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Besuch in Kaserne - Kabuler Luftbrücke: Dank an Soldaten

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Die Szenen am Flughafen waren dramatisch: Elf Tage evakuierten Bundeswehr-Soldaten "unter großer Gefahr" Menschen aus Kabul. Dafür dankten Kanzlerin und Verteidigungsministerin.

Angela Merkel am 22.09.2021 in Seedorf.
Zu Besuch bei Soldaten der Kabuler Luftbrücke: Eine scheidene Kanzlerin und ihre Verteidigungsministerin.
Quelle: dpa

Unter dramatischen Umständen hatte die Bundeswehr schutzbedürftige Menschen aus Afghanistan ausgeflogen - zum Dank haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (beide CDU) die beteiligten Soldaten und Soldatinnen besucht.

Sie nahmen am Mittwoch an einem Rückkehrerappell beim Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf in Niedersachsen teil. Mit ernster Miene schritt die scheidende Kanzlerin bei einem ihrer absehbar letzten Truppenbesuche die Front der Soldaten ab. Gemeinsam mit der Verteidigungsministerin zeichnete sie besonders verdiente Teilnehmer der Evakuierungsmission vom August aus.

Nach dem Bundeswehr-Abzug aus Afghanistan wartet der Großteil ehemaliger Ortskräfte immer noch auf eine Chance zur Ausreise. Möglicherweise sind es deutlich über 10.000 Menschen.

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Einsatz unter "ständiger großer Gefahr"

Mit einer rasch eingerichteten Luftbrücke hatte die Bundeswehr in elf Tagen mehr als 5.300 Deutsche, andere Ausländer und afghanische Ortskräfte aus Kabul ausgeflogen. Sie wurden vor den militant-islamistischen Taliban in Sicherheit gebracht, die binnen weniger Wochen wieder die Kontrolle in dem asiatischen Land übernommen hatten.

"Das alles passierte unter ständiger großer Gefahr", sagte Kramp-Karrenbauer.

Sie haben sich in Gefahr begeben und viele Menschenleben gerettet.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin

Der Pilot eines Militärtransporters Airbus A400M berichtete der dpa vom ersten nächtlichen Anflug auf den Flughafen der afghanischen Hauptstadt.

Da war komplett alles dunkel.
Luftwaffenmajor der Bundeswehr

Neben der Landebahn hätten sich Fahrzeuge und Fußgänger gedrängt.

Dramatische Szenen im Gedränge am Kabuler Flughafen: Um auf das Flughafengelände zu gelangen reichen Eltern ihre Kinder über die Mauer. Tausende warten hier seit Tagen, die Verzweiflung wächst.

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"Die Lage war extrem unübersichtlich", sagte auch ein Feldjäger. Aufgabe des Oberleutnants war, Pässe und Gepäck der Auszufliegenden zu kontrollieren. Gelegentlich habe er im Gedränge vor dem Flughafen versuchen müssen, die versprengten Mitglieder von Familien wieder zusammenzuholen.

Wir hatten ständig mit Beschusslärm zu tun.
Feldjäger der Bundeswehr

Kramp-Karrenbauer: Nato muss gestärkt werden

Kramp-Karrenbauer rechtfertigte vor den Soldaten den fast 20 Jahre langen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Der frühere SPD-Verteidigungsminister Peter Struck habe recht gehabt, dass Deutschlands Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt werde.

Es war für unsere eigene Sicherheit wichtig, dass Afghanistan kein sicherer Rückzugsort für den islamistischen Terrorismus bleibt.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin

Zugleich müsse nach dem Ende des Einsatzes "offen und ehrlich" Bilanz gezogen werden. Als eine Lehre nannte Kramp-Karrenbauer, dass die militärische Zusammenarbeit in Europa und der europäische Pfeiler der Nato gestärkt werden müssten.

Fallschirmjäger aus Seedorf unter Opfern

Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 hatte Deutschland sich als Bündnispartner an Nato-geführten Einsätzen in Afghanistan beteiligt.

Die Bundeswehr sicherte das Land gegen die von der Macht vertriebenen Taliban und half beim zivilen Wiederaufbau. Im Laufe des Einsatzes wurden 59 Soldaten getötet. Am schwersten Gefecht zu Karfreitag 2010 waren die Fallschirmjäger aus Seedorf beteiligt. Damals wurden drei Soldaten getötet und acht verletzt.

"Ich hätte gerne mehr gemacht" - Deutsche Soldaten über den Einsatz in Kabul  

Ihr Auftrag: Menschen aus Afghanistan nach Deutschland bringen - mitten im Chaos und der Verzweiflung. Zwei Soldat*innen berichten, wie sie den Einsatz vor Ort erlebt haben.

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3 min
von Jenifer Girke
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