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Söldnertruppe im Jemen geplant? - Ex-Bundeswehrsoldaten festgenommen

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Die Bundesanwaltschaft hat zwei Ex-Soldaten wegen Terrorverdachts festnehmen lassen. Sie hätten geplant, Personen für eine Söldner-Truppe im Jemen-Konflikt zu rekrutieren.

Archiv: Ein Bundeswehrsoldat steht in der Alb-Kaserne am 20.08.2018
Sie wollten den Jemen "befrieden": Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten festgenommen.
Quelle: dpa

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten wegen des Verdachts festnehmen lassen, dass sie eine terroristische Vereinigung gründen wollten. Die beiden Männer hätten geplant, eine 100 bis 150 Mann starke Söldnertruppe unter ihrem Kommando zu bilden, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Mit dieser Gruppe hätten sie dann in den Bürgerkrieg im Jemen eingreifen wollen. Später wurde der Haftbefehl in Vollzug gesetzt.

Die Beteiligten hätten mehrfach versucht, Kontakte zu saudi-arabischen Offiziellen aufzubauen, seien damit aber nicht erfolgreich gewesen, schreibt die Bundesanwaltschaft. Wohnungen der Beschuldigten im Landkreis Calw und in München wurden durchsucht, ebenso die Räumlichkeiten von vier nicht tatverdächtigen Personen. In Calw ist ebenfalls das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr stationiert.

40.000 Euro Söldnerlohn pro Monat geboten

Die Söldnertruppe hätte zu Gunsten Saudi-Arabiens in den jemenitischen Bürgerkrieg eingreifen sollen. "Arend Adolf G. sowie Achim A. wollten das Bürgerkriegsgebiet 'befrieden' und Friedensverhandlungen zwischen den Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung erzwingen", schreibt die Bundesanwaltschaft in einer Pressemitteilung. Beide hätten damit gerechnet, dass im Zusammenhang mit Kampfhandlungen auch Zivilisten getötet und verletzt werden würden.

Laut Bundesanwaltschaft sollen beide mutmaßlichen Rädelsführer anderen Ex-Soldaten und Ex-Polizisten einen monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro versprochen haben. Mit mindestens sieben Personen hätte einer der Beschuldigten bereits Kontakt aufgenommen, um sie für das Vorhaben zu gewinnen. Über den Einsatz im Jemen hinaus hätten die Beschuldigten geplant, ein privates Militärunternehmen zu betreiben, das auch in anderen Konflikten sein könnte.

"Kindheit im Jemen ist eine besondere Art der Hölle", so UN-Generalsekretär Guterres jüngst. Dem kriegsgebeutelten Land droht eine humanitäre Katastrophe.

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Jemen-Konflikt forderte Zehntausende Tote

Zunächst hatte der "Spiegel" über die Ermittlungen berichtet. Nach "Spiegel"-Informationen sollen die Beschuldigten bereits früher für eine umstrittene private Sicherheitsfirma tätig gewesen sein.

Im Jemen tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg, in den benachbarte arabische Staaten, insbesondere Saudi-Arabien, militärisch eingegriffen haben. Allein seit der saudischen Intervention 2015 sollen in dem Konflikt mehr als 90.000 Menschen getötet worden sein. Der Jemen gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, Millionen Menschen hungern. Saudi-Arabien und anderen Konfliktparteien werden dabei immer wieder Kriegsverbrechen vorgeworfen.

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