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Europäische Union ohne Briten - Einfacher wird nichts

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Jetzt, da die Briten endlich weg sind, kann es doch vorangehen mit Europa. Wahrscheinlicher aber ist, dass am Morgen nach dem Brexit Europas Probleme noch genau dieselben sind.

Kommentar: Anne Gellinek - Brexit - EU
Kommentar: Anne Gellinek - Brexit - EU
Quelle: ZDF/AP

Der Abschied war tränenreich, herzerwärmend und ein bißchen theatralisch.

Die Briten treten aus, sie kommen nicht zurück und werden stattdessen die Europäische Union noch weitere 11 Monate beschäftigen mit den Verhandlungen über ein fast unmögliches Freihandelsabkommen. Am Ende kann immer noch der harte Brexit stehen, die EU hat also allen Grund zu heulen.

EU packt demonstrativ andere Themen an

Und doch will Europa den Brexit hinter sich lassen, jetzt endlich nach vorn schauen. Demonstrativ ziehen sich die Spitzen der EU zu einer Klausur zur "Zukunft Europas" zurück, um über die großen Linien und den Klimaschutz, den 7-jährigen EU-Haushalt,  die gemeinsame Asylpolitik nachzudenken.

Austritt der Briten wird Lücke reißen

Jetzt, da die Briten, die ewigen Bremser, Rabattquengler, Geizkragen und Eurofeinde endlich weg sind, kann es doch vorangehen mit Europa. Wahrscheinlicher aber ist, dass am Morgen nach dem Brexit Europas Probleme noch genau dieselben sind:

Es war angenehm für Angela Merkel, sich hinter dem britischen NO zu mehr Geld für den EU-Haushalt zu verstecken, jetzt müssen die Deutschen Farbe bekennen. Waren die Briten bislang ein drittes Schwergewicht neben Frankreich und Deutschland, offenbart ihr Weggang nun noch deutlicher die Schwächen des deutsch-französischen Tandems. Die Briten werden der EU fehlen als Verfechter einer ehrgeizigen Klimaschutzpolitik und eines liberalen Wirtschaftssystems. Schon fürchten die Nordländer, dass sich die Gewichte Richtung Südländer verschieben könnten, von einer Union der Sparer zu einer Union der Spendierer.

Trotz vermeintlicher Erfolge - Probleme bleiben

Ob Eurozonenbudget, gemeinsame Flüchtlingspolitik oder die Sorge um die Rechtsstaatlichkeit: nichts wird leichter nach dem Brexit.

Sicher, die EU 27 haben bislang während der Austrittsverhandlungen zusammengehalten, der Appetit für weitere EU-Austritte scheint verschwunden und ja, die Blockade zur militärischen Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsländer hat sich gelockert.

Aber der Berg an ungelösten EU-Problemen, von denen man einige so schön auf die blockierenden Briten schieben konnte, der - bleibt.

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