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David Frost : Britischer Brexit-Minister tritt zurück

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Nächster Tiefschlag für Englands Premier Boris Johnson: Sein ihm nahestehender Brexit-Minister David Frost tritt zurück. Begründung: der derzeitige Corona-Kurs der Regierung.

David Frost am 24.02.2021 in London
Hadert mit so mancher politischen Entscheidung der britischen Regierung: Der bisherige Brexit-Minister David Frost hat seinen Rücktritt eingereicht.
Quelle: Reuters

Der britische Brexit-Minister David Frost hat seinen Rücktritt erklärt. In einem Brief an Premierminister Boris Johnson schrieb der für die Beziehungen zur EU zuständige Minister am Samstag, er habe beschlossen, "mit sofortiger Wirkung" zurückzutreten, nachdem die Nachricht von seinem eigentlich erst im Januar geplanten Rücktritt bekannt geworden sei.

Rücktritt war ohnehin geplant - für Januar

"Es ist enttäuschend, dass dieser Plan heute Abend bekannt geworden ist, und unter den Umständen halte ich es für richtig, schriftlich meinen sofortigen Rücktritt zu erklären", zitierte die Nachrichtenagentur PA aus dem Brief. Johnson bedauerte den Schritt und schrieb, Frost solle stolz auf seine historischen Dienste für die Regierung sein.

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Frost schrieb weiter: "Der Brexit ist jetzt abgesichert." Aber: "Die Herausforderung für die Regierung besteht nun darin, die Chancen zu nutzen, die er uns bietet." Er habe "Bedenken über die derzeitige Richtung des Weges". Er sei traurig, dass sich die Aufhebung der Covid-Beschränkungen nicht wie versprochen als "unumkehrbar" erwiesen hätten. Der Aufbau einer neuen Beziehung zur EU werde eine "langfristige Aufgabe" sein.

Ich hoffe, dass wir bald wieder auf den richtigen Weg kommen.
David Frost

Der "Mail on Sunday" zufolge soll der Brexit-Minister seinen Rücktritt bereits vor rund einer Woche eingereicht haben. Johnson habe ihn aber überredet, noch bis Januar in seinem Amt zu bleiben. In den Gesprächen zwischen Großbritannien und der EU über die umstrittenen Brexit-Regeln für Nordirland waren beide Seiten zuletzt aufeinander zugegangen.

Frost frustriert über Corona-Entscheidungen der Regierung

Dem Bericht zufolge soll der Abschied mit Frust über jüngste politische Corona-Entscheidungen der Regierung zusammenhängen. Dazu soll unter anderem die Einführung der besonders umstrittenen 3G-Nachweise (geimpft, genesen oder getestet) für Clubs und Großveranstaltungen gehören.

Deshalb hatten letzte Woche fast 100 konservative Abgeordnete Johnson ihre Stimme verweigert. Auch die höheren Ausgaben für den Weg zur Klimaneutralität sowie Steuererhöhungen sollen Frost ein Dorn im Auge sein.

In vielen Ländern breitet sich die neue Covid-Variante aus. Großbritannien gilt ab Montag als Virusvariantengebiet und auch die Niederlande befinden sich in einem harten Lockdown.

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Frost, der auch Mitglied im britischen Oberhaus ist, hatte mit seinem französischen Gegenüber Michel Barnier, der die EU vertrat, im vergangenen Jahr in letzter Minute den Brexit-Handelspakt ausgehandelt. Dieser ermöglicht auch nach dem Austritt des Landes aus der Europäischen Union weitgehend zollfreien Handel zwischen Großbritannien und der EU. Allerdings gibt es weiterhin viele Hürden, Probleme und Streitpunkte.

Druck auf Johnson nimmt zu

Frosts Rücktritt verschärft die Krise für den von Skandalen umwitterten Regierungschef Boris Johnson. Vergangene Woche hatte seine Tory-Partei bei einer Nachwahl im konservativen Kernland North Shropshire eine heftige Niederlage kassiert. Das Ergebnis löste Schockwellen in der Tory-Partei aus.

Großbritanniens Premierminister steht wegen zahlreicher Skandale, u.a. wegen angeblicher Weihnachtsfeiern inmitten des Teillockdowns 2020 in der öffentlichen Kritik.

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Darüber hinaus schlittert das Land durch die Omikron-Variante in die bisher größte Infektionswelle seit Ausbruch der Corona-Pandemie hinein. Doch für harte Corona-Maßnahmen fehlen dem Premier zunehmend die Unterstützung der eigenen Partei und - angesichts immer neuer Berichte über Lockdown-Verstöße in der Regierung - auch die moralische Autorität.

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Die Corona-Zahlen schießen in Großbritannien in die Höhe. Experten raten zu harten Gegenmaßnahmen, doch Premier Johnson ist wohl politisch zu geschwächt, um auf sie zu hören.

von Yacin Hehrlein
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