Sie sind hier:

Brexit-Folgen - Britische Verbände wollen Nachverhandlungen

Datum:

Eineinhalb Wochen nach dem Austritt aus Binnenmarkt und Zollunion zeigen sich erstmals konkrete Folgen des Brexit. Britische Verbände fordern bereits Nachverhandlungen mit der EU.

LKW stehen an der Zollkontrolle in Dover (Archivbild)
Die britische Regierung warnt vor Behinderungen" im Warenverkehr, auch im Hafen von Dover (Archivbild)
Quelle: epa

Rund eineinhalb Wochen nach dem endgültigen Austritt Großbritanniens aus der Zollunion und dem Binnenmarkt der EU werden Forderungen nach Nachverhandlungen mit Brüssel über den Handelspakt laut.

Für Schwierigkeiten sorgen besonders Vorschriften zu Zöllen und zur Lebensmittelsicherheit sowie zur Mehrwertsteuer bei grenzüberschreitendem Handel.

Es herrscht Unsicherheit über die Bestimmungen

Aus Unsicherheit über die Bestimmungen oder wegen des Mehraufwands stellten Unternehmen den Handel zwischen Großbritannien und der EU teilweise schlicht ein - darunter Exporteure von Fisch, ein Paketdienstleister und Modeketten.

Besonders Nordirland ist stark betroffen. Dort gab es Klagen über leere Supermarktregale. Nordirland ist zwar Teil des Vereinigten Königreichs, wird aber laut Austrittsabkommen nach den Regeln der EU-Zollunion und des Binnenmarkts behandelt.

Damit soll eine harte Grenze zum EU-Mitglied Republik Irland und ein Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts verhindert werden.

Zwischen Frankreich und Großbritannien geht der Warenverkehr weiter - auch nach dem Brexit. Doch es gibt viele neue Herausforderungen auf beiden Seiten der Grenze.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Verbände dringen auf Brexit-Nachverhandlungen mit der EU

Britische Unternehmensverbände hoffen nun auf weitere Verhandlungen zwischen Brüssel und London, um den Schwierigkeiten Herr zu werden. "Wo es Probleme gibt, wird es weitere Gespräche geben müssen", sagte der Chef des britischen Lebensmittelhandelsverbands Food and Drink Federation dem "Observer" am Sonntag.

Der Geschäftsführer des Industrieverbands Make UK sagte dem Blatt, selbst Zollexperten mit 30 Jahren Erfahrung seien "verblüfft" darüber, was die neuen Bestimmungen bedeuteten. Er sieht schlimmstenfalls jahrelange Verhandlungen anstehen.

Brexit - Symbolbild

Nachrichten | Thema - "Brexit is done" - und jetzt? 

Großbritannien ist raus aus der EU: Wie geht es nach dem Brexit weiter? Was macht der britische Premier Boris Johnson? Alles zum Brexit hier.

Erst an Heiligabend hatten sich Großbritannien und die EU geeinigt

London und Brüssel hatten sich erst an Heiligabend auf einen Handelspakt geeinigt, der an Neujahr in Kraft trat. Premierminister Boris Johnson hatte von einem "fantastischen" Deal geschwärmt, der keinerlei Handelshemmnisse mit sich bringen werde.

Doch von Zöllen befreit sind nur Waren, die in Großbritannien hergestellt oder dort veredelt wurden. Viele Produkte wie Kleider britischer Modeketten, die in Asien genäht werden, fallen nicht darunter. Auch nicht Lebensmittel, die in der EU produziert wurden und in Großbritannien abgepackt werden.

Dazu kommt, dass für alle Waren nun aufwendige Zollerklärungen und teilweise Zertifikate über die Produktsicherheit notwendig sind.

Männer unter Regenschirmen mit dem Aufdruck der britischen Flagge

Corona-Jahr in Großbritannien - Von Versprechen und Versagen 

In Krisensituationen wachsen manche über sich hinaus, andere erweisen sich als überfordert. Das Corona-Jahr in Großbritannien hat sehr genau erkennen lassen, wer da wo steht.

von Andreas Stamm, London

Warenverkehr könnte bald vor erheblichen Behinderungen stehen

Der britische Staatsminister Michael Gove warnte deshalb bereits vor "erheblichen zusätzlichen Behinderungen" im Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU in den kommenden Wochen. Das werde vor allem den Hafen von Dover betreffen, wo täglich Tausende Lastwagen von Fähren ins französische Calais und andersherum befördert werden, so Gove.

Bislang war das Verkehrsaufkommen im neuen Jahr an der wichtigsten Handelsroute des Landes erheblich geringer als üblich. Viele Unternehmen hatten bereits vor dem Ende der Brexit-Übergangsphase zum Jahreswechsel ihre Lagerbestände erhöht. Doch nun wird erwartet, dass der Handel wieder anzieht und damit die Probleme wachsen.

Am ersten Werktag nach dem Brexit hat es keine Probleme mit dem Grenzverkehr zwischen Calais und Dover gegeben. Der Hafen von Calais rechnet mit zunehmendem Verkehr.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Vor Weihnachten war es zu langen Staus gekommen

Der Hafen von Dover teilte mit, der Verkehr über den Ärmelkanal laufe derzeit reibungslos. Das Aufkommen sei im Januar stets geringer als sonst. Doch viele Unternehmen halten ihre Lastwagen wohl schlicht zurück, weil die notwendigen Papiere nicht vorliegen.

Hinzu kommt, dass europäische Logistikfirmen damit zögern, ihre Lkw auf die Insel zu schicken, nachdem es kurz vor Weihnachten zu langen Staus gekommen war, als Frankreich wegen einer neuen Virusvariante in England seine Grenzen komplett zumachte.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.