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"Defender-Europe 20" - Die Bundeswehr übt sich als Nato-Spediteur

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Wie schnell wären US-Truppen im Ernstfall in europäischen Krisenorten? Und wie kann die Bundeswehr diese Transporte unterstützen? Ein Manöver in Deutschland soll das trainieren.

Vorbereitung "Defender-Europe 20"
Vorbereitung "Defender-Europe 20" bei der Bundeswehr: Passen US-Panzer auf deutsche LKW?
Quelle: dpa

Von diesem Februar an bis Mai 2020 will die US-Armee in Deutschland eine ganze Division zu Übungszwecken ins Baltikum verlagern. Eine Division, das sind 20.000 Soldaten, samt Gerät wie Schützenpanzer, Kampfpanzer. Die sollen einmal quer von West nach Ost transportiert werden. Aktivisten sind alarmiert.

Hintergrund ist eine Übung der amerikanischen Streitkräfte, die für den Ernstfall proben wollen: "Defender-Europe 20". Nach den Entwicklungen auf der Krim wollen die Amerikaner vorbereitet sein, sollte ein schneller Truppeneinsatz an der Grenze zu Russland nötig sein.

Deutschland ist die Drehscheibe für US-Truppentransporte

Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, verlegen die US-Streitkräfte bis zu 37.000 Soldaten an die Nato-Ostgrenze. Deutschland dient dabei in seiner zentralen Stellung in Europa als Drehscheibe für die Truppenbewegungen. Ein Großteil der Logistik wird über deutsche Infrastruktur abgewickelt.

So sollen bis Mai dieses Jahres Soldaten und Panzer über deutsche Autobahnen gefahren werden. Die Bundeswehr selbst spricht von Transportkolonnen in der Nacht, langen Güterzügen, die in Richtung Osten rollen, Panzer auf Schiffen auf Rhein und Ruhr. Insgesamt sollen rund 33.000 Stück Material über 44.000 Kilometer einmal quer durch Europa bewegt werden.

Bundeswehr kümmert sich auch um Genehmigungen

Das Ganze wird begleitet vom so genannten Host Nation Support. Einer Routinezusammenarbeit zwischen Deutschland und den hier stationierten Truppen. Dabei unterstützt die Bundeswehr die Amerikaner bei der Logistik mit Planung und Genehmigungen, ermöglicht Durchfahrten zum Beispiel auf Autobahnen oder Flüssen.

Den Militärs stellen sich dabei ganz einfache Fragen wie zum Beispiel: Passt ein amerikanischer Panzer auf einen deutschen Schwerlasttransport? Nach eingehender Prüfung durch Experten gab es einvernehmliche Lösungsvorschläge, heißt es aus den Reihen der Bundeswehr.

Friedensaktivisten sehen Vorbereitungen zu Kriegshandlungen

Gestört wird diese Routine jetzt schon von Friedensaktivisten, die in der Truppenübung eine Art Vorbereitung zu Kriegshandlungen sehen. Dazu gab es bereits Vorbereitungstreffen, um das US-Manöver in Deutschland möglichst nachhaltig stören zu können.

In der Abschlusserklärung einer Aktionskonferenz vom November vergangenen Jahres heißt es dazu, das Manöver sei ein Umweltdesaster, eine wahnwitzige Verschwendung von Ressourcen und wird vor allem aus ethisch-moralischen Gründen abgelehnt.

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