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Altmaier bei "Lanz" - Laschets Rückzugsangebot "trauriger Moment"

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Wirtschaftsminister Peter Altmaier dankt Armin Laschet bei "Markus Lanz" für das "Angebot eines Rückzugs". Nun müsse sich die CDU personell und inhaltlich neu aufstellen.

Peter Altmaier am 17.06.2021
Wirtschaftsminister Peter Altmaier: Hätten uns alle eine erfolgreichere Wahl gewünscht. (Archivbild)
Quelle: dpa

"Spüren wir nicht alle den Wind der Veränderung, der uns ins Gesicht bläst", hatte Armin Laschet die Zuschauer des ersten TV-Triells gefragt. Und ihnen anschließend seine "Standhaftigkeit" versprochen. Nun, keine zwei Wochen nach der Wahl, musste Laschet diese Standhaftigkeit aufgeben. Am Donnerstagabend trat der CDU-Chef vor die Presse und sagte: "Das große Projekt Jamaika wird nicht am Personal scheitern, wird nicht an einzelnen Personen scheitern."

Diesen Satz ordnete kurze Zeit später Peter Altmaier (CDU) bei "Markus Lanz" so ein: "Es ist das Angebot eines Rückzugs." Und weiter: "Das ist ein trauriger Moment, weil wir uns alle gewünscht hätten, die Wahl erfolgreicher zu bestehen."

CDU-Chef Laschet hat überraschend eine Pressekonferenz abgehalten. Sein Ziel bleibe ein Bündnis von Union, Grünen und FDP - zur Not auch ohne ihn, wenn es dann besser laufe.

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Altmaier: Mit Laschet nicht in die Offensive gefunden

Man habe mit dem Kandidaten Laschet ein personelles Angebot gemacht. Aber: "Am Ende hat dieses Angebot nicht dazu geführt, dass wir in die Offensive gefunden haben", so Altmaier. Die Wähler hätten der Union bei der Wahl stattdessen klar gesagt, dass sie mit der personellen und inhaltlichen Aufstellung der Partei nicht einverstanden gewesen seien. Nun müsse sich die CDU neu aufstellen, um wieder die große Volkspartei der Mitte zu werden.

Armin Laschet hat heute den ersten Schritt gemacht, und das verdient Respekt und Anerkennung.
Peter Altmaier

Dass Laschet diesen Schritt aber erst nach Druck aus den eigenen Reihen ging, erwähnte Altmaier nicht. Kein Wunder: Er war der erste CDU-Politiker, der Laschet in Zugzwang brachte. Denn als Grüne und FDP verkündet hatten, dass sie erst mit der SPD sondieren wollten, hielten sie sich Jamaika als Option offen. Altmaier reagierte auf Twitter: "Soeben hat der Ampel-Zug den Bahnhof verlassen." Und weiter: "Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und zeigen, dass wir die Lektion vom 26.9. verstanden haben." Eine Forderung nach Konsequenzen also.

Armin Laschet will das Heft des Handelns in die Hand nehmen, so ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Nicole Diekmann: Er will führen. ZDF-Korrespondent Stefan Leifert in München sagt, je länger und größer das Machtvakuum, desto mehr Platz sei für Markus Söder.

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Altmaier: Habe Jamaika nicht beerdigt

Lanz wollte also wissen, warum Altmaier Jamaika ohne Not beerdigt habe. "Ich weiß nicht, wo Sie die Beerdigung sehen", widersprach Altmaier. Wenn es mit der Ampel nichts werde, sei man natürlich zu Gesprächen bereit. "Aber wir stehen jetzt nicht am Spielfeldrand und sagen: Bitte, bitte, lasst uns aufs Spielfeld. Wir möchten mitspielen."

Journalistin Ulrike Herrmann ist der Meinung, dass die CDU Wahlkampf gegen die eigene Basis betrieben habe. Die Partei habe "ihren schlechtesten Kandidaten" genommen.

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Für einen wirklich bemerkenswerten wie emotionalen Moment in der Talkrunde sorgte dann noch Ulrike Herrmann. Die Journalistin brachte einen Aspekt ein, der ihr in der Debatte um Laschet noch fehlte.

Ich finde das wahnsinnig anstrengend, dass jetzt immer auf die Mitleidsdrüse gedrückt wird, wenn es um Herrn Laschet geht.
Ulrike Herrmann

Laschet "wurde nicht gewollt"

Sie spielte damit auf die Äußerungen ihres Kollegen Gregor Peter Schmitz an, der Laschet als "guten Mensch" ein Stück weit in Schutz genommen hatte. "Er wurde nicht gewollt", betonte Herrmann. "Eine Partei hatte die Idee, und die ist einfach wahnsinnig, Wahlkampf gegen die eigene Basis zu machen und gegen die eigenen Wähler."

Herrmann kritisierte damit den Parteivorstand in Person von Wolfgang Schäuble, der den in ihren Augen "schlechtesten Kandidaten" ausgewählt und der gesamten Partei wie auch den Wählern aufgedrückt habe. In der Annahme 30 Prozent hole man so oder so.

Es war der "Beginn eines Rückzugs auf Raten",sagt ZDF-Korrespondent Theo Koll zum Statement des CDU-Chefs Laschet. Auch ein Grund: Laschet halte die Jamaika-Option für so wichtig, "dass er das nicht an sich scheitern lassen möchte".

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"Herr Laschet ist ein sehr netter Mann und Herr Laschet ist auch teamfähig. Aber Herr Laschet ist nicht in der Lage, der Kanzler Deutschlands zu sein", so Herrmann weiter. Die Lektion müsse für die Union nun sein: Nie wieder dürfe es zu der Idee kommen, irgendeinen Kandidaten aufzustellen, nur weil der Parteivorstand der CDU denke, dass ihm Deutschland gehöre.

Union vor Orkan der Veränderung

Interessant war: Die beiden anwesenden CDU-Politiker, Altmaier und sein Kollege Christoph Ploß, widersprachen nicht, Ploß nickte sogar zustimmend. Es sieht ganz danach aus, dass nun ausgerechnet die Union vom "Wind der Veränderung" erfasst wird. Wobei, passender wäre vielleicht: Orkan der Veränderung.

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