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Fake-Firma vor Bundestagswahl - AfD will gegen Wahlkampf-Sabotage vorgehen

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Aktivisten vom "Zentrum für politische Schönheit" haben den AfD-Wahlkampf mit einer Fake-Firma gestört. Tonnen an Material wurden nicht verteilt. Die Partei will Anzeige erstatten.

Die AfD erhält viel Geld.
Flyer der AfD - die Partei fiel im Wahlkampf auf Aktivisten herein.
Quelle: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

Aktivisten vom "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) haben den AfD-Wahlkampf mit einer Fake-Firma gestört. Dafür haben sie den "Flyerservice Hahn" erfunden, der vorgab, Werbematerial zu verteilen.

Laut dem ZPS sollen 85 AfD-Verbände auf das Angebot hereingefallen sein. Sie sollen insgesamt 72 Tonnen Werbematerial an die fingierte Firma geschickt haben. Darunter fünf Millionen Flyer, knapp 19.500 Plakate, rund 4.700 Fähnchen und 3.700 Feuerzeuge.

Ausgeliefert wurde davon jedoch nichts. Das alleinige Ziel vom "Flyerservice Hahn": den AfD-Wahlkampf zu stören.

Die AfD habe ihre Stammwählerschaft, dennoch schmerzten die Verluste, sagt AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla. Das müsse die Partei analysieren.

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AfD: "Schaden für die Demokratie" 

Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla kritisierte das Vorgehen deutlich: 

Diese beispiellose Aktion trifft nicht nur die AfD. Hier ist bereits jetzt ein erheblicher Schaden für die Demokratie eingetreten.
Tino Chrupalla, AfD-Vorsitzender

Die AfD bereitet nun rechtliche Schritte vor: "Die Rechtsabteilung der Bundesgeschäftsstelle bereitet derzeit eine Strafanzeige vor, die dem Bundesvorstand am Freitag auf seiner Präsenzsitzung zur Unterschrift vorgelegt wird", teilte ein Sprecher ZDFheute mit.  

"Diese basiert auf den Vertragsunterlagen, E-Mail-Korrespondenzen und Fotos, die der Bundesgeschäftsstelle von den betroffenen Kreisverbänden und Mandatsträgern der AfD zu dem Sachverhalt bereits zugeleitet wurden und aktuell noch werden", so der Sprecher. 

AfD-Verbände in ganz Deutschland betroffen 

Wie viele AfD-Verbände auf den Service hereingefallen sind und wie viel Material verschickt wurde, konnte er noch nicht abschätzen. In einer Pressemitteilung vom Freitag hatte die Partei von mehr als einer Million Flyern gesprochen. 

Die Aktivisten vom ZPS bekannten sich am Dienstag erstmals öffentlich zu der Aktion. Auf einer Webseite sammeln sie nun Geld für etwaige Anwaltskosten, in einem Video heißt es: "Unser Auftraggeber ist extrem sauer und will uns auf Schadenersatz verklagen." 

In dem Video sind bundesweit betroffene Kreisverbände aufgeführt, darunter Kassel, Gotha, Gelsenkirchen, Bamberg, Worms und Trier.  

In Rheinland-Pfalz haben AfD-Kreis- und Ortsverbände rund 250.000 Flyer an die ominöse Firma geschickt, heißt es aus Parteikreisen. Man rechnet aber damit, dass man sich das Geld durch eine Schadenersatz-Klage wiederholen könne. 

Die AfD landet – trotz Verlusten – mit 10,3 Prozent wieder im Bundestag. Parteichef Meuthen sieht Fehler beim Führungsduo Weidel und Chrupalla.

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So lief die ZPS-Aktion ab 

Einige Wochen vor der Bundestagswahl sei das ZPS proaktiv auf AfD-Verbände zugegangen, um ihnen günstige Angebote für Verteil-Aktionen zu machen. Viele gingen darauf ein, empfahlen nach ZPS-Darstellung das Fake-Unternehmen sogar noch an Parteifreunde weiter. 

"Einige Wochen vor der Bundestagswahl bot ein "Flyerservice Hahn" der AfD ihre Dienste an und versprach, Flyer der AfD zur Bundestagswahl zu einem akzeptablen Preis in die Haushalte zu verteilen", lautet die Darstellung der AfD. 

Politikwissenschaftler: "Problematische Aktion" 

Der Politikwissenschaftler Joachim Behnke von der Zeppelin Universität Friedrichshafen sieht die Aktion kritisch:

Alle Parteien müssen die gleichen Chancen haben, auch im Wahlkampf. Keine Partei sollte in irgendeiner Form behindert werden. Ich schätze die Aktion deshalb als problematisch ein. 
Joachim Behnke, Politologe

Neben dem juristischen Nachspiel sieht Behnke noch einen weiteren Punkt: "Die AfD könnte sich durch diese Aktion zudem in ihrem Opfer-Narrativ gestärkt sehen." 

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