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186 Millionen Euro für externe Berater

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Kanzleramt und Bundesministerien - 186 Millionen Euro für externe Berater

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Inwieweit ist die Bundesregierung auf zusätzliche Expertise von Beratern angewiesen? Und wieviel Geld wurde im ersten Halbjahr 2020 für Wissen von außen ausgegeben?

Ministerpräsidentenkonferenz
Quelle: dpa

Mehr als 20.000 Menschen arbeiten im Kanzleramt und den Bundesministerien. Muss man da noch Millionen für Sachverstand von außen ausgeben? Die Meinungen gehen seit Jahren weit auseinander. Mindestens 186,1 Millionen Euro hat die Bundesregierung im ersten Halbjahr für externe Berater ausgegeben.

Innenministerium ist Spitzenreiter

Spitzenreiter bei den Investitionen in Expertise von außen sind:

  • Innenministerium mit 79,8 Millionen Euro
  • und das Finanzministerium mit 48,2 Millionen Euro.
  • Dahinter folgen das Gesundheitsministerium mit 16,3 Millionen
  • und das Verkehrsressort mit 16,0 Millionen.
  • Das Verteidigungsministerium gibt dagegen als einziges Ressort an, von Januar bis Juni gar kein Geld für Berater ausgegeben zu haben.

Die Zahlen gehen aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfragen des Linken-Abgeordneten Matthias Höhn hervor, die der Deutschen Prese-Agentur vorliegt.

Einholen von Expertise von außen ist umstritten

Das Engagement von Unternehmensberatern und anderen Experten von außen durch die Bundesregierung ist hoch umstritten. Kritiker meinen, dass der Einkauf von Sachverstand zu teuer und angesichts der mehr als 20.000 Mitarbeiter in den Ministerien auch nicht zwingend notwendig sei. Zudem wird zu großer Einfluss auf die Regierungsarbeit befürchtet.

Befürworter versprechen sich dagegen in ganz unterschiedlichen Bereichen einen Mehrwert durch den Blick von außen oder setzen Experten für Spezialaufgaben ein, für die keine festen Mitarbeiter benötigt werden.

Vergleich mit Vorjahreszeitraum nicht möglich

Ein Vergleich der neuen Zahlen zum Vorjahreszeitraum ist nicht möglich, da 2019 bei der Erfassung andere Kriterien angelegt wurden. So erklärt sich auch, dass das Verteidigungsministerium im ersten Halbjahr 2019 mit Ausgaben von 154,9 Millionen Euro für "Beratungs- und Unterstützungsleistungen" Spitzenreiter in der Statistik war, und in diesem Jahr als einziges Ministerium 0 Euro für die ersten sechs Monate angab.

Der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn nannte die Angaben des Verteidigungsministeriums "unglaubwürdig":

Die Bundesregierung versucht die Öffentlichkeit irrezuführen, indem sie die wahren Beraterkosten unter Verschluss hält.

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu Ausgaben des Verteidigungsministeriums

Mit dem Einsatz von Beratern im Verteidigungsministerium unter Leitung der heutigen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich bereits ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss befasst. Es ging dabei um Vorwürfe von unkorrekter Auftragsvergabe bis hin zu Vetternwirtschaft.

FDP, Grüne und Linken kamen in ihrer Bewertung der Ausschussarbeit zu dem Ergebnis, dass durch Fehlverhalten im Ministerium ein finanzieller Schaden in Höhe eines höheren zweistelligen Millionenbetrags entstanden sei.

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