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Bildungsbericht - OECD warnt vor Folgen der Corona-Pandemie

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Lob für hohe Bildungsausgaben, Kritik an mangelnder Digitalisierung: Zu diesem Ergebnis kommt die Industriestaaten-Organisation OECD in ihrem Bildungsbericht.

Archiv: Stühle stehen auf Tischen in einem leeren Klassenzimmer einer Schule, aufgenommen am 10.03.2015
Insbesondere die Schulschließungen seien laut OECD-Bericht eine Gefahr für die Bildung in Deutschland gewesen.
Quelle: dpa

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnt in ihrer heute vorgestellten Bildungsstudie vor den Folgen der Corona-Pandemie für den Bildungsstandort Deutschland. Insbesondere lange Schulschließungen seien zwar notwendig gewesen, doch ihre Kosten "für die Einzelnen und die Gesellschaft sind sehr hoch".

"Bis Ende Juni waren die Schulen in Deutschland effektiv 17 Wochen lang in der einen oder anderen Form geschlossen", so die Organisation - im Schnitt der OECD-Länder waren es demnach 14 Wochen. Die Schließungen könnten auch langfristige Folgen für das Einkommen bedeuten:

Die Lernverluste während der Schulschließung können für die Corona-Generation ein Minus von drei Prozent beim Lebenseinkommen bedeuten und sich bis zum Ende des Jahrhunderts auf Hunderte Milliarden Euro an Verlusten summieren.
OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher

Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Schulen seien für erfolgreiche Lernergebnisse daher umso mehr auf den Umgang mit digitalen Endgeräten angewiesen. Doch dies könne sich mit Blick auf den Nachholbedarf bei digitalen Lernplattformen in Deutschland schwieriger gestalten.

Eine weitere Gefahr für die Schulen sieht die OECD im Lehrermangel. Die Organisation warnt davor, dass ein großer Teil der Lehrkräfte in den kommenden zehn Jahren das Ruhestandsalter erreichen wird. 2018 waren 41 Prozent der Primar- und Sekundarschullehrer in Deutschland über 50 Jahre alt, nur sieben Prozent waren unter 30.

Die Organisation warnt wegen der Corona-Krise aber auch vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland bei Personen mit niedrigem Bildungsabschluss: "Personen mit niedrigem Bildungsabschluss sind am stärksten gefährdet, da sie am wenigsten von Telearbeit profitieren dürften", heißt es in dem Bericht.

Hoher Anteil bei beruflicher Bildung

Lob gibt es von der OECD für den hohen Anteil beruflicher Bildung und dualer Bildungsgänge - dies sei "eine der Stärken des deutschen Bildungssystems". Trotzdem leide die betriebliche Aus- und Weiterbildung gleich doppelt in der Krise, "da Abstandsregeln einerseits und Unternehmensschließungen andererseits die Verbindung von Theorie und Praxis in vielen Ausbildungsgängen unmöglich machen".

Dennoch funktioniert die "Abstimmung zwischen Bildung und Arbeitsmarkt gut und der Übergang ins Erwerbsleben klappt", so OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. Jetzt gehe es darum, die entsprechenden Ausbildungswege "fit für das 21. Jahrhundert" zu machen:

Dazu gehört auch, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um neue Lernangebote zu schaffen - nicht nur dann, wenn uns eine Krise dazu zwingt.
OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher

Ausbildung in der Corona-Krise.

Beitragslänge:
7 min
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Gute Noten für Bildungsausgaben

Auch bei den Bildungsausgaben schneidet Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Mitgliedsstaaten laut OECD-Bericht gut ab: 2017 lagen die Ausgaben hierzulande bei rund 11.400 Euro (umgerechnet 13.500 Dollar), der OECD-Durchschnitt betrug etwa 11.200 Dollar.

Aber: Die private Bildungsfinanzierung - eine Stütze der beruflichen Bildung in Deutschland - könne durch die momentane Wirtschaftskrise gefährdet sein.

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