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Frage nach Ursachen - Großbritannien: Benzinkrise und Brexitdebatte

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Weil Großbritanniens Tankstellen der Sprit ausgeht, soll nun sogar die Armee aushelfen. Bei der Debatte über die Ursachen wird ein Thema jedoch fast als Tabu behandelt.

Autofahrer stehen an einer Tankstelle in einer Schlange, um zu tanken
Großbritannien kämpft mit massiven Versorgungsengpässen. Schuld daran sei laut Regierung aber nicht der Brexit.
Quelle: dpa

Kilometerlange Staus an Tankstellen und verzweifelte Menschen, die nicht an ihren Arbeitsplatz oder nach Hause kommen: Die Kraftstoffkrise in Großbritannien dominiert weiter die Schlagzeilen in dem Land. Nun könnte sogar die Armee aushelfen.

Wie die Regierung in der Nacht zum Dienstag mitteilte, werden Lastwagenfahrer aus der Truppe darauf vorbereitet, Tankstellen zu beliefern. Hintergrund für die Krise ist nämlich nicht der Mangel an Kraftstoff, sondern dass er nicht am richtigen Ort ist.

Um der Krise entgegenzusteuern, will die Regierung Tausende Visa für EU-Trucker vergeben - und notfalls die Armee einsetzen.

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Hamsterkäufe, Güterknappheit und erschwerte Arbeitsbedingungen

In Großbritannien fehlen schätzungsweise rund 100.000 Lastwagenfahrer - und das führte bereits in anderen Bereichen zu Engpässen, beispielsweise blieben teilweise Supermarktregale leer. Doch fehlende Sandwiches hatten bei weitem nicht die gleichen Auswirkungen wie die Krise an der Zapfsäule.

Nachdem in der vergangenen Woche einige Tankstellen-Filialen wegen der Versorgungsprobleme geschlossen wurden, versuchten viele Menschen noch einmal vollzutanken - und verschlimmerten die Lage massiv. Nun klagen Ärzte und Pfleger, dass sie nicht zu ihren Patienten kommen. Handwerker fürchten um ihre Aufträge.

Boris Johnson propagierte: Nach dem Brexit solle alles besser werden.

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Britische Regierung macht Corona für Chaos verantwortlich

Der Regierung zufolge liegt die Wurzel des Übels vor allem an der Corona-Pandemie und einem Rückstau an ausgefallenen Fahrprüfungen. Zwar deutete Verkehrsminister Grant Shapps an, dass auch der Brexit eine Rolle spielen könne - auf der anderen Seite, betonte er, habe der EU-Austritt dem Land erst möglich gemacht, die Regeln für Fahrprüfungen zu vereinfachen.

Glaubt man der Regierung in London, ist der Mangel an Lkw-Fahrern ein globales Problem und in Ländern wie Polen noch deutlich schlimmer. In Polen sind jedoch keine ähnlichen Schwierigkeiten zu beobachten. Tatsächlich wird das Thema Brexit inzwischen mit spitzen Fingern angefasst. Weder die Regierung noch die Opposition scheinen sonderlich interessiert daran, eine Debatte über den Zusammenhang zwischen dem Austritt aus dem Binnenmarkt und wirtschaftlichen Verwerfungen im Land führen zu wollen.

Adonis nennt Brexit "Lord Voldemort der britischen Politik"

Brexit-Gegner Andrew Adonis, der für die Labour-Partei im Oberhaus sitzt, sprach bereits in Anlehnung an den Bösewicht der Harry-Potter-Romane, dessen Name als Tabu gilt, vom "Lord Voldemort der britischen Politik".

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Labour-Chef Keir Starmer hält sich inzwischen mit Brexit-Kritik zurück. Er darf in dieser Hinsicht wohl als gebranntes Kind gelten. Starmer hatte sich während der Brexit-Gespräche vehement für ein zweites Referendum eingesetzt und wollte den EU-Austritt rückgängig machen. Doch das spielte letztlich den Brexit-Hardlinern um Boris Johnson in die Hände, die den Sozialdemokraten in deren traditionellen Hochburgen im Norden Englands die überwiegend vom Brexit begeisterte Wählerschaft abspenstig machten.

Scholz macht Brexit für Fahrermangel verantwortlich

Keine Hemmungen, das Thema Brexit mit dem Fahrermangel in Verbindung zu bringen, hatte hingegen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Man habe ja versucht, die Briten vom Austritt abzuhalten, sagte er gegenüber einem britischen Journalisten.

Die hätten sich aber anders entschieden. Nun hoffe man, dass sie mit den daraus entstandenen Problemen zurechtkämen.

Lieferprobleme in Großbritannien - London vergibt Visa für Tausende Lkw-Fahrer 

Die britische Wirtschaft leidet unter Lieferproblemen - dem Land fehlen Zehntausende Lastwagenfahrer. Die Sorge vor einem kargen Weihnachtsfest wächst. London will gegensteuern.

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