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Kommentar

Ampel-Gewinner Lindner - FDP öffnet sich für neue Machtoptionen

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Mit der Entscheidung für Ampel-Verhandlungen emanzipiert sich die FDP von der CDU. Die Partei öffnet sich für neue, strategische Machtoptionen - und ist so mächtig wie nie.

SPD, Grüne und FDP haben die Sondierung abgeschlossen und wollen über eine Ampel verhandeln. Alle drei machten Zugeständnisse. Der Kohleausstieg soll vorgezogen werden, es soll aber keine Steuererhöhungen und kein Aufweichen der Schuldenbremse geben.

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Es war ein Tiefpunkt. Es war eine Selbstverzwergung. Es war im Jahr 2013. Acht Jahre ist es her, da macht die FDP Werbung mit Angela Merkel. "Wer Merkel haben will, wählt FDP", so FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle wenige Tage vor der Wahl. Getrieben von der blanken Panik, aus dem Parlament zu fliegen. Letzte Rettung: Die Popularität der CDU-Kanzlerin.

Gerade junge FDP-Abgeordnete schämen sich. Nie wieder dürfe sich die FDP so an die CDU anbiedern, sagen sie damals. Aus dem Tiefpunkt von damals ziehen sie Konsequenzen, verändern ihre Partei: Verpassen ihr den Namen "Freie Demokraten", streichen sie Magenta an, nutzen Instagram statt Twitter. Und vor allem: Geben ihr ein eigenes Profil. Schwerpunkte: Bildung und Digitalisierung.

FDP erschließt neue Machtoptionen

Am 15. Oktober 2021 zahlt sich das aus. Heute ist die FDP angekommen. Die "Freien Demokraten" beschließen Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen. FDP-Chef Christian Lindner steht wie selbstverständlich neben SPD-Chef Norbert Walter-Borjans und nennt die Ampel eine "Modernisierungschance" für das Land. Der Unterschied zur Brüderle-FDP von 2013 könnte kaum größer sein.

Die Ampel ist vor allem eine Modernisierungschance für die FDP, eine neue Machtoption auf Bundesebene, zuvor erprobt auf Landesebene. Die jahrzehntelange Festlegung auf die CDU als natürlichem Koalitionspartner ist vorbei. Zumindest vorerst. Die neue Botschaft: Eine Bundesregierung ohne Union ist möglich. Das ist ein strategischer Coup, der die Parteienlandschaft endgültig neu ordnet und Lagerdenken überwindet.

Erfolgreiche Sondierungen - Das planen die Ampel-Parteien für Deutschland 

Fast drei Wochen nach der Wahl zeichnet sich eine künftige Ampel-Regierung ab. Worauf sich SPD, Grüne und FDP bei den Sondierungen geeinigt haben.

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Was die FDP alles durchgesetzt hat

In dieser Konstellation ist die FDP mächtig und durchsetzungsfähig. Den Grünen trotzt sie das Tempolimit ab. Der SPD den Mietenstopp. Und gegen beide verhindert sie die Vermögenssteuer. Christian Lindner wird zum Schattenkanzler der Ampel. All das sind Erfolge einer Partei, die ihren Wert kennt, die sich durchsetzen kann in dieser Konstellation. Und die weiß, dass sie neue Machtoptionen braucht, um zukunftsfähig zu sein.

Seit Jahren verteilt der Parteinachwuchs Kondome mit FDP-Logo auf dem Christopher Street Day. Auf Festivals verschenkt er Papier-Blättchen für Joints. Und auf WG-Partys freunden sich Junge Liberale längst mit der Grünen Jugend an. Die Erzählung, dass die FDP nachts von Armin Laschet träumt, bekommt Kratzer. Die strategische Zukunft der FDP ist bunt. Und Jamaika ist so 2017.

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