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Trauerstaatsakt in Dresden - Steinmeier würdigt Biedenkopf als Vordenker

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Mit einem Trauerstaatsakt hat Sachsen Abschied von Kurt Biedenkopf genommen. Bundespräsident Steinmeier würdigte den früheren Ministerpräsidenten mit besonderen Worten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf einem Trauerstaatsakt in der Frauenkirche zu den Gästen.
In Sachsen sei Biedenkopf "der richtige Mann zur richtigen Zeit" gewesen, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Quelle: dpa

Trauerstaatsakt für Kurt Biedenkopf: In der Dresdner Frauenkirche haben rund 300 geladene Gäste Abschied von dem früheren sächsischen Ministerpräsidenten und CDU-Politiker genommen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den 1930 in Ludwigshafen geborenen Biedenkopf als "einen der anregendsten, im besten Sinn einflussreichsten und originellsten Politiker, die unsere Republik gekannt hat". Er sei ein intellektueller Vordenker, ein Ideengeber gewesen.

Biedenkopf habe gewusst: "Wer die Zukunft gewinnen will, muss den Konflikt suchen, die Auseinandersetzung, den Wettstreit der Ideen." Das habe ihn glaubwürdig gemacht und ihm den Respekt auch entschiedener Gegner eingebracht.

An dem Trauerstaatsakt nahm auch Biedenkopfs 90-jährige Ehefrau Ingrid Biedenkopf teil.

Er galt als Vertrauter Helmut Kohls und war nach der Wiedervereinigung der erste Ministerpräsident von Sachsen. Nun ist Kurt Biedenkopf im Alter von 91 Jahren gestorben.

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In Sachsen sei Kurt Biedenkopf mit seinen Fähigkeiten der richtige Mann zur richtigen Zeit gewesen, sagte der Bundespräsident: "Mit seiner unerschöpflichen Energie und seinen Visionen, mit seinem Zuspruch und seinem Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit gab er den Menschen hier Mut, die schwierige Gegenwart zu meistern und eine bessere Zukunft in Angriff zu nehmen."

Biedenkopf von 1990 bis 2002 Regierungschef in Sachsen

Biedenkopf war am 12. August im Alter von 91 Jahren in Dresden gestorben. Der CDU-Politiker war von 1990 bis 2002 Regierungschef in Sachsen und damit der erste sächsische Ministerpräsident nach der deutschen Wiedervereinigung. Er wurde im engsten Familienkreis auf einem Dresdner Friedhof beigesetzt.

Kurt Biedenkopf war einst Helmut Kohls Generalsekretär und wurde später Sachsens erster Ministerpräsident nach der Wiedervereinigung. Mit 91 Jahren ist "König Kurt" nun gestorben.

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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) würdigte ihn als "eine große Persönlichkeit, einen Demokraten, der immer für den Ausgleich eingetreten ist". Er habe Demokratie gelehrt, ohne selbst belehrend zu sein. Die Freude am intellektuellen Diskurs habe ihn an Biedenkopf begeistert, sagte Kretschmer. Zudem habe er stets vorgemacht, respektvoll miteinander umzugehen.

Die beiden Dresdner Bischöfe verlasen Bibeltexte. "Jeder Tod stellt unser eigenes Leben in Frage", sagte der katholische Bischof Heinrich Timmerevers. Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz hob hervor, dass die Frauenkirche dem Verstorbenen geistige Heimat gewesen sei.

Laschet: Biedenkopf war "intellektueller Antreiber"

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Bundesvorsitzende, Armin Laschet, bezeichnete Biedenkopf als "intellektuellen Antreiber". Sein Geist habe nie stillgestanden. Bis ins hohe Alter sei seine "große analytische Kraft" geschätzt worden.

Er war ein Visionär, aber kein Fantast.
Armin Laschet, CDU-Vorsitzender

Biedenkopfs politische Karriere hatte in den 1970er-Jahren in Nordrhein-Westfalen begonnen. Von 1973 bis 1977 war er zudem CDU-Generalsekretär.

Kurt Biedenkopf galt als geistreicher hellwacher Gesprächspartner - hier erleben Sie ihn in einer Archiv-Sendung mit Moderator Kähler :

Am 11. Mai 2006 war Biedenkopf zu Gast in der phoenix-Sendung "im Dialog" bei Alexander Kähler.

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