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Inhaftierter Blogger - Protasewitschs Mutter bittet Merkel um Hilfe

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Die Mutter des inhaftierten Bloggers Protasewitsch hat Bundeskanzlerin Merkel gebeten, sich für die Freilassung ihres Sohnes einzusetzen. Sie fordert, Lukaschenko zu stoppen.

Natalia Protassewitsch, Mutter des belarussischen Regierungskritikers Protassewitsch, weint während einer Pressekonferenz.
Natalia Protassewitsch während einer Pressekonferenz.
Quelle: dpa

Die Mutter des in Belarus inhaftierten Regierungskritikers Roman Protasewitsch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gebeten, sich für die Freilassung ihres Sohnes und anderer in dem Land Gefangener einzusetzen.

"Wir bitten Sie sehr, uns zu helfen, damit alle Unschuldigen aus den Gefängnissen freikommen", sagte Natalia Protasewitsch der "Bild". "Sie brauchen dringend Hilfe, weil sie täglich Sadismus und Gewalt ausgesetzt sind." Sie forderte, den belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko zu stoppen.

Protassewitsch: Kein Kontakt zu Anwältin

"Jeder weitere Tag, nein, jede weitere Stunde, die vergeht, kostet Unschuldigen, darunter Kindern, das Leben." Vor knapp drei Wochen hatten die belarussischen Behörden eine Ryanair-Passagiermaschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen und den an Bord befindlichen Regierungskritiker Roman Protasewitsch und dessen Freundin Sofia Sapega festgenommen.

Die EU verhängte daraufhin erneut Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik. Der Vater des Bloggers, Dmitri Protasewitsch, sagte der "Bild", ihre Briefe würden ihrem Sohn nicht zugestellt. "Auch seine Anwältin kann mit uns nicht frei am Telefon reden", sagte er.

Wie es dem 26jährigen Blogger Protassewitsch aktuell wirklich geht, können vermutlich nur wenige Menschen beurteilen. Seine Eltern haben in Warschau eine Pressekonferenz gegeben.

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EU-Parlament fordert weitere Sanktionen

"Stattdessen wurden von der Staatsmacht schon zwei Videos veröffentlicht, in denen er erzwungene Geständnisse ablegt." Dabei sehe man deutliche Folterspuren. Seine Nase sei schief. Sie sei wahrscheinlich gebrochen. Am Hals habe er blaue Flecken. "Eine Expertin sagte uns, dass das Würgemale seien." Die Eltern von Protasewitsch leben im polnischen Exil.

Am Donnerstag hatte das Europäische Parlament weitere Sanktionen gegen Belarus gefordert. Strafmaßnahmen solle es etwa gegen die Rohölverarbeitung und weitere Industriesparten geben. Schon seit vergangenem Samstag dürfen belarussische Fluggesellschaften nicht mehr in den Luftraum der EU fliegen.

Angela Merkel beim EU-Sondergipfel. Brüssel, Belgien

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Die Kanzlerin spricht von einem "beispiellosen Vorgehen": Nach der erzwungenen Landung eines Fliegers in Belarus verlangt Merkel die Freilassung des verhafteten Journalisten.

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