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Forderung nach Amtsenthebung - Brasilianer demonstrieren gegen Bolsonaro

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Mehr als 200.000 Menschen sind in Brasilien durch das Coronavirus gestorben. Das treibt Tausende Demonstrierende auf die Straße. Ihre Forderung: die Amtsenthebung des Präsidenten.

Demonstraten beteiligen sich an einem Protest gegen den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro und seinen Umgang mit der Corona-Pandemie.
Demonstranten beteiligen sich an einem Protest gegen den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro und seinen Umgang mit der Corona-Pandemie.
Quelle: Reuters

In Brasilien haben den zweiten Tag in Folge Tausende für eine Amtsenthebung des Präsidenten Jair Bolsonaro demonstriert. Der 65-Jährige steht wegen des Umgangs seiner Regierung mit der Corona-Pandemie in der Kritik.

In Brasilien sind mehr als 216.000 Menschen Covid-19 zum Opfer gefallen. Nur in den USA starben noch etwa 200.000 Menschen mehr als in Brasilien, das in absoluten Zahlen bei den Corona-Todesfällen damit weltweit an zweiter Stelle steht.

Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von Corona betroffenen Länder. In den Krankenhäusern fehlt Sauerstoff, herrscht Chaos. Und trotzdem sind die Strände teils brechend voll.

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Demonstrierende fordern Amtsenthebung

Hupende Autos fuhren in langen Konvois durch die Straßen von Rio de Janeiro, Sao Paulo und Dutzender weiterer Städte. Weitere Demonstranten waren zu Fuß unterwegs und forderten die Absetzung des Präsidenten.

Als Bolsonaro angetreten sei, sei er wegen seiner Vorschläge gewählt worden, die interessant gewesen seien, "aber die Situation mit der Pandemie jetzt ist schrecklich", sagte die 66-jährige Meg Fernandes, die sich am Sonntag in Rio auf die Straße wagte.

Eine Demonstrantin zeigt ihre rot gestrichenen Hände.
Eine Demonstrantin zeigt ihre roten Hände, die das Blut der mehr als 200.000 Todesfälle darstellen soll.
Quelle: AP

Proteste von konservativen und linken Gruppen

Zu den Protesten am Sonntag hatten konservative Kreise aufgerufen, die Bolsonaro ursprünglich unterstützt hatten. Am Samstag stammten die Demonstrationsaufrufe von linken Gruppen.

Der Politik-Analyst Thomaz Favaro erklärte, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bolsonaro sei unwahrscheinlich. Dies könne sich aber nach Unterhaus-Wahlen am 4. Februar ändern, sollten dort Bolsonaros Verbündete unterliegen.

In der Amazonasmetropole Manaus haben sich die täglichen Todesfälle innerhalb des letzten Monats fast verzehnfacht. Betroffene flehen um Hilfe und Einlass in Krankenhäuser – oft vergeblich, wegen zu wenig Behandlungsplätzen und fehlendem Sauerstoff.

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