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Nach erzwungener Notlandung - Keine Spur von Roman Protassewitsch

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Wo sich der in Minsk festgenommene belarussische Regimekritiker Roman Protassewitsch befindet, ist derzeit nicht klar. Offizielle Angaben gibt es nicht.

Belarus - Frauen mit alten Nationalflaggen halten Plakate
Unterstützerinnen Roman Protassewitschs am Flughafen von Vilnius
Quelle: AP

Auch einen Tag nach der international verurteilten Zwangsnotlandung einer Passagiermaschine in Minsk gibt es zum Verbleib des festgenommenen Oppositionsaktivisten und Bloggers keine offiziellen Angaben. Mehrere Passagiere des Ryanair-Flugs bestätigten Medien in Litauen nach ihrer Landung die Festnahme des 26-Jährigen. Roman Protassewitsch, der in seiner Heimat unter anderem wegen Anstiftung zu Protesten gegen Machthaber Alexander Lukaschenko zur Fahndung ausgeschrieben war, hatte im Exil in Litauen gelebt. Ihm drohen in Belarus viele Jahre Haft.

Protassewitsch-Familie weiß nicht, wo er ist

"Wir sind sehr besorgt um unseren Sohn", sagte sein Vater Dmitri Protassewitsch bei Radio Swoboda. "Leider wissen wir nicht, wo er ist und was mit ihm ist. Wir hoffen auf das Beste." Protassewitsch zeigte sich überzeugt, dass es sich um eine sorgfältig geplante Operation "wahrscheinlich nicht nur von den Geheimdiensten von Belarus" handelte. Russland ist enger Verbündeter von Belarus - und sicherte dem Nachbarn einmal mehr volle Unterstützung zu.

Die EU hat die erzwungene Landung eines Linienflugs durch belarussische Behörden scharf verurteilt. EU-Staats- und Regierungschefs beraten nun über Sanktionen gegen das Land.

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Roman Protassewitsch war nach Angaben seines Vaters auf der Rückreise von einem Griechenland-Urlaub gewesen, als Lukaschenko das Flugzeug zur Landung zwingen ließ. Dmitri Protassewitsch sprach von einem "Terrorakt".

Die Operation hatte ein großes Ausmaß, um auf die gesamte internationale Gemeinschaft zu spucken und auf deren Meinung.
Dmitri Protassewitsch

An Bord der Maschine waren nach Ansicht von Ryanair-Chef Michael O'Leary auch Agenten des belarussischen Geheimdienstes. "Es wirkt, dass es die Absicht der Behörden war, einen Journalisten und seine Reisebegleiterin (aus dem Flugzeug) zu entfernen", sagte der O'Leary dem irischen Radiosender Newstalk. "Wir vermuten, dass auch einige KGB-Agenten am Flughafen (in Minsk) abgeladen wurden." O'Leary sagte, es handle sich um einen "Fall von staatlich unterstützter Entführung, (...) staatlich unterstützter Piraterie".

Grafik zeigt Flugweg von  von Ryanair Flug 4978
Grafik zeigt Flugweg von von Ryanair Flug 4978
Quelle: Reuters

Belarus will Transparenz gewährleisten

Belarus zeigte sich indes offen für eine internationale Untersuchung des Vorfalls. "Ich bin sicher, dass wir in dieser Angelegenheit in der Lage sind, volle Transparenz zu gewährleisten", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Anatoli Glas. Wenn nötig sei Belarus auch bereit, Experten zu empfangen und Informationen offenzulegen, um Unterstellungen zu vermeiden.

Behörden in Belarus haben ein Passagierflugzeug zur Landung in Minsk gezwungen, das auf dem Weg von Griechenland nach Litauen war. An Bord war ein von Machthaber Lukaschenko international gesuchter Blogger, der nach der Landung festgenommen wurde.

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Zugleich verteidigte der Sprecher das Vorgehen der Behörden. Die Maßnahmen hätten den internationalen Vorschriften in vollem Umfang entsprochen. Glas wies zudem Kritik aus der EU als "bewusste Politisierung" zurück. Es müsse alles in Ruhe analysiert und auf "die Schlussfolgerungen kompetenter Experten" gewartet werden. In der Mitteilung des Ministeriums ist keine Rede gewesen von der Festnahme Protassewitschs.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die erzwungene Landung scharf. Der Fall klinge nach einer Hollywood-Idee, sei aber keine.

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