Krim-Brücke: Moskau fasst acht Verdächtige - Kiew: "Unsinn"

    Nach Explosion:Krim-Brücke: Russland nimmt Verdächtige fest

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    Nach der heftigen Explosion auf der Krim-Brücke am letzten Samstag hat Moskau acht Verdächtige festgenommen. Kiew allerdings weist die Ermittlungen zurück. Das sei alles "Unsinn".

    Die ukrainische Führung weist die russischen Ermittlungen zur Explosion auf der Krim-Brücke zurück. Die gesamte Tätigkeit des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und des Untersuchungsausschusses seien Unsinn, sagt Andrij Jussow, der Sprecher des Innenministeriums in Kiew, dem ukrainischen Sender Suspilne zufolge.

    Kiew: FSB dient nur Putin-Regime

    FSB und Untersuchungsausschuss dienten nur dem Putin-Regime, sagt Jussow mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. "Daher werden wir ihre nächsten Äußerungen definitiv nicht kommentieren."
    Laut FSB war die Explosion auf der Brücke von der Hauptgeheimdienstabteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums organisiert worden. Zuvor waren offenbar acht Personen festgenommen worden.

    Zum derzeitigen Zeitpunkt sind im Zusammenhang mit dem Strafverfahren fünf russische Staatsbürger und drei Staatsbürger aus der Ukraine und Armenien festgenommen worden.

    Pressedienst, russischer Geheimdienst FSB

    Das teilte der Pressedienst des russischen Geheimdienstes FSB der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit.

    FSB: Hinter Anschlag steckt ukrainischer Geheimdienst

    Der Anschlag sei vom ukrainischen Militärgeheimdienst organisiert worden, berichtete der FSB weiter. Namentlich wird dessen Chef Kyrylo Budanow als Organisator genannt.
    Der Sprengstoff für den Anschlag sei in Plastik-Filmrollen versteckt gewesen, die den ukrainischen Hafen Odessa im August verlassen und durch Bulgarien, Georgien und Armenien nach Russland gelangt seien.

    Die Brückenanlage zur Krim ist eine der längsten Europas.
    Quelle: AP

    Mit 19 Kilometern Länge gilt die Krim-Brückenanlage als längstes Bauwerk Europas. Kremlchef Putin hatte sie selbst 2018 eröffnet. Passagierzüge rollen seit Ende 2019, Güterzüge seit Sommer 2020 über die Brücke.

    Am Samstagmorgen hatte eine Explosion die 19 Kilometer lange Brücke erschüttert, die Russland und die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim verbindet.
    Dabei wurde rund siebeneinhalb Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine das für Russland strategisch und symbolisch wichtige Bauwerk schwer beschädigt. Offiziellen Angaben aus Moskau zufolge starben vier Menschen.
    Paräsident Wladimir Putin hatte bereits einen Tag später die Ukraine beschuldigt, einen Terroranschlag verübt zu haben.
    Seit Wochenbeginn bombardiert Russland nun massiv Kiew und andere ukrainische Städte. Dies gilt als Antwort auf die Explosion an der Brücke. Die ukrainische Seite hat die Zerstörungen an der Brücke zwar gefeiert, offiziell jedoch nicht die Verantwortung für den mutmaßlichen Anschlag übernommen.
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    Quelle: dpa, AFP

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