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Nähe zur AfD? - Kritik an Ottes Wahl zum Chef der Werte-Union

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Er wollte einst die AfD wählen und war lange in einer parteinahen Stiftung aktiv. Jetzt ist Max Otte zum Chef der Werte-Union gewählt worden. Das sorgt für Kritik.

Zu sehen ist Max Otte.
2017 wollte Otte nach eigenen Angaben die AfD wählen.
Quelle: dpa

Die Wahl des Ökonomen Max Otte zum neuen Vorsitzenden der konservativen Werte-Union hat erheblichen Wirbel ausgelöst.
Politiker etwa von Grünen, FDP und SPD warfen dem 56-Jährigen Nähe zur AfD vor, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach von einem "Putsch der AfD-Treuen".

Auch innerhalb des Vereins brach ein Streit aus. Mehrere Landesverbände warnten vor einer Spaltung der Werte-Union und forderten Otte zum Rückzug auf. Glückwünsche hingegen kamen vom AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla. "Schade, dass wir Prof. Otte im Kuratorium der Erasmus-Stiftung verloren haben", twitterte Chrupalla.

Otte war Mitglied in AfD-naher Stiftung

Der Fondsmanager Otte war laut Medienberichten noch bis Januar 2021 Kuratoriumsvorsitzender der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Otte selbst schrieb auf Twitter zu seiner Wahl: "Ich danke für das mir entgegengebrachte Vertrauen und hoffe, dem gerecht zu werden." Otte hatte 2017 in einem Interview der "Wirtschaftswoche" angekündigt, er wolle bei der Bundestagswahl die AfD wählen.

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Die CDU wollte die Wahl nicht kommentieren. "Die Werte-Union ist keine Gruppierung der CDU. Deshalb äußern wir uns dazu nicht", sagte ein Parteisprecher auf Anfrage. Die Werte-Union sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung.

Klingbeil: "Putsch der AfD-treuen"

Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, schrieb am Sonntag auf Twitter, die Union müsse die konservative Wurzel stärken, aber brauche dazu keine zusätzliche Gruppierung und schon gar nicht diese. "Jetzt schafft sich die Truppe selbst ab! Die Auflösung wäre der richtige Schritt." Das habe mit Union nichts mehr zu tun.

Mit der Wahl Ottes habe es in der CDU-nahen Werte-Union "den Putsch der AfD-Treuen gegeben", kommentierte SPD-Generalsekretär Klingbeil. CDU-Chef Armin Laschet sei zu schwach, um die "Rechtsverschiebung der CDU" aufzuhalten.

Nach der Bundestagskandidatur von Maaßen jetzt die Personalie Otte. Das sind keine guten Signale vor der Wahl in Sachsen-Anhalt, vor der immer mehr Kräfte in der Landes-CDU für eine Zusammenarbeit mit der AfD werben.
Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

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Auch innerhalb der Werte-Union gibt es Kritik

Der bisherige Vorsitzende Alexander Mitsch sagte zu Ottes Wahl der dpa: "Ich bin sicher, dass die große Mehrheit der Mitglieder weiterhin zwar eine Politikwende, aber keine Zusammenarbeit mit der AfD oder Linken will."

Innerhalb der Werte-Union löste die knappe Wahl Ottes zum neuen Vorsitzenden aber Streit aus. In einer Erklärung des Landesverbandes Bayern etwa, die der dpa vorliegt, hieß es:

"Mit Max Otte, der von 2018 bis 2021 im Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung tätig war, ist leider eine völlige politische Neuausrichtung der WerteUnion verbunden, die mit unserem wirtschaftsliberalen und wertkonservativen Gründungsmanifest nichts mehr zu tun haben wird."

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