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30 Jahre Deutsche Einheit - Scholz: "Wir sind ein Land, das ist geglückt"

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Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung haben Abgeordnete im Bundestag die Leistungen der Ostdeutschen gewürdigt. Minister Scholz nannte die Einheit eine "Erfolgsgeschichte".

In der Bundestagsdebatte zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung haben die Abgeordneten die Erfolge der Deutschen Einheit gewürdigt. Es bleibe aber noch viel zu tun.

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Die Abgeordneten im Bundestag haben an die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 und die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten erinnert. Alle Redner würdigten die Leistung und den Mut der DDR-Bürger, die sich ihre Freiheit in einer friedlichen Revolution erkämpften. Thematisiert wurden auch die weiterhin ungleichen Lebensverhältnisse.

Scholz: Können Zukunft nur miteinander gewinnen

Die Einheit "ist von unten gekommen, sie ist vom Volk erkämpft worden", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz. "Es ist ein demokratischer Akt in Deutschland, einer der seltenen in unserer Geschichte." Die Wiedervereinigung wäre aber nicht ohne die Einbindung der Bundesrepublik in die Europäische Union möglich gewesen, betonte er. Somit trage Deutschland für die EU eine "ganz besondere Verantwortung".

Der SPD-Politiker nannte die Deutsche Einheit eine "Erfolgsgeschichte", auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Es gebe aber noch viel zu tun, fügte er mit Blick auf die Unterschiede etwa bei Löhnen und Renten hinzu. Die Wiedervereinigung sei mit einem "riesigen ökonomischen Strukturbruch" verbunden gewesen. Es werde die nächsten Jahre noch weitere große Umbrüche geben, sagte er mit Blick auf die Kohle- und Autoindustrie. "Wir können die Zukunft nur miteinander gewinnen", betonte Scholz.

Wir sind ein Land, das ist geglückt.
Finanzminister Olaf Scholz, SPD

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) verwies darauf, dass die Menschen im Osten nach der Wende auch mit Fehlern und Rückschlägen zu kämpfen hatten. "Ich möchte mich ausdrücklich dafür entschuldigen, dass wir das im Westen vielleicht zu lange nicht gesehen haben."

Bartsch: Noch weiter Weg zu gleichen Lebensverhältnissen

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch nannte die Wiedervereinigung ein "historisches Glück". Vieles sei erreicht worden, "aber es wurden auch Fehler gemacht". Er wünsche sich "mehr Selbstbewusstsein der Ostdeutschen", denn sie hätten Grund, stolz zu sein.

Bartsch sagte, das Land und die Menschen seien in vieler Hinsicht zusammengewachsen. Allerdings sei es noch ein weiter Weg zu gleichwertigen Lebensverhältnissen. Die Deutsche Einheit sei "für uns alle eine Verpflichtung", mehr für die soziale Gleichheit zu tun.

Der Co-AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla wies ebenfalls auf Unterschiede bei Gehältern und Renten zwischen Ost und West hin. Die Wiedervereinigung bezeichnete er als "patriotischen Akt".

Göring-Eckardt: "Tatort" ohne Josef Liefers denkbar, aber sinnlos

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte, die Wiedervereinigung habe nicht nur den Osten, sondern auch den Westen verändert. Deutschland heute sei "freier, weltoffener und vielfältiger geworden". Sie erinnerte an die wirtschaftlichen und kulturellen Beiträge der Ostdeutschen im wiedervereinten Deutschland. Der "Tatort" - ohne den Ostdeutschen Jan Josef Liefers sei "denkbar, aber sinnlos".

FDP-Chef Christian Lindner lobte wie andere Redner den Freiheitsdrang und Mut der Menschen in der DDR,  trotz Stasi, Eingreiftrupps und Wasserwerfern auf die Straße gingen. Auch er kritisierte die ungleichen Lebensverhältnisse - Ziel müsse es sein, Ostdeutschland in den nächsten Jahren zu einem Zukunftsland zu machen.

Die zentralen Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit finden am Samstag in Potsdam statt, zu denen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet werden.

Silouette Deutschlands mit Flagge von BRD und DDR.

Nachrichten | Politik - Die große Ost-Bilanz 

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