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CDU-Mann will wieder Bundestag - Direktkandidat Merz spottet übers Gendern

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Friedrich Merz will nach zwölf Jahren zurück in den Bundestag. In einer Kampfabstimmung setzte er sich als Direktkandidat im Hochsauerland durch - und lästerte über "Grüninnen".

Der ehemalige Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz ist Direktkandidat im Hochsauerlandkreis für die Bundestagswahl. Der Kreisverband wählte ihn mit großer Mehrheit.

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Patrick Sensburg (49) oder Friedrich Merz (65)? Die CDU im Hochsauerlandkreis hat heute bestimmt, wer bei der Bundestagswahl im Herbst als Wahlkreis-Direktkandidat für die Partei ins Rennen geht. Es wird ein alter Bekannter: Friedrich Merz.

Die rund 480 Parteidelegierten trafen sich unter freiem Himmel in einem Sportstadion in Arnsberg - Corona-konform mit großem Abstand. Das Nachsehen hatte der aktuelle CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg:

  • Merz erhielt 327 Stimmen
  • Sensburg 126 Stimmen

Die beiden hatten zuvor in jeweils über 20-minütigen Reden um die Zustimmung der Delegierten geworben. Während Sensburg vor allem auf seine Tätigkeit für den Wahlkreis in den vergangenen knapp zwölf Jahren verwies, kritisierte Merz den Zustand seiner Partei. Er versprach den Delegierten, keinen "bequemen und angepassten Abgeordneten" zu bekommen.

Entschuldigung für Verhalten nach Laschet-Wahl

Gleichzeitig entschuldigte sich Merz für sein Verhalten nach der Wahl Armin Laschets zum Parteivorsitzenden. Die Entscheidung, nicht Teil des Präsidiums zu werden, bezeichnete er als Fehler. Auch für den Vorschlag, Wirtschaftsminister zu werden, entschuldigte er sich.

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Merz warb in seiner Rede für einen CDU-Kurs, den er als "stinknormale bürgerliche Politik" bezeichnete. Dafür brauche die Partei neuen Mut, so Merz weiter. "Wir sind nicht die besseren Grünen und auch nicht die etwas weniger radikale AfD", sagte Merz.

"Frauofrau statt Mannomann?"

Auf Merz' Twitter-Profil veröffentlichte sein Team derweil spöttische Aussagen über Gendersternchen und Co.: "Grüne und Grüninnen? Frauofrau statt Mannomann? Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland? Hähnch*Innen-Filet? Spielplätze für Kinder und Kinderinnen? Wer gibt diesen #Gender-Leuten eigentlich das Recht, einseitig unsere Sprache zu verändern?"

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Hämische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. In unzähligen Kommentaren unter dem Tweet wurde Merz aufs Schärfste kritisiert. Die Autorin Sophie Passmann etwa schrieb: "Der Witz war 2008 ganz lustig und damit sind Sie sich selbst im Vergleich zu Ihrem restlichen Weltbild weit voraus." Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) erklärte: "Es schMERZt".

"Andere Herausforderungen als Mohrenstraße umzutaufen"

Auf dem Nominierungsparteitag äußerte sich Merz ähnlich. Laut vorab verbreiteten Redemanuskript sagte er außerdem: "Wir werden niemandem erlauben, Meinungsfreiheit an Schulen und Universitäten einzuschränken, und wir sagen auch klar, dass wir in dieser Zeit andere Herausforderungen sehen, als uns damit zu beschäftigen, die Mohrenstraße umzutaufen oder Universitätsarbeiten schlechter zu bewerten, weil die oder der 'Zuprüfende' die 'Gender***' nicht richtig gesetzt hat."

Merz erklärte, die CDU habe ihren Kompass verloren. "Unsere Wählerinnen und Wähler wissen nicht mehr, wofür wir stehen", mahnte er in seiner Bewerbungsrede.

Das Sauerland ist CDU-Hochburg

Der Hochsauerlandkreis mit seinen rund 260.000 Einwohnern gilt als CDU-Hochburg, die Nominierung dürfte ein sicheres Ticket nach Berlin bedeuten. Noch nie hat die CDU in der Geschichte der Bundesrepublik das Direktmandat im Hochsauerlandkreis an eine andere Partei verloren.

Patrick Sensburg (CDU), Mitglied des Bundestages. Archivbild
Patrick Sensburg ist Friedrich Merz 2009 als Bundestagsabgeordneter für den Hochsauerlandkreis nachgefolgt.
Quelle: Fabian Sommer/dpa

Der bisherige Direktmandatsträger Sensburg ist bereits seit zwölf Jahren Abgeordneter. Er war als Direktkandidat 2009 Friedrich Merz nachgefolgt, der damals nach vier Wahlperioden (1994-2009) nicht erneut kandidiert hatte.

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