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FAQ

Ab 1. Mai - Biden zieht US-Truppen aus Afghanistan ab

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20 Jahre nach den Anschlägen von 11. September will US-Präsident Biden seine Truppen aus Afghanistan abziehen. Das bedeutet auch das Aus für den Nato-Einsatz. Wichtige Fragen dazu.

Für Amerika ist es eine historische Entscheidung: Nach 20 Jahren soll der längste Auslandseinsatz des US-Militärs enden und damit auch der Einsatz aller Verbündeten. Was hinterlassen sie, wenn sie abziehen? Afghanen zeigen Resignation und Enttäuschung.

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Bis wann soll der Abzug erfolgen? 

US-Präsident Joe Biden hat den Abzug aller US-Soldaten bis spätestens zum 11. September beschlossen. Beginnen soll er am 1. Mai.

Warum trifft Biden diese Entscheidung?

Biden erklärte bei der Verkündung, die ursprüngliche Mission des Einsatzes sei "erfüllt".

Es ist Zeit, Amerikas längsten Krieg zu beenden. Es ist Zeit für die amerikanischen Truppen, nach Hause zu kommen.
US-Präsident Joe Biden

Zuvor hatte er betont, "die ewigen Kriege in Afghanistan und im Nahen Osten zu beenden". In keinen Krieg waren die USA länger verstrickt als in den am Hindukusch. Für Biden ist es eine seiner bislang heikelsten Entscheidungen: Experten warnen, dass Afghanistan bei einem verfrühten Abzug wieder in einen Bürgerkrieg abgleiten könnte.

US-Soldaten verlassen im Mai 2017 die afghanische Stadt Kundus mit Hubschaubern

Nach Ankündigung von US-Abzug - Nato leitet Rückzug aus Afghanistan ein 

Seit knapp zwei Jahrzehnten sind Soldaten aus Deutschland und anderen Nato-Staaten in Afghanistan, um dem Land gegen Terror und Gewalt zu helfen. Doch nun endet der Einsatz.

Die US-Regierung argumentiert, das Ziel, dass Afghanistan Terroristen nicht mehr als Zufluchtsort diene, sei erreicht worden. Die internen Konflikte Afghanistans könnten aber nicht von ausländischen Soldaten gelöst werden.

Was bedeutet das für die Nato-Partner?

Der US-Abzug ist gleichbedeutend mit dem Ende des Afghanistan-Einsatzes der Nato. Deutschland und die anderen Alliierten und Partnerstaaten sind nicht bereit und wohl auch nicht in der Lage, das Engagement ohne die USA fortzuführen.

Der US-Präsident betonte, der Abzug werde in Sicherheit und koordiniert mit den Verbündeten stattfinden.

Die USA planen den Rückzug ihrer Truppen aus Afghanistan. Befürchtet wird eine Verschlimmerung der Sicherheitslage. ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen zu den Hintergründen.

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Warum hat Biden den 11. September als Abzugstermin gewählt? 

Das ist ein hoch symbolisches Datum: Dann jähren sich die Terroranschläge von New York und Washington zum 20. Mal, die Auslöser des US-geführten Militäreinsatzes in Afghanistan waren und dem Terrornetz Al-Kaida zugeschrieben wurden. Der Krieg begann im Oktober 2001. Bald darauf stürzte das Taliban-Regime.

Welche Risiken birgt Bidens Entscheidung?

Als ein Horrorszenario gilt, dass die Taliban nach einem Abzug mit Waffengewalt die Macht in Afghanistan übernehmen könnten. Für die junge Demokratie würde eine solche Entwicklung vermutlich das Aus bedeuten. Zudem dürfte es dann zu Rückschritten bei Frauenrechten und Meinungs- und Medienfreiheit kommen.

Nirgendwo sind die Rechte der Frauen so gefährdet wie in Afghanistan. Die 29-jährige Zarifa Ghafari ist Bürgermeisterin in der Provinzstadt Maidan Shar. Die Bedrohung durch die Taliban gehört für sie zum Alltag. Doch einschüchtern lässt sie sich nicht.

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Wieso stellt Biden keine Bedingungen?

Die US-Regierung argumentiert, dass ein Abzug, der an Bedingungen geknüpft ist, letztlich dazu führt, dass die Truppen doch im Land bleiben. Der Regierungsvertreter sagte: "Der Präsident hat entschieden, dass ein auf Bedingungen basierender Ansatz, der der Ansatz der vergangenen zwei Jahrzehnte war, ein Rezept für einen ewigen Verbleib in Afghanistan ist."

Was sagt die Bundesregierung?

Außenminister Heiko Maas wollte das Ende des Nato-Einsatzes eigentlich vom Erfolg der Friedensverhandlungen zwischen den Taliban und der Regierung in Kabul abhängig machen. "Wir wollen nicht durch einen zu frühzeitigen Abzug aus Afghanistan riskieren, dass die Taliban zurückkehren zur Gewalt und versuchen, mit militärischen Mitteln an die Macht zu kommen", erklärte der SPD-Politiker im März bei einem Nato-Treffen in Brüssel.

Soll der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan verlängert werden? Diese Frage steht derzeit im Bundestag im Raum.

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Deutschland sei in Afghanistan unter anderen mit mehr als 1.000 Soldatinnen und Soldaten engagiert und habe das Ziel, das Land nach rund zwei Jahrzehnten Einsatz nicht so zu hinterlassen, wie man es vorgefunden habe. Die jetzt getroffene US-Entscheidung dürfte daher deswegen nicht im Sinne des Auswärtiges Amtes sein. Etwas anders sieht es im Verteidigungsministerium aus. Dort gibt es viele, die den Abzug begrüßen dürften.

Wie viele internationale Truppen sind noch in Afghanistan?

Zuletzt waren noch rund 10.000 Soldaten aus Nato-Ländern und Partnernationen in Afghanistan, um die demokratisch gewählte Regierung durch die Ausbildung und Beratung von Sicherheitskräften zu unterstützen. Unter ihnen sind auch rund 1.000 deutsche Soldaten.

Wo steht der afghanische Friedensprozess?

Seit September laufen Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban in Doha. Allerdings sind die Verhandlungsteams über Verfahrensfragen bisher nicht hinausgekommen.

Können die afghanischen Sicherheitskräfte gegen die Taliban bestehen?

Vor allem die afghanischen Spezialkräfte und die Luftwaffe haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Allerdings gibt es weiterhin in vielen Bereichen Defizite. Afghanische Militärs und Sicherheitsbeamte sind insgesamt zuversichtlich, die jetzt von der Regierung kontrollierten Gebiete halten zu können - solange die afghanische Armee, Polizei und der Geheimdienst zumindest finanziell weiter vom Ausland unterstützt werden. 

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

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