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Belarussische Opposition : Tichanowskaja: "Krise friedlich beilegen"

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Nach der Festnahme eines Bloggers in Belarus haben EU und USA Sanktionen beschlossen. Die im Exil lebende Oppositionsführerin Tichanowskaja begrüßt das im ZDF heute journal.

Wie viel Kraft hat die Opposition in Belarus noch? Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja spricht mit Claus Kleber über die erzwungene Ryanair-Landung, den Fall Protasewitsch – und die Folgen für das Land.

Beitragslänge:
8 min
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Nach der erzwungenen Landung einer europäischen Passagiermaschine in Minsk und der Inhaftierung des Bloggers Roman Protasewitsch fordert Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja im Interview mit Claus Kleber im ZDF heute journal die Freilassung politischer Gefangener.

Belarus' Machthaber Lukaschenko hatte die Landung der Ryanair-Passagiermaschine am vergangenen Sonntag erzwungen, um einen seiner Gegner festnehmen zu lassen. Der Blogger Protasewitsch sitzt seither in Haft, ebenso seine Freundin Sofia Sapega, eine Russin. Die EU und die USA reagierten empört und verhängten Sanktionen gegen das Land. Im Interview begrüßt Tichanowskaja die Maßnahmen der EU.

Das gesamte Interview sehen Sie oben im Video. Lesen Sie die wichtigsten Aussagen Tichanowskajas hier:

Wie viel Kraft steckt noch in der belarussischen Opposition?

"Auch wenn es keine Massendemonstrationen auf der Straße gibt, ist es trotzdem so, dass wir bereit sind, aber die Regierung uns mit Waffen daran hindern will. Aber das ändert nichts daran, dass in uns das Feuer brennt, die Glut, für Veränderungen zu kämpfen.

Wir wollen, dass die politische und humanitäre Krise friedlich beigelegt wird. Und deswegen möchten wir auch, dass es nicht noch mehr Opfer gibt, nicht noch mehr Folter in den Gefängnissen. Das ist der falsche Ausweg. Wir sind dafür, dass wir zivilisiert und friedlich diese Krise beilegen."

Hat die erzwungene Landung Europa zu einer überfälligen Reaktion veranlasst?

"Natürlich können wir nicht sagen, dass wir jetzt froh sind, dass das passiert ist. Aber zumindest hat uns das die Möglichkeit gegeben, die Aufmerksamkeit noch einmal auf unsere Probleme zu lenken. Das, was mit diesem Flugzeug geschehen ist, ist kein isolierter Fall.

Das muss gesehen werden in dem Kontext der Situation in Belarus. Denn die Repressalien finden weiterhin statt.

Und wenn dieses Regime so weit gegangen ist, schon ein Flugzeug zu entführen wegen Rachegelüsten eines Menschen, dann kann man sich kaum vorstellen, wozu dieses Regime noch bereit ist.
Swetlana Tichanowskaja

Treibt Europa durch die Sanktionen Belarus jetzt noch weiter in die Arme von Putin?

"Russland und Belarus sind Nachbarländer und wir werden immer Nachbarn bleiben. Das heißt, wir müssen miteinander zu tun haben, und wir möchten natürlich unsere Beziehungen verbessern. Wir möchten, dass unsere Handelsbeziehungen miteinander transparenter sind und durch mehr Zuversicht geprägt. Natürlich ist es im Moment so, dass Lukaschenko gezwungen ist, die politische Unterstützung aus dem Kreml zu erkaufen.

Und wir wissen nicht: Was passiert mit unseren Fabriken, ob wir unsere Unabhängigkeit verlieren. Deswegen appellieren wir an die Politiker aller Länder, dass sie auch in Bezug auf ihre Beziehungen mit Russland und dem Kreml entsprechende Veränderungen vornehmen müssen."

Warum Sanktionen tatsächlich etwas bewirken könnten, ob Belarus bald eine demokratische Gesellschaft hat und welche Rolle Frauen bei den Protesten spielen, erklärt Swetlana Tichanowskaja im Interview - in voller Länge oben im Video.

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