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SPD-Mann in Blitzumfrage vorn - TV-Triell: Der Scholz-Trend verfestigt sich

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Soziale Gerechtigkeit, Klima, Digitalisierung: Darüber haben Annalena Baerbock, Armin Laschet und Olaf Scholz im letzten TV-Triell diskutiert. Wer hat gepunktet? Wer nicht?

Das letzte TV-Duell vor der Wahl: Wie haben sich Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet behauptet?

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Thema: Eingangsstatements

Zu Beginn sollen alle Drei in einem Satz sagen, was sie von den Anderen unterscheidet. Olaf Scholz (SPD) nutzt die Gelegenheit, um einen höheren Mindestlohn von zwölf Euro zu fordern. Armin Laschet (CDU) verspricht, die Wirtschaft nicht zu belasten. Annalena Baerbock (Grüne) nennt den Klimaschutz die "Aufgabe unserer Zeit".

Thema: Soziale Gerechtigkeit

Was tut die Politik gegen soziale Ungleichheit? Olaf Scholz sagt, er habe sich schon früh für einen Mindestlohn eingesetzt. "Ich will, dass er auf zwölf Euro angehoben wird." Davon würden zehn Millionen Menschen profitieren. Der Mindestlohn sei eine Bedingung für eine Koalition mit der SPD.

Armin Laschet widerspricht. Die Politik solle sich nicht in die Zuständigkeit der Tarifparteien einmischen. Laschet wird persönlich, erzählt von seiner Familie: "Wir waren vier Kinder", sagt er, da habe man sich manchmal strecken müssen. Sein Rezept gegen soziale Ungleichheit: Wachstum und Arbeitsplätze. Armut entstehe, wenn Menschen arbeitslos seien.

Annalena Baerbock widerspricht Armin Laschet: Viele Beschäftigte vor allem im Osten seien nicht in tariflich gebundenen Beschäftigungen. Deswegen sei sie sehr wohl für faire Löhne und fordert wie Scholz einen Mindestlohn von zwölf Euro. Baerbock will auch eine Kindergrundsicherung, "damit Familien Zeit füreinander haben".

Fazit: Laschet ist deutlich versöhnlicher als bei den letzten beiden Triellen, wird auch persönlicher. Sympathiepunkt für Laschet. Baerbock greift Laschet mehrmals an ("absurd"), wirkt aggressiver als zuvor. Scholz macht keine Fehler, springt Baerbock zur Seite - ein rot-grünes Signal.

Sehen Sie hier ein Porträt der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

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Thema: Klimakrise

Im zweiten Teil des Triells bei ProSieben, Sat.1 und Kabeleins geht es um die Klimakrise. Olaf Scholz fordert, die Industrie in den kommenden 25 Jahren klimaneutral zu machen - das hatte er unter anderem im zweiten TV-Triell ebenfalls gesagt. Von Verboten für den Einzelnen oder einem früheren Kohleausstieg spricht er nicht.

Moderatorin Linda Zervakis zeigt Armin Laschet ein Micky-Maus-Heft von 1993, in dem es bereits um den Klimawandel ging. Hat die Union das Thema verschlafen? Nein, sagt Laschet und erinnert an den CDU-Umweltminister Klaus Töpfer. Laschet verspricht den Ausbau von erneuerbaren Energien.

Annalena Baerbock wirft Laschet und Scholz vor, viel zu reden, aber zu wenig zu tun. Die nächste Bundesregierung müsse die Windkraft verdreifachen. Jedes Dach brauche eine Solaranlage. Außerdem müsse Deutschland früher aus der Kohle aussteigen. Scholz und Laschet würden noch 17 weitere Jahre, also bis 2038 auf Kohle setzen. So verfehle Deutschland die Pariser Klimaziele.

Fazit: Punkt für Baerbock. In ihrem Kernthema wird sie am konkretesten. Baerbock greift Laschet an: "Ich frage mich, was mit Ihnen los ist." Sie wirkt emotional und kämpferisch - fast so, als wolle sie gegen den Rückstand in den Umfragen anreden.

Sehen Sie hier ein Porträt des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz.

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Thema: Corona

Dänemark hat gerade alle Corona-Beschränkungen aufgehoben. Ob Deutschland bald nachzieht, vermag Olaf Scholz nicht zu sagen. Er ruft vor allem die ungeimpften Erwachsenen auf: "Lasst Euch impfen."

Armin Laschet verteidigt seine Corona-Politik. Er habe sich für Präsenzunterricht in den Schulen ausgesprochen, das sei als Lockerung kritisiert worden. Laschet spricht sich für mehr mobile Impfangebote aus - und ergänzt: "Eine Impfpflicht halte ich für falsch."

Baerbock spricht sich ebenfalls gegen eine Impfpflicht aus. Sie fordert, dass Kitas und Schulen offen bleiben. Auch Erwachsene müssten sich am Arbeitsplatz regelmäßig testen lassen - so wie sich Kinder in der Schule testen lassen müssten.

Fazit: Unentschieden. Punkt vor allem für ProSieben, der Sender lässt einen Pfleger zu Wort kommen.

Sehen Sie hier ein Porträt des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet.

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Thema: Digitalisierung

Schnelles Internet - überall in Deutschland? Das hatte die Große Koalition eigentlich bis 2018 versprochen. Doch das Ziel haben Union und SPD krachend verfehlt.

Olaf Scholz verspricht nun Glasfaser in ganz Deutschland "in diesem Jahrzehnt" (die GroKo hatte zuletzt das Jahr 2025 genannt). Scholz ist dafür, dass private Anbieter wie die Telekom die Netze ausbauen, nicht der Staat - und zwar in den Städten und auf dem Land gleichermaßen. Dort sei staatliche Förderung denkbar.

Annalena Baerbock kritisiert die fehlende Digitalisierung an Schulen. Zwar habe der Staat Milliarden für die Schulen bereitgestellt, den so genannten Digitalpakt Schule. Doch das Geld sei nicht abgeflossen. Das Problem: zu viel Bürokratie.

Armin Laschet muss sich für die fehlende Digitalisierung nach 16 Jahren CDU-Kanzlerschaft verantworten. 2017 zum Beispiel hatte die CDU versprochen, Deutschlands Verwaltung bis 2021 komplett digital zu machen. Ob Laschet einen neuen Termin für digitale Bürgerämter nennen könne? "Ein Datum können Sie nicht sagen", sagt Laschet erst. Dann legt er sich auf das Jahr 2025 fest.

Fazit: Minuspunkt für Laschet. Digitalisierung ist eine zentrale Schwachstelle in der Bilanz seiner Partei. Wirklich punkten können Scholz und Baerbock bei dem Thema allerdings auch nicht.

Fazit: Scholz laut Blitzumfrage vorn

Beim letzten TV-Triell vor der Wahl am 26. September gibt sich Armin Laschet deutlich versöhnlicher und staatsmännischer. Annalena Baerbock greift ihn oft an. Offenbar will Baerbock Spekulationen über Jamaika beenden und eher Richtung SPD und Ampel blinken. Scholz scholzt, bleibt ruhig wie immer. Und sendet seine Kernbotschaften (Mindestlohn) einfach mehrmals. Clever.

Thematisch zeigt sich: Weniger ist mehr. Bei Klima und Mindestlohn zeigen sich echte Unterschiede. Und Halleluja, man kann über das Thema Digitalisierung reden.

Trotzdem: Großen Einfluss auf die Wahl dürfte das alles nicht haben, dafür passiert nichts Überraschendes. Am Ende gewinnt Scholz laut einer Forsa-Umfrage mit 42 Prozent. Laschet und Baerbock folgen mit 27 beziehungsweise 25 Prozent dahinter. Auch bei der Frage "Wen fanden Sie am glaubwürdigsten?" liegt Scholz mit 37 Prozent vorn. Danach folgt Baerbock mit 29 Prozent und Laschet mit 28 Prozent. In der K-Frage gibt es de facto keine Bewegung. Scholz bleibt Favorit, der Trend verfestigt sich.

Die anderen Parteien: AfD, FDP, Linke und CSU debattieren

Die Kandidatinnen und Kandidaten von AfD, FDP, Linke und CSU diskutieren am Tag nach dem zweiten Triell im "Schlagabtausch".

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