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Kabinett in Brasilien umgebildet - Bolsonaro tauscht sechs Minister aus

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Weil die Corona-Krise in seinem Land zunehmend außer Kontrolle gerät, steht Brasiliens Präsident Bolsonaro in der Kritik. Jetzt tauscht er gleich sechs Minister aus.

Präsident Bolsonaro steht wegen steigender Corona-Zahlen in Brasilien stark in der Kritik. Aufgrund der angespannten Situation hat der Präsident nun sein Kabinett umgebildet.

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Erst hatten zwei Minister ihre Rücktritte erklärt - kurz darauf verkündete das Kommunikationsministerium dann eine tiefgreifende Neuaufstellung des Kabinetts von Präsidenten Jair Bolsonaro. Gleich sechs Ministerposten sollen neu besetzt werden, unter anderem der Außenminister sowie die Minister für Justiz und Verteidigung.

Die Regierung des rechtsradikalen Präsidenten steht angesichts der in die Höhe schnellenden Corona-Infektionszahlen und zahlreicher Patienten mit schweren Krankheitsverläufen zunehmend unter Druck. Der allerorten fehlende Impfstoff sorgte für weitere heftige Kritik.

Die Patienten werden in der Notaufnahme des Krankenhauses Nossa Senhora da Conceicao abgebildet, das aufgrund des Ausbruchs der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) am 11. März 2021 in Porto Alegre, Brasilien, überfüllt ist.
FAQ

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Zwar wird seit Januar geimpft, doch die Todeszahlen steigen. Vielerorts ist das Gesundheitssystem bereits kollabiert. Warum die Corona-Lage in Brasilien so dramatisch ist.

von Christoph Röckerath und Anne-Kirstin Berger

Bolsonaro verliert wichtigen Gefolgsmann

Außenminister Ernesto Araújo und Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva gelten als Schwergewichte der bisherigen Regierung. Bevor die Regierung die Kabinettsumbildung verkündete, hatten beide kurz aufeinander folgend ihren Amtsverzicht bekannt gegeben.

Der zurückgetretene Außenminister Araújo galt als tragende Säule im ideologischen Flügel der ultrarechten Regierung Bolsonaro. Er brach mit der von der brasilianischen Diplomatie gepflegten Tradition des Multilateralismus und zog mit Äußerungen zur "Klimawandel-Ideologie" oder zur "Gender-Ideologie" viel Kritik auf sich. "Globalisten" warf er vor, die Corona-Pandemie als Vorwand zu nutzen, um weltweit die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse unter ihre Kontrolle zu bringen.

Überraschender Regierungsumbau

Der 53-Jährige Araújo galt als treuer Gefolgsmann Bolsonaros und stand zuletzt vor allem wegen der Corona-Politik und der mangelhaften Impfkampagne in Brasilien massiv unter Druck. Nachdem zahlreiche Parlamentarier seinen Abgang verlangt hatten, kam dieser Schritt Araújos nicht überraschend.

Für den Rücktritt von Verteidigungsminister Azevedo e Silva hatte es in der Öffentlichkeit hingegen keine Anzeichen gegeben. Der 67-jährige General der Reserve erklärte in einer schriftlichen Mitteilung, er habe Bolsonaro seit dessen Amtsantritt im Januar 2019 stets loyal gedient. Auch der Austausch der anderen Ministerposten kam für Beobachter völlig überraschend.

Wachsende Kritik an Bolsonaro

Bolsonaro war vor rund einer Woche unter Druck geraten, als Brasilien erstmals über 3.000 Corona-Tote in 24 Stunden registrierte und der Präsident der Abgeordnetenkammer, Arthur Lira, den Ton - auch mit Blick auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten - verschärfte.

Erst Mitte März hatte Bolsonaro zum wiederholten Male seinen Gesundheitsminister ausgetauscht - Marcelo Queiroga wurde mit dem Amt betraut und ist bereits der vierte Politiker an der Spitze dieses Ressorts in der Amtszeit Bolsonaros.

Brasilien schwer von Covid-19 getroffen

Brasilien ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen, Bolsonaro verharmloste von Beginn an die Gefahren von Covid-19. In keinem Land sterben derzeit täglich so viele Menschen an den Folgen der Krankheit wie in Brasilien. Vor wenigen Tagen überschritt die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 300.000.

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