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Jamaika oder Ampel - Wer will was im Poker ums Kanzleramt?

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FDP und Grüne sondieren, die Union ist verunsichert, die SPD läuft auf "CNN": Am Tag nach der Wahl hat das Pokerspiel um das Kanzleramt begonnen. Wer was will – ein Überblick.

Für Armin Laschet hat bei der Bundestagswahl keine Partei einen klaren Regierungsauftrag erhalten. Das sagte der Unions-Kanzlerkandidat im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.

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Nach der Bundestagswahl: Wie sich Laschet retten will

Gut 20 Stunden braucht es, um CDU-Parteichef Armin Laschet aus seiner Parallelwelt zu holen. Noch am Wahlabend klammerte man sich an die Hoffnung, doch noch vor der SPD zu landen und den Kanzler zu stellen: "Wir haben von unseren Wählern einen klaren Auftrag erhalten", sagte Laschet. "Wir werden alles daran setzen, eine Bundesregierung unter Führung der Union zu bilden." Am Tag danach hört sich das anders an.

Der Auftrag ist jetzt laut Laschet ein "Angebot" an FDP und Grüne für eine Jamaika-Koalition. Nach der Sitzung der Parteigremien sagte er:

Ich beanspruche nicht Platz eins, wir sind Platz zwei.
Armin Laschet

Keine Partei könne einen klaren Regierungsauftrag ableiten. Auch CSU-Parteichef Markus Söder sieht das mittlerweile so: "Aus Platz zwei ergibt sich kein Regierungsauftrag." Und, kleiner Lapsus: Laschet habe am Wahlabend einen "Regierungs- äh Angebotsauftrag" formuliert.

„Es war das historisch schlechteste Ergebnis“, so Mathis Feldhoff, ZDF-Korrespondent am Konrad-Adenauer-Haus, zum gestrigen Wahlkampf.

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Erste Rücktrittsforderung an Laschet aus der CDU 

Nach dem historisch schlechtesten Ergebnis so zu tun, als ob man den Kanzler stellen könnte, kam in der Partei nicht gut an. Wahlkreise gingen verloren. In Sachsen und Thüringen, einst schwarze Stammländer, dominiert die AfD. Im Osten und bei Jungwählern ist die CDU vielfach nur noch dritte Kraft. Man dürfe das Ergebnis "nicht schön reden" war die Formel, die heute am häufigsten zu hören war.

Markus Söder

CSU zieht Wahlbilanz - Die Abrechnung 

In der Vorstandssitzung machen CSU-Politiker ihrem Ärger über Armin Laschet Luft. Der habe eine "unnötige Niederlage" eingefahren. Markus Söder zweifelt am "klaren Wählerauftrag".

von Alexander Poel

Laschet fühlt sich von Parteivorstand und -präsidium trotzdem "einhellig unterstützt", mögliche Sondierungen mit FDP und Grünen zu führen. Rücktrittsforderungen aber gibt es auch: "Wenden Sie weiteren Schaden von der CDU ab und treten Sie zurück", fordert Ellen Demuth.

Die Rheinland-Pfälzerin war als Generalsekretärin vorgesehen, hätte Norbert Röttgen den Machtkampf um den Parteivorsitz gegen Laschet gewonnen. Klar ist: Scheitert Jamaika, dürften sich einige Demuth anschließen und auch personell eine Erneuerung der Partei fordern.

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Matchball SPD: Wie Scholz Kanzler werden will

Es ist die letzte Frage, aber es ist vielleicht die wichtigste. SPD-Pressekonferenz am Tag nach der Wahl. CNN. A question to Mr. Scholz. Wie er denn die großen Fußstapfen Angela Merkels füllen wolle, fragt der Reporter in perfektem Englisch. "Sie können sich auf Kontinuität verlassen", antwortet Scholz in ziemlich gutem Englisch. Fehlt eigentlich nur noch, dass er eine Raute formt.

Neben Scholz muss sich Parteichef Norbert Walter-Borjans ein zufriedenes Grinsen verkneifen. Sein Gesicht scheint zu sagen: "Tja, bei uns ist heute CNN und fragt unseren Kandidaten zur Merkel-Nachfolge. War CNN auch bei Laschets Pressekonferenz?"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will mit Grünen und FDP eine "sozial-ökologisch-liberale Koalition" bilden. Sehen Sie hier die SPD-Pressekonferenz in voller Länge.

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In der SPD geben sie sich gelassen. Ihre Machtoption heißt Ampel. Rot-Gelb habe es in Deutschland schon einmal gegeben, Rot-Grün ebenfalls. Warum jetzt also nicht Rot-Grün-Gelb? Scholz sagt:

Diese drei Parteien haben eine Fortschrittserzählung.
Olaf Scholz, SPD

Und er sagt, dass er kein Problem damit habe, wenn Grüne und FDP bereits miteinander redeten. Dass aber auch die SPD schon mit beiden in Kontakt stehe. Es heißt, Scholz habe bereits mit FDP-Chef Christian Lindner geredet. Walter-Borjans mit den Grünen. Vorverhandlungen über eine Ampel noch in dieser Woche?

Ein Team jedenfalls gibt es schon - auch Malu Dreyer soll dazugehören, Ministerpräsidentin einer Ampel in Mainz. Die Botschaft: Die SPD verhandelt aktiv. Sie hat als stärkste Partei das Mandat dafür. Auf CNN steht derweil der Reporter vor dem Brandenburger Tor. "Scholz success", sagt er. Und, dass die SPD eine Koalition bis Weihnachten verspreche. Punkt für Scholz.

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Können Grüne und FDP miteinander?

Das gab es noch nie: Plötzlich sind Nummer drei und vier wichtiger als Nummer eins und zwei. Grüne und FDP warten nicht auf eine Einladung zu Sondierungsgesprächen, sondern haben längst damit begonnen auszuloten, ob sie in einem Regierungsbündnis miteinander könnten. CSU-Chef Söder witzelte heute, er wolle aber nicht zum "Casting" bei den beiden antreten, wenn sie sich geeinigt hätten.

Heftiger als FDP-Chef Christian Lindner kann man kaum flirten mit der Union. Kurz vor der Wahl wurde aber klar: Lindner blinkt zwar rechts, könnte aber bald links abbiegen.

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Bislang liegen beide in ihren Programmen weit auseinander. Der Wille zum Regieren dürfte aber enorm groß sein: Beide wollen - endlich - zeigen, dass sie es können. Gesucht wird bei allen Unterschieden laut FDP-Chef Christian Lindner "ein gemeinsamer Grund", ein "fortschrittliches Zentrum". Oder wie es Generalsekretär Volker Wissing sagt: Man stehe vor der "kniffligen Frage, bringen wir Klimaschutz und Wohlstand unter einen Hut?"

Wer verhandelt für die Grünen?

Das wird die andere Frage sein: Zu welchen Kompromissen sind die Grünen bereit, die angeschlagen nach ihrem Achterbahn-Wahlkampf in die Gespräche gehen? Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen die Verhandlungen führen. Es gehe dabei nicht darum, so Baerbock, "den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden". Es müsse, so Habeck, etwas Neues entstehen. "Das ist eigentlich eine coole Situation."

Wer von beiden übrigens die Vizekanzlerschaft übernehmen würde, sei – geklärt.

Magdeburg: Wahlplakate der Parteien Die Grünen (l-r) und FDP stehen in der Innenstadt von Magdeburg.

Grüne und FDP - Was eint oder trennt die neuen Königsmacher? 

Grüne und FDP starten in Sondierungsgespräche zur Regierungsbildung. Bei manchen Themen werden sie einig sein, um andere wird gerungen werden. Ein Überblick.

von Jan Schneider
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