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Burundis Präsident Nkurunziza ist tot

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Berichte über Covid-19 - Burundis Präsident Nkurunziza ist tot

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Er regierte Burundi mit harter Hand, schikanierte die Opposition und gängelte die Medien. Nun ist Präsident Nkurunziza gestorben.

Pierre Nkurunziza, Präsident von Burundi. Archivbild
War es Corona? Pierre Nkurunziza, Präsident von Burundi, ist tot.
Quelle: Berthier Mugiraneza/AP/dpa

Burundis scheidender Präsident Pierre Nkurunziza ist gestorben. Das teilte das Präsidialamt des ostafrikanischen Landes in einer schriftlichen Erklärung mit. Demzufolge starb der 55-jährige am Montagnachmittag in einem Krankenhaus in der Stadt Karuzi. Berichte, nach denen Nkurunziza mit dem Coronavirus infiziert war, blieben unbestätigt.

Noch am Samstag habe Nkurunziza an einem Volleyballmatch teilgenommen, bevor er in der Nacht in ein Krankenhaus in der Stadt Karuzi eingeliefert worden sei. Nach kurzzeitiger Besserung habe er am Montag völlig überraschend einen Herzstillstand erlitten, nach dem Ärzte ihn nicht mehr hätten reanimieren können.

Nachfolger noch nicht vereidigt

Der frühere Rebellenführer Nkurunziza hatte Burundi seit dem Ende des Bürgerkriegs 2005 regiert. Erst vor zwei Wochen war der von ihm designierte Ex-General Évariste Ndayishimiye zu seinem gewählten Nachfolger erklärt worden. Seine Vereidigung steht noch aus.

Zu der Art von Nkurunzizas Erkrankung äußerte sich das Präsidialamt nicht. Die Zeitschrift "La libre Afrique" meldete, Nkurunziza sei vermutlich an Covid-19 erkrankt gewesen. Seine Frau wird seit Ende Mai mit einer schweren Corona-Infektion behandelt. Unbestätigten Berichten zufolge liegt sie auf der Intensivstation.

Menschen in Burundi

Vor Präsidentschaftswahlen -
Menschen in Burundi hoffen auf Veränderung
 

Burundi in Ostafrika ist eines der ärmsten Länder der Welt. Viele hoffen auf Veränderung durch den neuen Präsidenten.

Nkurunziza wollte Einfluss behalten

Zunächst blieb offen, wer die Macht in Burundi übernehmen wird. Laut Verfassung müsste der Parlamentspräsident übernehmen. Da das Verfassungsgericht die Wahl Ndayishimiyes bereits trotz Protest der Opposition bestätigt hat, galt aber als wahrscheinlich, dass dieser so schnell wie möglich vereidigt wird. In Burundi wurde Staatstrauer ausgerufen.

Nkurunziza hatte nach 15 Jahren im Amt überraschend auf eine Kandidatur verzichtet, obwohl ihm eine Verfassungsänderung die Macht bis 2034 gesichert hätte. Stattdessen hätte er zum "obersten Führer" des Landes erklärt werden sollen, ein rein nomineller Titel, der seinen bleibenden Einfluss unterstrichen hätte. Ein Gesetz hatte ihm zudem eine Luxusvilla und fast 480.000 Euro Pension zugesichert.

Vom Reformer zum Hardliner

Während des Wahlkampfs war Nkurunziza immer wieder vorgeworfen worden, keinerlei Vorkehrungen gegen die Corona-Pandemie zu treffen. Bei Wahlkampfveranstaltungen hatten sich Zehntausende auf engstem Raum versammelt. Wegen der anhaltenden Kritik verwies er WHO-Vertreter des Landes.

Während Nkurunziza zu Beginn seiner Regierungszeit als Reformer galt und international zu Gipfeltreffen reiste, regierte er das verarmte Land bald mit harter Hand.

Im Umfeld seiner Wahl vor fünf Jahren verantwortete er ein brutales Vorgehen gegen Demonstranten, woraufhin 400.000 Menschen flohen. Eine Untersuchungskommission der UN warf der Regierung Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, darunter willkürliche Hinrichtungen und Festnahmen, Misshandlungen, Folter und die Verletzung von Grundrechten. Auch die jüngste Wahl wurde von Unruhen und Fälschungsvorwürfen überschattet.

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