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Überfall auf Dorf im Norden - Burkina Faso: Mindestens 100 Tote bei Angriff

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Bewaffnete haben in einem Dorf im Norden Burkina Fasos mindestens 100 Menschen getötet. Die Regierung macht Dschihadisten für die Attacke verantwortlich.

Karte Burkina Faso
Im westafrikanischen Burkina Faso sind mehrere bewaffnete Gruppen aktiv.
Quelle: ZDF

Bei einem Überfall in Burkina Faso sind mindestens 100 Menschen getötet worden. Der "barbarische Angriff" habe sich in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignet, schrieb Präsident Roch Kabore auf Facebook. Bewaffnete hätten das Dorf Solhan in der nördlich gelegenen Sahel-Region angegriffen. Sicherheitskräfte seien bereits unterwegs, um die Täter aufzuspüren. Der Präsident ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Für den Angriff seien Dschihadisten verantwortlich, hatte ein Regierungssprecher zuvor mitgeteilt.

Angreifer attackieren Zivilisten

Bei dem Überfall auf Solhan handele es sich um die blutigste Attacke seit dem Beginn der dschihadistischen Gewalt im Jahr 2015, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Zahl der Toten könne noch steigen. Unter den Opfern seien "Männer und Frauen unterschiedlichen Alters".

Demnach hatten die Angreifer zunächst einen Posten von Armee-Unterstützern attackiert. Anschließend seien sie auch auf Häuser von Zivilisten losgegangen und hätten deren Bewohner hingerichtet.

Anwohner: Viele Verwundete in Klinik gesehen

Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur AP telefonisch, dass er Verwandte in einer Klinik im Ort Sebba besucht habe, der etwa zwölf Kilometer vom Schauplatz des Angriffs auf Solhan entfernt ist. Er habe viele verwundete Menschen gesehen, die die Klinik betreten hätten.

"Ich sah zwölf Leute in einem Zimmer und etwa zehn in einem anderen. Da waren viele Angehörige, die sich um die Verletzten kümmerten. Da waren auch viele Leute, die aus Solhan weggerannt sind, um nach Sebba zu gelangen."

Zuvor hatten Sicherheitskreise aus Burkina Faso einen Angriff auf das nahe der Grenzen zu Mali und Niger gelegenen Dorf Tadaryat gemeldet, bei dem am späten Freitagabend mindestens 14 Menschen getötet worden waren, darunter 13 Zivilisten. Nach Angaben einer örtlichen Quelle kam es in Tadaryat auch zu Plünderungen; unter anderem raubten die Angreifer demnach Vieh und Motorräder.

Burkina Faso immer wieder Ziel von Anschlägen

Burkina Faso liegt in der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt. Dort sind bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige dem sogenannten Islamischen Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen haben. 

Lange blieb Burkina Faso von Attacken verschont, doch stieg ihre Zahl seit 2015 deutlich an. Ende April wurden zwei Spanier und ein Ire bei einem Anschlag auf einen Militärkonvoi getötet. Seit 2015 fielen bereits mehr als 1.300 Menschen der Gewalt zum Opfer.

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