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Medienberichte zu Jemen-Aktion - USA wollten offenbar weiteren iranischen General töten

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Die USA hatten es in der Nacht des Angriffs auf Soleimani offenbar nicht nur auf ihn abgesehen. Sie sollen auch im Jemen einen iranischen Kommandeur im Visier gehabt haben.

Proteste nach Soleimanis Tod im Jemen am 6. Januar 2020
Auch im Jemen gab es heftige Proteste nach der Tötung von General Soleimani im Irak.
Quelle: Reuters

Am Tag der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani wollte das US-Militär offenbar einen weiteren hochrangigen iranischen Militär im Jemen töten. Der geheime Schlag sei aber gescheitert, verlautete aus US-Beamtenkreisen. Ziel des fehlgeschlagenen Luftangriffs sei Abdul Resa Schahlaei gewesen, ein hoher Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden. Zuerst hatte die "Washington Post" über den Einsatz berichtet. Später berichtete auch der TV-Sender CNN unter Berufung auf zwei Insider darüber.

Angriffe fast zur gleichen Zeit geplant

Die Angriffe auf Soleimani und Schahlaei sollen der "Washington Post" zufolge etwa zur gleichen Zeit angeordnet worden sein. Da die Operation gegen Schahlaei nicht zum gewünschten Erfolg geführt habe, habe die US-Regierung diese nicht bekanntgegeben, führte die Zeitung weiter aus.

Das Pentagon lehnte einen Kommentar zu der mutmaßlichen Operation im Jemen ab. Der Bericht über einen Luftangriff am 2. Januar im Jemen sei der Behörde bekannt, sagte eine Pentagon-Sprecherin, Rebecca Rebarich. Der Jemen sei schon seit langem ein sicherer Ort für Terroristen und andere Gegner der Vereinigten Staaten.

Soleimani war am 3. Januar kurz nach seiner Landung auf dem internationalen Flughafen von Bagdad durch einen US-Drohnenangriff getötet worden, außerdem starb dabei der ranghohe irakische Milizkommandeur Abu Mahdi al-Muhandis.

Trump: Soleimani hatte US-Botschaften im Visier

Den Militärschlag hat die US-Regierung als Akt der Selbstverteidigung gerechtfertigt - Soleimani habe Angriffe auf US-Militärs und amerikanische Diplomaten im Nahen Osten geplant. US-Präsident Donald Trump sagte am Freitag, Soleimani habe mehrere US-Botschaften im Visier gehabt.

Die Tötung Soleimanis hatte am Persischen Golf eine Kettenreaktion ausgelöst und ist nicht unumstritten. Bei einem Vergeltungsschlag in der Nacht zum Mittwoch feuerte der Iran mehrere Raketen auf US-Stützpunkte im Irak. Es wird vermutet, dass ein iranischer Raketenbeschuss in derselben Nacht versehentlich den Absturz eines ukrainischen Flugzeugs mit 176 Toten verursacht hat.

Gezielte Schwächung der Al-Kuds-Brigaden?

US-Kreisen zufolge standen Soleimani und Schahlaei beide auf einer genehmigten Liste mit Militärzielen. Die USA könnten also möglicherweise bewusst versucht haben, die Spitze der iranischen Al-Kuds-Brigaden zu schwächen. Diese Eliteeinheit der Revolutionsgarde ist nach Ansicht der USA eine Terrororganisation.

Das State Department hat eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen angeboten, die die Finanzen der Revolutionsgarde beeinträchtigen - darunter auch Informationen über Schahlaei, der ein wichtiger Geldgeber ist.

Eine Chronologie des Konfliktes zwischen Iran und den USA:

Der Angriff auf die US-Stützpunkte - weiterer Tiefpunkt der Geschichte einer innigen Feindschaft zwischen Iran und den USA. Schrecklicher Höhepunkt 9.11. Die Anschläge gingen zwar nicht von Teheran aus, haben Amerikas Umgang mit der Region aber …

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