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Wahlkreise ausgezählt: SPD siegt - Die Bundestagswahl auf einen Blick

Datum:

Die SPD hat die Bundestagswahl 2021 vor CDU und CSU gewonnen. Nun kommt es auf FDP und Grüne an, mit wem sie künftig regieren wollen.

Wie sieht es nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zur Bundestagswahl aus?

Die SPD um Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Bundestagswahl 2021 gewonnen. Die Zahlen der Parteien im Überblick:

  • SPD: 25,7 Prozent (2017: 20,5 Prozent)
  • CDU/CSU: 24,1 Prozent (2017: 32,9 Prozent)
  • Grüne: 14,8 Prozent (2017: 8,9 Prozent)
  • FDP: 11,5 Prozent (2017: 10,7 Prozent)
  • AfD: 10,3 Prozent (2017: 12,6 Prozent)
  • Linke: 4,9 Prozent (2017: 9,2 Prozent)
  • Sonstige: 8,7 Prozent (2017: 5,0 Prozent)

Wie sieht die Sitzverteilung im neuen Bundestag aus?

Nach der Auszählung aller Wahlkreise wird der neue Bundestag erneut auf deutlich mehr als die vorgesehenen 598 Sitze kommen - mit folgender Verteilung:

Welche Koalitionen haben eine Mehrheit?

Möglich sind neben einer Großen Koalition gleich vier Dreier-Bündnisse:

Realistisch sind dagegen nur zwei Bündnisse: Eine Ampel oder Jamaika. Sowohl die SPD um Olaf Scholz als auch die Union um Armin Laschet beanspruchen eine Regierungsbildung für sich. Deshalb kommt es nun auf die Königsmacher FDP und Grüne an, mit wem sie regieren wollen.

[Wie die Parteien dabei inhaltlich zusammenpassen, können Sie in unserem Koalitionsnavi nachlesen].

Was bedeutet der Wahlausgang für SPD und Union?

Die Sozialdemokraten haben nicht nur die meisten Wählerinnen und Wähler überzeugen können. Sie gewinnen nach der aktuellen Hochrechnung auch im Vergleich zur letzten Wahl Stimmanteile hinzu (Ergebnis 2017: 20,5 Prozent). "Ich finde, das Wahlergebnis ist sehr eindeutig", sagte Scholz im heute journal. "Die SPD hat diese Wahl gewonnen."

Es gebe zwar keine Verpflichtung, für ihn als Kanzler zu stimmen. Aber, so Scholz:

Die Bürgerinnen und Bürger wollen nicht, dass die CDU die nächste Regierung führt.
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz

Tatsächlich ist die Union um Kanzlerkandidat Armin Laschet eindeutiger Wahlverlierer. Zwar konnten CDU und CSU im Vergleich zum letzten Politbarometer noch leicht zulegen. Im Vergleich zum letzten Wahlergebnis (32,9 Prozent) stürzt die Union jedoch regelrecht ab - und fährt ihr wohl historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl ein.

Laschet spricht dennoch von einem "klaren Auftrag" der Wählerinnen und Wähler. Eine Stimme für die Union sei eine Stimme gegen eine linksgeführte Bundesregierung.

Deshalb werden wir alles daransetzen, eine Bundesregierung unter der Führung der Union zu bilden.
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Was heißt das Ergebnis für Grüne und FDP?

Die Grünen dürften mit Blick auf den Wahlausgang gemischte Gefühle haben. Im Vergleich zu 2017 (8,9 Prozent) können sie zwar deutlich zulegen und fahren ein Rekordergebnis ein. Statt der kleinsten stellen sie im kommenden Bundestag zudem die drittgrößte Fraktion, eine Regierungsbeteiligung gilt als sehr wahrscheinlich.

Das sind erst einmal Erfolge. Doch es folgen zwei große "Aber":

  1. Umwelt und Klima wurden im letzten Politbarometer vor der Wahl am häufigsten - und mit Abstand - als aktuell wichtigste Probleme in Deutschland genannt. Geholfen hat es den Grünen offenbar kaum, obwohl viele Wählerinnen und Wähler ihnen beim Klimaschutz hohe Kompetenzwerte zuschreiben.
  2. Noch im Mai standen die Grünen mit Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in Umfragen bei 26 Prozent. Damals sah es so aus, als ob die Grünen die nächste Kanzlerin stellen könnten. Nun stehen die Grünen so schlecht da wie in keiner Sonntagsfrage seit August 2018.

Die FDP freut sich über ein zweistelliges Ergebnis - zum zweiten Mal in Folge, ein Novum in ihrer Geschichte. Gemeinsam mit den Grünen können die Liberalen entscheiden, wer in Zukunft regiert. Parteichef Christian Lindner sieht dabei die größten Gemeinsamkeiten in einer Jamaika-Koalition unter einem Kanzler Armin Laschet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dort Inhalte umsetzen können, ist größer als bei anderen Konstellationen.
FDP-Chef Christian Lindner

Dabei regt Lindner als erstes Gespräche zwischen FDP und Grünen an, um wichtige Punkte vorab zu klären. Es könne ratsam sein, dass die Parteien, die gegen den Status quo der Großen Koalition Wahlkampf gemacht hätten, zuerst miteinander sprächen.

Linke unter fünf Prozent, trotzdem im Bundestag

Dramatisch war der Wahlabend für die Linke. Die Partei riss nach Auszählung aller Wahlkreise die Fünf-Prozent-Hürde - und zieht trotzdem in den Bundestag ein, dank dreier Direktmandate in Berlin und Leipzig. Somit greift die sogenannte Grundmandatsklausel.

Der Parlamentarische Geschäftsführer, Jan Korte, spricht vor dem ZDF-Mikrofon Klartext: Das Ergebnis sei "katastrophal" und "beschissen". "Dass es so schlecht wird, hätte auch ich nicht für möglich gehalten." Spitzenkandidat Dietmar Bartsch macht dafür nicht den Wahlkampf, sondern "einige Fehler" in den letzten Jahren verantwortlich. "Die gilt es zu analysieren und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen."

Verluste gibt es auch bei der AfD, die im neuen Bundestag nicht mehr die drittgrößte Fraktion stellen und auch nicht mehr die größte Oppositionspartei sein dürfte.

[Warum haben die Deutschen so gewählt? Lesen Sie hier die Analyse zum SPD-Erfolg und dem Unions-Debakel.]

Welche Reaktionen gibt es aus den Parteien?

In der "Berliner Runde" von ARD und ZDF haben die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Parteien die ersten Hochrechnungen analysiert:

Sehen Sie die "Berliner Runde" hier in ganzer Länge.

Beitragslänge:
60 min
Datum:

Noch mehr Reaktionen der Parteien finden Sie hier:

Wer entscheidet wo die Direktmandate für sich?

In zahlreichen Wahlkreisen gab es spannende und prominente Duelle um die Direktmandate. So hat zum Beispiel ...

  • Olaf Scholz seinen Potsdamer Wahlkreis gegen Annalena Baerbock gewonnen.
  • SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach seinen Wahlkreis gegen die Laschet-Vertraute Serap Güler verteidigt.
  • Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) in seinem Wahlkreis gegen Ex-Biathlon-Weltmeister Frank Ullrich (SPD) verloren - und ist damit nicht in den Bundestag eingezogen.
  • Ex-Juso-Chef Kühnert seinen Wahlkreis Berlin-Tempelhof-Schöneberg gegen die frühere Bundesministerin Renate Künast gewonnen und zieht erstmals in Bundestag ein.
  • Oliver Krischer im Heimatwahlkreis Aachen I von Armin Laschet gewonnen. Laschet war aber nicht angetreten. Sein Parteifreund Rudolf Henke (CDU) musste sich gegen Krischer geschlagen geben.

Diese Karte zeigt, welche Partei das Direktmandat in Ihrem Wahlkreis für sich entscheiden konnte:

Wie hoch ist die Wahlbeteiligung?

Die Forschungsgruppe Wahlen rechnet mit einer etwas höheren Wahlbeteiligung als 2017:

Wie sind die anderen Wahlen ausgegangen - und welche Hintergründe lohnen sich noch?

Deutscher Bundestag mit Wahlkreiskarte und Balkendiagrammen
Grafiken

Live-Grafiken zur Bundestagswahl - Alle Ergebnisse aus Bund und Wahlkreisen 

Live-Ergebnisse zur Bundestagswahl: Welche Kandidierenden haben welchen Wahlkreis gewonnen? Welche Partei schneidet bundesweit und bei Ihnen vor Ort am besten ab?

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