ZDFheute

So kann es für Mieter besser werden

Sie sind hier:

Billiger Wohnen - So kann es für Mieter besser werden

Datum:

Bezahlbarer Wohnraum knapp, Baulandpreise explodieren, Spekulation floriert. Viele Menschen reagieren. Was lässt sich regulieren? Was hilft, um den Wohnungsmarkt zu entlasten?

Bezahlbarer Wohnraum und Bauland sind knapp. Die Spekulation floriert. Viele Kommunen haben die Kontrolle über die eigene Stadt verloren. Deshalb werden immer mehr Menschen selbst aktiv.

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Nirgendwo in Deutschland ist Wohnen so teuer wie in München. Bis zu 30 Euro kalt kostet der Quadratmeter zur Miete. Und der Bodenpreis macht bis zu 60 Prozent der Kosten eines Neubaus aus. Deshalb versucht die Stadt, zu regulieren.

Kasernengebiete werden zu Stadtquartieren

Ehemalige Kasernen sind durch Rückkauf vom Bund zu städtischen Wohnbauflächen geworden. Der Prinz-Eugen-Park ist eine davon: Hier soll ein neues sozial durchmischtes Quartier entstehen. Um das zu begünstigen, wurden die Baufelder zu 50 Prozent an den geförderten Mietwohnungsbau vergeben. 30 Prozent der Bewerber hatten die Möglichkeit, durch ein sozialgerechteres Hauskonzept an günstiges Bauland zu kommen.

Baugenossenschaften haben hier eine Chance, denn sie sind per se nicht darauf aus, Wohnraum gewinnbringend zu vergeben. Jedes Mitglied zahlt an die Baugenossenschaft eine Einlage pro bewohntem Quadratmeter, die es mit dem Austritt zurückbekommt. Dadurch wird Wohnraum geschaffen, dem Genossenschaftsmitglied aber auch eine dauerhaft günstige Miete garantiert.

Die Gemeinde selber bauen

In Almere, 35 Kilometer vor Amsterdam, entsteht ein neues Viertel - so wie sich die Bauherren das wünschen. Oosterwold heißt es. Häuser wachsen wie Kraut und Rüben aus der Erde. Noch dazu zahlen die Bauherren für ihr Traumhaus einen unschlagbar günstigen Bodenpreis von 76 Euro pro Quadratmeter.

Allerdings müssen sie die Erschließung mittragen. Dafür ist es notwendig, sich mit Nachbarn zusammen zu tun und alles gemeinsam auszuarbeiten. Die Gemeinde hält sich zurück, plant Zufahrtsstraßen, Schulen und steht mit Rat und Tat zur Seite. Zukünftig sollen hier 15.000 Wohnungen entstehen. 1.000 Häuser stehen bereits.

Werkswohnungen erleben ein Revival

Anders ist es bei Werkswohnungen. Die hatten bereits im Zuge der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts Hochkonjunktur. Damals wurden immer mehr Arbeiter in den Fabriken am Stadtrand gebraucht.So bauten Fabrikanten ganze Siedlungen für ihre Mitarbeiter. Nach dem Krieg kam es mit dem Wiederaufbau zur zweiten Welle im Werkswohnungsbau. Firmen wie Thyssen-Krupp, BASF, Siemens, Hoechst oder Henkel errichteten ganze Stadtteile.

Heute besteht eine neue Notwenigkeit: Normal bezahlte Jobs reichen in begehrten Regionen nicht mehr aus, um bezahlbaren Wohnraum zu finden. Von bezahlbarem Wohnraum spricht man, wenn die Miete nicht mehr als 30 Prozent des Gehalts ausmacht.

Sei es der angehende Polizist, der Handwerker, Bahn- oder Busfahrer: Viele wichtige Stellen können in Städten nicht mehr besetzt werden. Der Wohnraum ist zu teuer, die Anfahrtswege zu weit.

Wenn Arbeitgeber zu Bauherren werden, können sie selber die Entwicklung der Mieten steuern. Und wenn sie ihren eigenen Bedarf gedeckt haben auch dafür sorgen, dass die übrig gebliebenen Wohnungen den Markt etwas entspannen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.