Biden bei Asean-Gipfel: "Neue Ära der Kooperation"

    Gipfel in Kambodscha:Biden über Asean: "Neue Ära der Kooperation"

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    Nach China hofieren nun auch die USA die aufstrebenden Asean-Staaten: Biden will eine engere Kooperation. Der Asean-Gipfel wird überschattet von Nordkoreas Provokationen.

    Die USA wollen dem wachsenden Einfluss Chinas in Asien entgegensteuern und die Zusammenarbeit mit den Staaten des südostasiatischen Staatenverbundes Asean ausweiten.

    Asean steht im Mittelpunkt der Indo-Pazifik-Strategie meiner Regierung.

    US-Präsident Joe Biden auf dem Asean-Gipfel in Phnom Penh

    Die USA und der Staatenbund hoben ihre Beziehungen - wie zuvor angekündigt - auf die Ebene einer "umfassenden strategischen Partnerschaft". Biden sprach von einer "neuen Ära der Kooperation" - gemeinsam gehe man "die großen Probleme unserer Zeit" an.
    Aber nicht nur die USA umwerben die aufstrebenden südostasiatischen Staaten, sondern auch die aufstrebende Großmacht China. Der große Nachbar hatte schon vor einem Jahr eine solche "umfassende strategische Partnerschaft" mit Asean vereinbart.

    Biden spricht Konflikt von Asean-Staaten mit China an

    Das Ziel der Zusammenarbeit sei ein Indo-Pazifik, "der frei und offen stabil und blühend, widerstandsfähig und sicher ist", sagte Biden. Mit der Zusammenarbeit sollten "Herausforderungen vom Südchinesischen Meer bis Myanmar" gelöst werden. Er sprach damit die Krise in Myanmar nach dem Militärputsch und indirekt die umstrittenen chinesischen Territorialansprüche in dem Seegebiet an, die ein ständiger Konfliktpunkt zwischen China und mehreren Asean-Staaten sind.
    China beansprucht weite Teile des Südchinesischen Meeres, wo auch Asean-Staaten Ansprüche auf Inseln, Atolle und Riffe erheben. Durch das rohstoffreiche Meeresgebiet geht ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs. Das internationale Schiedsgericht in Den Haag hat Chinas Ansprüche 2016 als unrechtmäßig abgewiesen. Zum Asean gehören neben Brunei, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur, Thailand, Vietnam auch solche mit engen Verbindungen zu China wie Kambodscha, Laos, Myanmar und demnächst auch Osttimor.

    Kritik an Russlands Angriffskrieg in Ukraine

    Der US-Präsident will in Phnom Penh auch über Russlands "brutalen Krieg gegen die Ukraine" und die Folgen sprechen. US-Außenminister Antony Blinken sicherte der Ukraine bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Dmytro Kuleba dauerhafte Unterstützung zu - "solange wie nötig". Die Ukraine ist erstmals zu einem Asean-Gipfel eingeladen.
    Auch Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist angereist. Dieser habe ihn aber nicht um ein Treffen gebeten, wie es in der internationalen Diplomatie üblich sei, sagte Kuleba. "Es gibt keinen einzigen Hinweis darauf, dass Russland ernsthaft Verhandlungen anstrebt." Ob es zu einem Treffen zwischen Blinken und Lawrow kommt, war unklar.

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