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Kommentar

Ergebnis der Bundestagswahl : Die Republik wird bunter

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Nach der Bundestagswahl braucht es Grüne oder FDP, um eine Koalition zu bilden. Das macht die politische Republik bunter, kommentiert ZDF-Chefredakteur Frey.

Am Ende dieses Wahlabends wissen wir mit Gewissheit nur, dass die Ära Merkel zu Ende geht. Das Wahlvolk hat Deutschland heute in ein Patt geschickt und sich für einen schwachen Kanzler entschieden, egal, ob er Scholz, was heute Abend wahrscheinlicher ist, oder Laschet heißen wird.

Es gibt dafür jetzt gleich zwei Zünglein an der Waage. Spitz gesagt: Grüne und Liberale können jetzt miteinander ausmachen, wer unter ihnen Kanzler wird.

Baerbock macht zu viele Fehler

Apropos Kanzler oder Kanzlerin. Annalena Baerbock wird es nicht. Ihr Anspruch war kühn, die Fehler zu viele. Trotzdem sind die Grünen jetzt mächtig wie nie. Weil er solidarisch mit seiner Co-Vorsitzenden geblieben ist, ist Robert Habeck gestärkt und steht jetzt als Nummer Eins der Grünen für viele Ämter bereit.

Anders als Markus Söder. Auch er ist für den Absturz der Union mitverantwortlich, mit Stänkereien und Unfrieden fast bis zuletzt. Der Lacher in Erftstadt ließ Laschets Wahlkampf entgleisen, für seine Stärken interessierte sich niemand mehr. Seine politische Zukunft ist ungewiss. Für ihn gilt jetzt: entweder Jamaika - oder nichts.

Eine Wählerin wirft ihren Stimmzettel in einem Wahllokal in die Wahlurne in Nordrhein-Westfalen.

Wahlanalyse zur Bundestagswahl - SPD-Erfolg und CDU/CSU-Debakel  

Die SPD könnte der schwächste Wahlsieger aller Zeiten werden, für die Union ist das Ergebnis ein Debakel. Die Grünen legen zu und bleiben doch hinter den Erwartungen. Die Analyse.

Scholz so stark wie nie

Olaf Scholz profitierte von den Fehlern der anderen - ja, und von einer ungewohnt geschlossenen SPD. Kontrolliert bis zum Schluss hat er die SPD aus dem 15-Prozent-Keller geführt. Dass er so lange Rot-Grün-Rot nicht ausgeschlossen hat, bot der Union Angriffsfläche. Heute hat er nur noch eine Option: die Ampel.

Aber anders als Laschet ist der Mann mit dem größten Plus des Abends ein Gewinner und in seiner Partei stark wie nie.
Peter Frey, ZDF-Chefredakteur

Laschet müsste hohen Preis zahlen

Stand jetzt könnten noch beide Kanzler werden. Aber Laschet droht ein Aufstand von CDU/CSU. Als Verlierer des Abends müsste er einen hohen Preis zahlen, um die Grünen in eine Jamaika-Koalition zu locken. Aber auch Scholz wird Federn lassen müssen, zum Beispiel in der Steuer- und Finanzpolitik, um die FDP für seine Ampel zu gewinnen.

Zwei kleine Parteien sind heute Abend zusammen fast so stark wie SPD oder CDU/CSU. Grüne und Liberale werden, anders als die geschrumpften Volksparteien, auf jeden Fall gebraucht. Nach Merkel wird die Republik bunter.

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