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Tag 31 im Ukraine-Krieg : Lemberg: Raketen treffen Treibstofflager

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Russische Raketen treffen ein Tanklager in Lemberg. Biden greift Putin in seiner Rede in Warschau scharf an. Tausende entkommen über Fluchtkorridore. Der Ukraine-Krieg an Tag 31.

Rauch steigt nach einem Luftangriff auf Lemberg auf
Eine dicke schwarze Rauchwolke über der westukrainischen Stadt Lemberg - russische Raketen haben ein Treibstofflager getroffen.
Quelle: Reuters

Wir fassen für Sie im Folgenden die wichtigsten Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine zusammen. Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.

Angaben zum Verlauf des Krieges oder zu Opferzahlen durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Seite können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Krieg gegen die Ukraine: Tag 31 im Überblick

  • Die westukrainische Metropole Lemberg (Lwiw) ist am Samstag nach Angaben des Bürgermeisters aus der Luft angegriffen worden. Demnach wurde ein Treibstofflager getroffen, das in Brand geriet, mindestens fünf Menschen seien verletzt worden. Er rief die Bewohner von Lemberg auf, in Schutzräumen zu bleiben. In Lemberg befinden sich Tausende Flüchtlinge aus anderen Teilen der Ukraine.

Russische Raketen treffen Lemberg im Westen der Ukraine und setzen ein Tanklager in Brand. Die Stadt Slawutitsch nahe der Atomruine Tschernobyl trotzt ihren russischen Besatzern.

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  • US-Präsident Joe Biden hat am Abend in seiner Rede in Warschau bekräftigt, dass die Nato "jeden Zoll" ihres Bündnisgebiets verteidigen werde. Russland versuche, die Demokratie im eigenen Land zu zerstören, und gefährde auch die Nachbarländer. Doch Wladimir Putin werde mit seinem Angriffskrieg in der Ukraine "nie" einen Sieg erzielen, so Biden. Putin habe sich verkalkuliert, der Krieg habe den Westen zusammengeschweißt. Am Ende seiner Rede sagte Biden: "Um Gottes willen, dieser Mann darf nicht an der Macht bleiben." Das Weiße Haus versuchte allerdings unmittelbar darauf, die Aussage zu relativieren. Ein US-Regierungsvertreter erklärte, Biden habe gemeint, Putin dürfe keine Macht über Nachbarn oder über die Region ausüben.

ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen ordnet die Äußerung Bidens zu Putin ein.

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  • Russland lässt nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums mit seinen Angriffen auf große ukrainische Städte wie Charkiw, Tschernihiw und Mariupol nicht nach. Dabei verlassen sich die russischen Streitkräfte vor allem "auf den wahllosen Einsatz von Luft- und Artellierbombardierungen, um zu versuchen, die Verteidigungskräfte zu demoralisieren", wie das Ministerium unter Berufung auf Geheimdienstinformationen per Twitter mitteilte.
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die energieproduzierenden Staaten aufgefordert, als Reaktion auf die russische Invasion in seinem Land ihre Fördermengen zu erhöhen. Dann könne Russland seine Öl- und Gasvorkommen nicht "als Waffe einsetzen, um die Welt zu erpressen", sagte Selenskyj in einer Videoansprache auf der Konferenz Doha Forum.

Zum Ende seiner Polen-Reise verschärft US-Präsident Biden den Ton gegenüber dem Kreml, nimmt aber die russische Bevölkerung in Schutz. Polen sichert er die Nato-Bündnistreue zu.

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  • Selenskyj hat Gebietsverzichte abgelehnt. Die Ukraine sei zu Verhandlungen bereit, werde aber keine Gebiete aufgeben, um Frieden mit den russischen Invasoren zu erreichen.
  • Das ukrainische Militär hält einen großangelegten Angriff russischer Truppen auf Kiew weiter für möglich. Dazu ziehe der Gegner weiterhin starke Kräfte zusammen, sagte der ukrainische Heeres-Stabschef Olexander Grusewitsch. Zudem würden nach Erkenntnissen der Aufklärung in der Kaukasus-Republik Dagestan spezielle Einheiten für diesen Einsatz vorbereitet. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Christian Mölling, Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, geht nicht davon aus, dass Russland sich militärisch jetzt nur noch auf die Region Donbass konzentrieren wird.

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  • Nach UN-Angaben sind mittlerweile mehr als 3,7 Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen. Allein 2,2 Millionen Menschen aus der Ukraine sind nach Polen geflüchtet, 572.000 nach Rumänien und 376.000 in die Republik Moldau.

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  • Nach Angaben aus Moskau sind seit Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine 1.351 russische Soldaten getötet, fast 4.000 verletzt worden. Russland hatte zuletzt am 2. März offizielle Zahlen zu Todesopfern in der Ukraine vorgelegt; damals war von knapp 500 getöteten Soldaten die Rede gewesen. Experten rechnen damit, dass die Zahlen tatsächlich deutlich höher liegen.

Die Situation in den ukrainischen Städten

  • Für die Hauptstadt Kiew ordnete Bürgermeister Vitali Klitschko erneut eine Sperrstunde an. Der Beginn wurde demnach für Samstagabend, 20.00 Uhr, das Ende für Sonntagmorgen, 7.00 Uhr (jeweils Ortszeit), angesetzt.
  • Die russische Armee hat nach ukrainischen Angaben die Kontrolle über die Kleinstadt Slawutitsch übernommen, den Wohnort des Personals der Atomruine von Tschernobyl. Wie die Militärverwaltung der Region Kiew im Messengerdienst Telegram mitteilte, drangen russische Soldaten in die Stadt ein, besetzten das städtische Krankenhaus und nahmen den Bürgermeister gefangen.
  • Insgesamt 5.208 Menschen konnten am Samstag nach ukrainischen Angaben über Fluchtkorridore umkämpfte Städte verlassen. Ein hochrangiger Regierungsvertreter erklärt, 4.331 Menschen konnten aus Mariupol entkommen, das unter besonders heftigen Beschuss liegt.
  • Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei einem Raketenangriff in der Ukraine erneut ein Arsenal mit Waffen und Militärtechnik zerstört. Vier Raketen vom Typ "Kaliber" seien von einem Kriegsschiff im Schwarzen Meer abgefeuert und in dem Depot in der Nähe der Großstadt Schytomyr eingeschlagen. Insgesamt seien innerhalb von 24 Stunden 117 militärische Objekte zerstört worden, darunter sechs Kommandostellen und drei Kampfflugzeuge, teilte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, mit. Von unabhängiger Seite überprüfbar waren diese Angaben nicht.

Reaktionen auf den russischen Angriff auf die Ukraine

  • Frankreich plant mit der Türkei und Griechenland eine humanitäre Aktion, um kurzfristig Menschen aus der schwer umkämpften Stadt Mariupol zu evakuieren. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron nach dem EU-Gipfel in Brüssel an. Es gebe bereits konkrete Gespräche mit dem Bürgermeister von Mariupol sowie eine Abstimmung mit Präsident Selenskyj. Eine Absprache sei auch mit Russland erforderlich, dessen Truppen die Stadt seit Wochen belagern.

Frankreich, Griechenland und die Türkei haben eine gemeinsame Initiative in Mariupol angekündigt.

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  • Die britische Regierung hat weitere 65 Personen und Unternehmen in Russland mit Sanktionen belegt. Darunter sei auch das russische Rüstungsunternehmen Kronstadt als Produzent der bewaffneten Orion-Drohne und anderer unbemannter Luftfahrzeuge, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums, das in der Nacht zum Samstag veröffentlicht wurde. Diese Systeme seien im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine eingesetzt worden. Die Sanktionen würden der russischen Rüstungsindustrie schaden und ihre Fähigkeit einschränken, die Systeme zu ersetzen.
  • Die USA wollen die Regierung in der Ukraine mit weiteren 100 Millionen US-Dollar (91 Millionen Euro) unterstützen. Die Mittel seien für den Grenzschutz sowie für Einsätze und Ausrüstung der Polizei. Die US-Regierung hat der Ukraine bereits massive humanitäre und militärische Hilfe zugesagt. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor gut einem Monat hat Washington der Ukraine bereits Militärhilfen und Waffenlieferungen im Wert von 1,35 Milliarden US-Dollar zugesagt.

Das ist im Krieg an Tag 30 passiert:

US-Präsident Biden betont auf seiner Europareise immer wieder den Zusammenhalt des Westens. In Polen würdigte er den Einsatz des Landes für Kriegsflüchtlinge. Der Überblick. Lesen Sie hier nach, wie sich die Lage in der Ukraine am Freitag entwickelt hat:

Tag 30 im Ukraine-Krieg - Biden dankt Polen für Flüchtlingshilfe 

Die EU-Staaten haben einen Solidaritätsfonds für die Ukraine beschlossen. Ukrainische Streitkräfte greifen von Russland gehaltene Gebiete an - der Überblick.

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