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SPD holt Union ein - "Countdown, der auf Machtwechsel hindeutet"

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Die SPD hat die Union laut Politbarometer eingeholt. Politologe Korte sieht mögliche Anzeichen für einen Machtwechsel. CSU-Generalsekretär Blume verteidigt Kanzlerkandidat Laschet.

Politologe Prof. Karl-Rudolf Korte zu den Ergebnissen des Politbarometers und dem Aufholen der SPD.

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4 min
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Vor wenigen Wochen sah es noch ganz anders aus - die SPD weit hinter der Union - jetzt liegen Union und SPD laut ZDF-Politbarometer mit 22 Prozent gleichauf und die Grünen gleich dahinter mit 20 Prozent. Es gibt der Umfrage zufolge auch keine eindeutige Präferenz für eine Koalition. Einen Monat vor der Bundestagswahl scheint also alles offen.

Korte: "Regierungshandeln nutzt sich ab"

"Wir haben ein Einpendeln offenbar der drei halbstarken Parteien um die 20 Prozent herum", sagt der Parteienforscher Karl-Rudolf Korte im ZDF-Morgenmagazin. Das hänge einerseits damit zusammen, dass der Wahlkampf seine Wirkung zeige, aber es gebe auch einen großen zusätzlichen Effekt, nämlich den Lebenszyklus von Regierungen.

Hier sieht es schon danach aus, dass so ein Countdown läuft, der auf einen Machtwechsel hindeutet.
Kai-Rudolf Korte, Politologe

Egal, mit welchem Personal man antrete, "da nutzt sich Regierungshandeln einfach nach einer Weile ab". Das sei nach der Ära Kohl auch so gewesen. Da helfe auch ein noch so guter Wahlkampf nicht.

Im Moment "sortieren sich diese Orientierungsnomaden neu ein", und das verfestige den Eindruck, "dass wir die Startlinie haben für drei Kanzlerkandidaten, die die gleichen Chancen haben".

"Bundestagswahl ohne Titelverteidiger"

Warum es noch keine eindeutige Präferenz für eine Koalition gibt, liegt laut Korte daran, dass es eine Bundestagswahl ohne Titelverteidiger sei. Jetzt wachse das Bewusstsein, dass Angela Merkel nicht mehr da sei, "und damit sortiert sich die Situation neu". "Wir haben keinen Lager-Wahlkampf, sondern wir haben einen Wahlkampf, der eher mittig geführt wird - die Kandidaten werfen ja eher mit Wattebällchen aufeinander", so Korte.

Exklusiv

ZDF-Politbarometer - Projektion: Union und SPD gleichauf 

Gut vier Wochen vor der Bundestagswahl liegen CDU/CSU und SPD in der Projektion gleichauf. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

"Es gibt Koalitionssignale, die ganz klar darauf hindeuten, dass vier Parteien - also die drei mit Kanzlerkandidaten plus FDP - auch koalitionsfähig sein können." Und es gebe die Ansagen: nicht mit der AfD und vermutlich nicht mit der Linken. "Mehr wissen wir nicht."

Als Wähler haben wir ein bisschen ein Lotteriespiel vor uns.
Kai-Rudolf Korte, Politologe

Vor dem Hintergrund der vielen aktuellen Krisen - Corona, Afghanistan, Flutkatastrophe - gehe es im Wahlkampf vor allem darum, "einen klugen Vorsorgestaat hinzubekommen".

Wer kann Krise? Darum geht es im Moment sehr stark. (...) Und wer ist in der Lage, dieses "merkelige Sicherheitsgefühl" zu übertragen?
Kai-Rudolf Korte, Politologe

CSU-Generalsekretär stellt sich hinter Laschet

Laut ZDF-Politbarometer trauen jedoch immer weniger Wähler und Wählerinnen dem Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet die Merkel-Nachfolge zu: Nur noch 25 Prozent halten den CDU-Chef für geeignet, die nächste Bundesregierung anzuführen. Hingegen steigt die Zustimmung für den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz auf 65 Prozent.

CSU-Generalsekretär Markus Blume gab sich im ZDF-Morgenmagazin kämpferisch und stellte sich ganz klar hinter den Kanzlerkandidaten der Union:

Armin Laschet ist der Richtige.
CSU-Generalsekretär Markus Blume

Er schloss auf Nachfrage "definitiv" aus, dass die Union vor der Bundestagswahl den Kanzlerkandidaten - Markus Söder statt Armin Laschet - austauschen könnte.

"Wir werden kämpfen... Am Ende geht es um ein Gesamtpaket", so Markus Blume, CSU-Generalsekretär zu den aktuellen Umfragewerten. "Ein Linksbündnis wäre ein Risiko für Deutschland".

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Am Ende gehe es um mehr als nur einen Kanzlerkandidaten, so Blume weiter. Da gehörten auch ein Programm und denkbare Regierungskonstellationen. Die SPD habe ein Bündnis mit der Linken nicht ausgeschlossen - damit werde klar, dass Deutschland "vor einer absoluten Richtungsentscheidung stehe".

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