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Biden fehlt der Sanders-Effekt - Das Hadern der jungen Demokratinnen

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Joe Biden wurde an Tag Zwei des Parteitags zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten gekürt. Ob am Ende alle demokratischen Wählerinnen hinter ihm stehen, bleibt fraglich.

Ocasio-Cortez am 18.08.2020
Alexandria Ocasio-Cortez warb für Bernie Sanders.
Quelle: Reuters

So divers, so bunt, so groß wie dieses Land ist kaum ein anderes. Wie unterschiedlich das aussieht, zeigte sich in den virtuellen Videobotschaften aus allen 50 Bundesstaaten, Territorien und Distrikten der USA. Demokratinnen jeden Alters und jeder Hautfarbe verkündeten die Delegiertestimmen für Joe Biden und machten ihn damit am Ende zu ihrem Kandidaten im US-Wahlkampf.

Im Mittelpunkt: "Amerika vereinen"

Biden wurde erneut durch Reden von bekannten Demokratinnen unterstützt. Sie versuchten auch am zweiten Abend des Parteitags vor allem eine Botschaft in den Mittelpunkt zu stellen: "Amerika vereinen". Oder wie es Ex-Präsident Bill Clinton bei seiner Rede formulierte: Zur Wahl stehe entweder Trumps "Wir-Gegen-Sie"-Amerika oder Joe Bidens Amerika, "wo wir alle zusammenleben und zusammenarbeiten." Die Zukunft des Landes hänge von dieser Wahl ab.

In seiner Fernsehansprache unterstützt der frühere US-Präsident Bill Clinton den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Biden. An Donald Trump übt Clinton scharfe Kritik.

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Eine Zukunft, in die vor allem junge Menschen in diesem Land bang blicken. Viele Berufsanfängerinnen haben Angst, durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie keinen Job zu finden, Studierende davor, ihre Studiengebühren und Kredite ohne Nebenjobs nicht mehr zahlen zu können. Hinzu kommen Forderungen nach einer staatlichen Krankenversicherung und dem sofortigen Ende von systemischem Rassismus im Land.

Ocasio-Cortez fordert systemischen Wandel

So warteten junge Demokratinnen vor allem auf die Rede von Alexandria Ocasio-Cortez. Doch die New Yorker Abgeordnete bekam nur eineinhalb Minuten Redezeit. Vor einer Woche, als sie davon erfahren hatte, twitterte sie ein Gedicht von Benjamin E. Mays: "Ich habe nur eine Minute Zeit. 60 Sekunden. Mir auferlegt, habe ich es mir so nicht ausgesucht, aber ich weiß, dass ich das nutzen muss. Lege Rechenschaft ab, wenn ich es ausnutze. Ich leide, wenn ich es vergeude. Nur eine winzige Minute, aber darin liegt die Ewigkeit."

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Diese "Ewigkeit" versuchte sie für eine Ansage an das demokratische Establishment zu nutzen und hielt eine Unterstützungsrede für den linken Bernie Sanders, der sich nach seiner Niederlage in den Vorwahlen vor mehreren Wochen eigentlich bereits hinter Joe Biden gestellt hatte. Millionen Menschen in den USA würden nach "tiefgreifenden systemischen Lösungen gegen die Krise der massenhaften Zwangsräumgen, Arbeitslosigkeit und mangelnder Gesundheitsvorsorge" suchen, so Ocasio-Cortez.

Die US-Demokraten haben in der Nacht Joe Biden zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Zuvor hatte Alexandria Ocasio-Cortez noch für den linken Kandidaten Bernie Sanders geworben.

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Viele hätten sich progressiven Kandidaten gewünscht

Ihre Nominierung für Sanders, in dem Fall zwar nur ein symbolischer Akt, zeigte doch aber klar, dass sie und viele weitere junge Demokratinnen sich wohl lieber einen progressiveren Kandidaten gewünscht hätten. In einem anschließenden Tweet bestätigte Ocasio-Cortez aber noch einmal ihre grundsätzliche Unterstützung für Biden.

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