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Belarus: Trotz Polizeigewalt weiter Proteste

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Tausende auf den Straßen - Belarus: Trotz Polizeigewalt weiter Proteste

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Unnachgiebig und brutal hat Präsident Lukaschenko Proteste gegen seinen angeblichen Wahlsieg niederschlagen lassen. Dennoch sind wieder Tausende auf den Straßen.

In der vierten Protestnacht in Folge sind in Belarus wieder Uniformierte gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Doch die Menschen fordern Staatschef Lukaschenko weiter zum Rücktritt auf. Rund 7000 Demonstranten sind bisher festgenommen worden.

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Trotz brutaler Polizeigewalt sind in Belarus den vierten Abend in Folge Demonstranten gegen Wahlfälschung unter Präsident Alexander Lukaschenko auf die Straße gegangen. In mehreren unabhängigen Kanälen des Nachrichtendienstes Telegram war auf Videos zu sehen, wie Menschen in Minsk, Grodno, Brest und anderen Städten Lukaschenko dazu aufriefen, die Gewalt zu beenden und abzutreten.

ZDF-Korrespondent Christian Semm zu den Protesten in Belarus.

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Zugleich wuchs die Solidarität mit den Demonstranten. In Minsk traten mehr als 100 Ärzte gegen Gewalt auf. Der prominente Moderator des Staatsfernsehens, Jewgeni Perlin, kündigte angesichts der "Lügen" und "Gewalt" demonstrativ seinen gut bezahlten Posten.

Lukaschenko spielte den Protest gegen ihn herunter. Er sagte:

Der Kern dieser sogenannten Demonstranten sind Leute mit krimineller Vergangenheit und welche, die im Moment arbeitslos sind.
Alexander Lukaschenko

Zuvor waren in Minsk auch Hunderte Frauen in Weiß durch die Stadt marschiert und hatten gegen die Brutalität protestiert, mit der die Polizei Demonstrationen gegen den angeblichen Wahlsieg Lukaschenkos am Sonntag niedergeschlagen hatte. Die Frauen riefen: "Schämt Euch". Mindestens 6.000 Menschen wurden dabei nach offizieller Darstellung bisher festgenommen und Hunderte verletzt.

25-Jähriger stirbt in Polizeigewahrsam

Die Polizei in der Stadt Gomel bestätigte am Mittwochabend den Tod eines jungen Mannes, der am Sonntag festgenommen worden war. Die Mutter des 25-Jährigen hatte den Sicherheitskräften Willkür vorgeworfen und sie verantwortlich gemacht für den Tod. Ihr Sohn, der eine Herzkrankheit gehabt habe, sei am Wahlsonntag auf dem Weg zu seiner Freundin festgenommen worden und dann in Polizeigewahrsam im Krankenhaus gestorben. Die Polizei teilte mit, dass die Gerichtsmedizin die Todesursache klären müsse.

Nach Darstellung der Ermittler hatte der Mann an nicht genehmigten Protesten teilgenommen und sei dann mit 10 Tagen Arrest bestraft worden. Sein Gesundheitszustand soll sich im Gewahrsam verschlechtert haben, weshalb er in ein Krankenhaus gekommen sei. Dort starb er den Behördenangaben zufolge.

Trotz massiver Polizeigewalt haben in Belarus die vierte Nacht in Folge Menschen gegen die Wahl Lukaschenkos protestiert. Die Demonstranten fordern seinen Rücktritt.

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Amtliches Wahlergebnis angezweifelt

Die Demonstranten zweifeln das vorläufige amtliche Wahlergebnis vom Sonntag an, dem zufolge der seit 1994 amtierende Lukaschenko 80 Prozent der Stimmen eroberte und sich damit eine sechste Amtszeit sicherte. Seine schärfste Rivalin Swetlana Tichanowskaja kam demnach auf zehn Prozent und flüchtete am Dienstag nach Litauen.

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Nachbarländer bieten sich als Vermittler an

Indes haben die Nachbarländer Litauen, Polen und Lettland sich als Vermittler in Belarus angeboten. Präsident Alexander Lukaschenko lehnt einen Dialog bislang strikt ab.

Die EU-Außenminister wollen am Freitag über die Lage in Belarus beraten. US-Außenminister Mike Pompeo bekräftigte am Mittwoch bei einem Besuch in Tschechien die Bedenken der USA über die Wahl in Belarus. "Sie wurde nicht in fairer und freier Weise abgehalten", sagte er.

Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse über die Demonstrationen in Belarus.

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