsk und anderen Städten, wo mehrere tausend Demonstranten auf die Straße gingen.

Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Uniformierte teils ohne Erkennungszeichen friedliche Menschen in Minsk brutal auf den Boden drückten und in Gefangenentransporter zwängten.

An mehreren Stellen in der Hauptstadt Minsk ging die Sonderpolizei OMON gegen Menschengruppen vor, die versuchten, sich im Zentrum zu versammeln. Wie jeden Sonntag waren Tausende Menschen auf den Straßen unterwegs. Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen für einen Rücktritt Lukaschenkos.

Regierung Lukaschenko versucht Proteste zu erschweren

"Wer die Hand gegen ihn erhebt, der soll sie verlieren" – Alexander Lukaschenkos Drohungen werden immer martialischer. Doch die Belarussen lassen sich nicht einschüchtern.

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Die Metrostationen in Minsk waren über Stunden gesperrt, damit Demonstranten nicht ins Stadtzentrum gelangen konnten. Auch das mobile Internet war weitgehend abgeschaltet - so sollte die Verabredung von Protesten in der Stadt erschwert werden. Truppen sperrten mehrere Straßen - teils mit schwerer Technik.

Trotz des Demonstrationsverbots und der Gewaltandrohung der Behörden marschierten Menschenzüge auf mehreren Straßen der Stadt - mit den historischen weiß-rot-weißen Flaggen. Sie skandierten: "Lang lebe Belarus!". Die Behörden hatten wiederum eine Autokorso-Aktion der Unterstützer Lukaschenkos zugelassen, die Menschen schwenkten die rot-grünen Staatsfahnen.

Demokratiebewegung: "Die Macht gehört dem Volk"

"Die Macht gehört dem Volk!", teilte die Demokratiebewegung in Minsk mit. Die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja, die von der Bewegung als Siegerin der Präsidentenwahl vom 9. August angesehen wird, begrüßte, dass die Menschen ohne Furcht und mit Ausdauer gegen Lukaschenko um ihre Freiheit kämpften.

Die 38-Jährige, die sich in Litauen aufhält, hoffte zudem auf ein Treffen mit dem gewählten US-Präsidenten Joe Biden. Sie hatte Biden am Samstag zum Wahlsieg gratuliert. Im Onlinedienst Telegram brachte sie ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass Biden "bald den fair gewählten Präsidenten eines neuen und freien Belarus" werde treffen können. Lukaschenko schmähte derweil die Wahl in den USA als "Parodie einer Demokratie".

Schon seit 90 Tagen leisten wir Widerstand gegen Gesetzlosigkeit und Gewalt.
Swetlana Tichanowskaja, Bürgerrechtlerin

Die Proteste der Demokratiebewegung dauern bereits seit drei Monaten an. Die Menschen fordern Lukaschenkos Rücktritt, ein Ende der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten, die Freilassung aller politischen Gefangenen und eine Neuwahl.

Auch die EU bezeichnete die Abstimmung als weder frei noch fair und verhängte neue Sanktionen gegen politisch Verantwortliche in dem Land.

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