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Bundeswehr-Bericht - Waffensysteme zu 76 Prozent einsatzbereit

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Mehr als drei Viertel aller Bundeswehr-Waffensysteme sind zur Zeit voll funktionstüchtig - und damit mehr als noch im letzten Jahr. Weiterhin Sorgenkind: die Hubschrauber-Sparte.

Niedersachsen, Faßberg: Ein Kampfhubschrauber der Bundeswehr vom Typ Tiger fliegt über dem Gelände des Fliegerhorsts Faßberg. Archivbild
Bleibt technisches Sorgenkind der Bundeswehr: die Hubschrauber-Sparte (Archivbild)
Quelle: dpa

Die Einsatzbereitschaft von 71 Hauptwaffensystemen der Bundeswehr ist nach Zahlen aus dem Verteidigungsministerium leicht gestiegen. Nach einem am Montag veröffentlichten Bericht liegt sie nun bei 76 Prozent, nach gut 70 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Sorgen bereiten alte Systeme, die bald ausgemustert werden sollen, aber auch neu eingeführte Hightechlösungen. Spitzenwerte erreicht die Bundeswehr - wenig erstaunlich - bei "marktverfügbaren Lkw", wie sie in ähnlicher Bauart auch zivil über deutsche Straßen rollen und allein im vergangenen Jahr mit mehr als 2.200 Stück an die Truppe gingen. Hier liegt die Einsatzbereitschaft bei über 90 Prozent.

Hubschrauber bleiben Sorgenkind der Bundeswehr

Dagegen bleiben vor allem die Hubschrauber technische Sorgenkinder, auch wenn deren Einsatzbereitschaft nun "erstmalig über 40 Prozent" beträgt. In dem Bericht werden "vereinzelt positive Tendenzen" ausgemacht. Jedoch:

Bei den alten Hubschraubern gelingt nur noch unter großen Anstrengungen ein operativer Flugbetrieb. Eine Neubeschaffung der Folgemuster ist zwingend erforderlich.
Bericht der Bundeswehr

Bei einem zweiten Problemfall - dem Schützenpanzer "Puma" - wurden laut Bericht "sichtbare Fortschritte" erreicht: Die materielle Einsatzbereitschaft habe durchschnittlich 54 Prozent betragen und in der Spitze 60 Prozent. Dafür habe die Bundeswehr mit der Industrie zahlreiche Maßnahmen in einer Zielvereinbarung festgeschrieben.

"Unsere Benchmark von 70 Prozent durchschnittlicher materieller Einsatzbereitschaft übertrafen 44 Hauptwaffensysteme, 11 lagen unter 50 Prozent (davon 7 Altsysteme)", heißt es in dem Bericht, der den Zeitraum November 2020 bis April 2021 betrachtet und aus einem öffentlichen und einem geheimen Teil besteht.

Kampf- und Transportflugzeuge besonders betroffen

Die durchschnittliche materielle Einsatzbereitschaft liege laut Papier nun bei

  • Kampffahrzeugen bei 71 Prozent
  • 75 Prozent bei Kampfeinheiten der Marine
  • 64 Prozent bei Kampf- und Transportflugzeugen
  • 80 Prozent bei allen Unterstützungsfahrzeugen - gemeint sind Logistik, Sanität und die Cybertruppe CIR

Auch die Behebung lange bekannter Probleme holt die Bundeswehr ein, weil nun Maschinen nachgebessert werden müssen. Ein Beispiel ist das Transportflugzeug A400M, wo 16 von 36 Maschinen betroffen sind.

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"Die Auslieferungen erfolgten mit zahlreichen technischen Mängeln, die zusätzliche Kontrollen/Inspektionen erfordern", heißt es. Zudem führten fehlende Ersatzteile und Wartungskapazitäten zum Stau bei erforderlichen Inspektionen, so dass zahlreiche A400M auf Abruf in die Instandsetzung warteten.

Soldaten-Ausbildung eingeschränkt?

"Ich möchte verhindern, dass bei einzelnen Waffensystemen nahezu jedes zweite Einzelsystem statt in der Truppe für Ausbildung und Übung in Umrüstungsmaßnahmen oder aufwendigen Instandsetzungen bei der Industrie steht", erklärte dazu Generalinspekteur Eberhard Zorn, ranghöchster Soldat der Bundeswehr.

Er verwies auch auf die besondere Belastung, die sich für die Bundeswehr aus der Amtshilfe in der Corona-Pandemie ergeben habe. Das wirkte sich auf Übungen und Wartungspausen aus. Das Material wurde reduziert eingesetzt und somit geringer beansprucht. Gleichzeitig wurden die Standzeiten vermehrt zur vorbeugenden Instandhaltung und Schadensbehebung genutzt.

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