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Bundesinnenministerium - Rechtsextremes Netzwerk "Combat 18" verboten

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Lange wurde es gefordert, nun hat das Bundesinnenministerium das Neonazi-Netzwerk "Combat 18" verboten. Es hat zwar nicht viele Mitglieder, gilt aber als sehr radikal.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die rechtextreme Gruppe „Combat 18 Deutschland“ verboten. Sie sei rassistisch, antisemitisch und fremdenfeindlich ausgerichtet, so die Begründung.

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Die Polizei durchsuchte am Morgen mehrere Objekte in sechs Bundesländern: in Thüringen, Hessen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Schwerpunkte der Aktion waren Thüringen und NRW. Stanley R., der als Rädelsführer und wichtige Figur in der Szene gilt, wurde den Angaben zufolge von der Polizei in Thüringen an seinem Arbeitsplatz angetroffen und zu seiner Wohnung gebracht, die durchsucht wurde.

"Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz", twitterte Steve Alter, Sprecher des Bundesinnenministeriums zur Begründung des Verbots.

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Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden richtet sich "Combat 18" gegen die verfassungsmäßige Ordnung, "da sie mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt ist". Die Vereinigung zählt nach ihrer Einschätzung bundesweit 20 Mitglieder. Die gewaltbereite rechtsextreme Organisation gilt als bewaffneter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour" (Blut und Ehre). Sie hat ihren Ursprung in Großbritannien und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv.

Der Innenexperte der Grünen im Bundestag, Konstantin von Notz, nannte den Schritt "lange, lange überfällig". "Und es bleibt ein Rätsel, warum er nicht vor vielen Jahren erfolgte", schrieb der Vizefraktionschef bei Twitter.

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Ähnlich äußerte sich auch die Innenexpertin der Linkspartei, Martina Renner, auf Twitter. Das Verbot sei lediglich ein "symbolischer Schlag gegen die rechte Szene. Mehr nicht", schrieb die Bundestagsabgeordnete und Vizeparteivorsitzende. Das Verbot habe sich über mehr als ein halbes Jahr abgezeichnet. "Genug Zeit für die militante Neonazi-Gruppierung, Waffen, Finanzunterlagen bei Seite zu schaffen und Kommunikation zu löschen."

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Wer "Combat 18" ist

Die Zahl "18" ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet, also A und H - die Initialen von Adolf Hitler. Symbol der Gruppe, die sich auf einen "Rassenkrieg" vorbereitet, ist der Drache. Neonazis, die sich "Combat 18" zugehörig fühlen, tragen häufig schwarze T-Shirts oder Jacken mit der Aufschrift "C 18".

Diese Symbole und Abkürzungen dürfen nach dem Verbot nicht mehr verwendet werden. Das gilt auch für das Motto der Gruppe: "Brüder schweigen - whatever it takes". Gegen die Verbotsverfügung kann die Gruppe binnen eines Monats Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einreichen.

Was ein Verbotsverfahren in den vergangenen Jahren erschwert hatte, ist das von "Combat 18" propagierte Konzept des "führerlosen Widerstands" weitgehend autonomer Zellen - auch wenn die Gruppen vernetzt und nach festgelegten gemeinsamen Richtlinien handeln. Geldquelle und Gelegenheit zum Kontakt sind Rechtsrock-Konzerte.

Dokumentation "Rechtsrock in Deutschland - Das Netzwerk der Neonazis".

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Verbot schon lange gefordert

Rufe nach einem Verbot der Gruppe und weiterer rechtsextremer Vereinigungen gibt es schon lange. Eine neue Dringlichkeit haben sie nach dem Attentat auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erhalten, bei dem ein rechtsterroristischer Hintergrund vermutet wird. Der CDU-Politiker war im vergangenen Juni auf der Terrasse seines Hauses aus nächster Nähe erschossen worden.

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Haupttatverdächtiger ist Stephan E., der den Behörden wegen seiner Neonazi-Vergangenheit bekannt war. "Combat 18" hatte sich danach in einem von den Sicherheitsbehörden als echt eingestuften Video von E. distanziert. Es wird erwartet, dass in den kommenden Monaten noch weitere Verbote ausgesprochen werden.

Keine Mitgliedschaft in einer Gruppe ist für den rechtsterroristischen Attentäter von Halle bekannt. Er hatte im vergangenen Oktober zwei Menschen getötet, nachdem er vergeblich versucht hatte, gewaltsam in eine voll besetzte Synagoge einzudringen.

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