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Proteste in Nigeria: Mindestens 69 Tote

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Unruhen wegen Polizeigewalt - Proteste in Nigeria: Mindestens 69 Tote

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Die blutigen #EndSARS-Proteste gegen Polizeigewalt in Nigeria eskalieren. Präsident Muhammadu Buhari bestätigt den Tod mehrerer Dutzend Zivilisten und Sicherheitskräfte.

Ein Mensch läuft in Lagos nach Protesten über eine verwüstete Straße.
Quelle: Reuters

Bei Protesten gegen Polizeigewalt in Nigeria sind in den vergangenen Tagen mehrere Zivilisten, Polizisten und Soldaten gestorben, sagt Nigerias Präsident Muhammadu Buhari laut einer Mitteilung. Bei den Ausschreitungen sollen 69 Menschen zu Tode gekommen sein.

Der Präsident sagte nicht, ob Sicherheitskräfte für die 51 toten Zivilisten verantwortlich seien. Er betonte aber, dass die 11 Polizisten und 7 Soldaten von den Demonstranten umgebracht worden seien.

Guterres und Borrell kritisieren brutales Vorgehen

Die #EndSARS genannten Proteste in Afrikas größter Volkswirtschaft dauern bereits seit zwei Wochen an. Die Lage eskalierte, als in der Wirtschaftsmetropole Lagos vermutlich Sicherheitskräfte auf Demonstranten an einer Mautstelle schossen.

International hagelte es zuletzt Kritik an dem brutalen Vorgehen von mutmaßlichen Sicherheitskräften gegen Demonstranten. Unter anderem äußerten sich UN-Generalsekretär António Guterres, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet.

Menschen demonstrieren in Nigeria.

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Bischof und Demonstranten fordern Ende der Brutalität in Nigeria

Ausgelöst worden waren die Proteste durch ein Video, das einen Beamten der mittlerweile aufgelösten Eliteeinheit Special Anti-Robbery Squad (SARS) beim Töten eines jungen Mannes zeigte und in den sozialen Medien die Runde machte.

Erzbischof Ignatius Kaigama von Abuja sagte, die jungen Menschen seien niedergeschlagen, frustriert und demoralisiert und forderten ein Ende der Brutalität sowie gute Regierungsführung ein. Er erklärt:

Die Jugendproteste sind eine Stechfliege, die uns religiöse, traditionelle und politische Meinungsführer aufrütteln soll.

Unter dem Hashtag #EndSARS verbreiteten sich die Proteste schnell international und führten auch im Ausland zu Protestkundgebungen. Präsident Buhari beklagte, dass die Demonstranten ihre Proteste trotz der Auflösung der umstrittenen Eliteeinheit fortsetzen.

Nigeria's Präsident Muhammadu Buhari, hält eine Ansprache im Fernsehen, zu den Unsruhen im Land. Er gibt erstmals zu, dass zahlreiche Menschen bei den Protesten starben.
Nigeria's Präsident Muhammadu Buhari gibt erstmals zu, dass bei den gewaltsamen Ausschreitungen zahlreiche Menschen starben.
Quelle: AP

Bestürzung über den Tod Unschuldiger

Menschen hätten Straßen blockiert und Gebäude geplündert und zerstört, berichtete die Polizei. In einer Ansprache an die Nation sagte Buhari, er sei bestürzt über den Tod von unschuldigen Menschen.

Er rief die jungen Bürger des Landes auf, "die Straßenproteste zu beenden". Menschen seien gestorben, zwei Haftanstalten seien angegriffen, Eigentum sei zerstört und ein Flughafen sei eingenommen worden, alles "im Namen der EndSARS-Proteste".

Buhari: Proteste gefährden Sicherheit

Er ermahnte die Demonstranten, sich nicht von "subversiven Elementen" ausnutzen zu lassen. Dies zu tun würde die nationale Sicherheit und Recht und Ordnung untergraben. "Unter keinen Umständen wird das toleriert." Die Gewalt von Sicherheitskräften gegen Demonstranten erwähnte er nicht.

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