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Söder, Laschet und die K-Frage - "Er ist der natürliche Parteivorsitzende"

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Armin Laschet ist gewählter CDU-Chef. Und Kanzlerkandidat der Union? Im heute journal weicht CSU-Chef Markus Söder einer klaren Antwort aus - verrät aber, wann er sie geben will.

Sehen Sie hier das Interview mit Markus Söder aus dem heute journal.

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Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Nach dem Tag der Entscheidung über den CDU-Vorsitz gibt es darauf zwei wahrscheinliche Antworten. Sie heißen: Armin Laschet oder Markus Söder, gewählter CDU-Chef oder CSU-Chef.

Einen Anspruch auf die Kandidatur erheben dabei - zum jetzigen Zeitpunkt - weder Söder noch Laschet. Die Frage, ob Laschet nach seinem Wahlsieg nicht der natürliche Kanzlerkandidat der Union sei, kommentiert Söder im heute journal nur:

Er ist auf jeden Fall der natürliche Parteivorsitzende.
Markus Söder

Söder: Frage der Kanzlerkandidatur an oder nach Ostern beantworten

Einig sind sich Laschet und Söder im ZDF auch, die Frage nach der Kanzlerkandidatur gemeinsam lösen zu wollen. "Und das machen wir im Frühjahr", sagt Laschet bei "Was nun". "Ostern" oder "nach Ostern", sagt Söder im heute journal.

"Was nun, Herr Laschet?" Sehen Sie hier das ganze Interview.

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Warum Bayerns Ministerpräsident seine Ambitionen nicht deutlicher untermauert und was Söder noch von Laschet lernen kann - sehen Sie das ganze Interview oben im Video und lesen Sie es hier in der Abschrift.

ZDF: Fast auf den Tag genau vor 19 Jahren ist die damalige CDU-Chefin Angela Merkel zum damaligen CSU-Chef Edmund Stoiber gefahren. Zum Frühstück in Wolfratshausen. Um ihm die Kanzlerkandidatur zu überlassen. Jetzt stellt sich die große Frage: Erwartet der aktuelle CSU-Chef, dass Armin Laschet ähnliches tut? Halt nicht nach Wolfratshausen, sondern - sagen wir - nach Nürnberg. Guten Abend, Markus Söder, was meinen Sie?

Markus Söder: Erstmal schönen guten Abend. Nein, ich glaube, dass sowas in der Form sicher nicht stattfinden wird. Aber wir werden uns unterhalten. Wir haben heute schon gut miteinander telefoniert, aber nicht über die Frage, die jetzt scheinbar schon alle bewegt, wer möglicherweise im Herbst als Kandidat antritt. Sondern ich habe ihm zunächst einen herzlichen Glückwunsch überbracht von der CSU und auf gute Zusammenarbeit, also das also angebracht.

Und ich glaube, das werden wir auch gut machen können. Wir arbeiten ja schon seit einem Jahr sehr eng in der Ministerpräsidentenkonferenz zusammen. Und das werden wir jetzt auch zum Wohle der gemeinsamen Union fortsetzen.

Söder über Laschet und die Frage nach der Kanzlerkandidatur

ZDF: Aber wäre Armin Laschet nicht mit dem heutigen Tag so etwas wie der natürliche Kanzlerkandidat der Union?

Söder: Ja, zunächst mal ist klar, dass es schon eine wichtige Etappe ist. Ich bin auch sehr froh, dass jetzt, nach einem Jahr offenen Wahlkampf jetzt endlich eine Entscheidung kommt. Es ist für die Gesamtarchitektur der Union schon sehr wichtig, gerade in diesen Zeiten, wo doch schwierige Entscheidungen anstehen. Auch wo die inhaltliche Aufstellung dann für die Bundestagswahl auch in den nächsten Monaten entschieden werden muss. Also gut, dass eine Entscheidung da ist. Ich hoffe, dass jetzt die Partei wieder gut zusammenwächst.

ZDF: Ich hatte Sie gefragt, ob nicht Armin Laschet eigentlich mit dem heutigen Tag der natürliche Kanzlerkandidat der Union wäre. Da könnten Sie doch einfach sagen: Ja, das ist er.

Söder: Er ist auf jeden Fall der natürliche Parteivorsitzende der CDU und damit natürlich der Ansprechpartner. Genauso für mich. Und wir haben beide auch festgelegt, dass wir dann am Ende uns zum gegebenen Zeitpunkt darüber unterhalten werden und dann beiden Parteien einen Vorschlag machen. Ganz einfach.

Bayerns Ministerpräsident über eigene Ambitionen und wann die K-Frage geklärt wird

ZDF: Sie haben immer gesagt: Erst einmal muss die CDU ihre Machtfrage klären, bevor wir über Kanzlerkandidatur reden können. Jetzt ist die aber geklärt, die Machtfrage. Warum sind Sie nicht viel klarer, was ihre eigenen Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur angeht?

Söder: Ja, ich habe immer auch gesagt, dass wir vor März nicht drüber reden sollten, weil es wichtig ist, dass wir zunächst mal die Landtagswahlen erfolgreich bestreiten und es von der Zeitachse auch keinen Frühstart geben soll. Der Freistaat bei der SPD hat ja auch nicht wirklich Punkte gebracht. Olaf Scholz, der natürlich ein respektabler Kandidat ist, aber sich das nicht richtig widerspiegelt.

Wer zu früh startet, der kann auch einen Fehler machen.
Markus Söder

Und ich glaube, dass jetzt beide Parteivorsitzenden einer Meinung sind, dass wir das in Ruhe besprechen. Zu einem Zeitpunkt, der dann für uns optimal erscheint, nämlich um Ostern herum oder nach Ostern, glaube ich, ist eine kluge und strategisch weitsichtige Entscheidung.

Söder über die Bedeutung der Landtagswahlen im März

ZDF: Sie haben es gerade angesprochen. Wichtiger Termin: Die Landtagswahlen im März. Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg. Kann man so als generelle Regel sagen: Wenn die CDU bei diesen Landtagswahlen schlecht abschneidet, dann machen sie die Kanzlerkandidatur. Wenn sie gut abschneidet, dann läuft es auf Armin Laschet hinaus?

Söder: Ich glaube, das ist zu einfach. Letztlich kommt es ja darauf an, dass vor Ort gewonnen wird. Das sind immer regionale Besonderheiten. Armin Laschet steht da nicht zur Kandidatur. Das sind starke Persönlichkeiten aus der CDU, die in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg antreten. Und wir setzen daher gemeinsam auf Sieg statt auf Platz.

Aber das hat da zunächst mal nichts mit zu tun. Am Ende kommt es einfach darauf an, wie wir es schaffen, gemeinsam eine Aufstellung zu finden, personell und inhaltlich, die den besten Erfolg garantiert für eine Bundestagswahl. Und zwar auch langfristig gesehen. Nicht nur den schnellen Erfolg, sondern auch den langfristigen.

ZDF: Sie werden die Rede von Armin Laschet heute, mehrere Reden hat er ja gehalten, genau beobachtet haben. Er hat gesagt: "Ich bin nicht der Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet." Was können Sie denn, Herr Söder, als Mann der perfekten Inszenierung da heute von Armin Laschet lernen?

Söder: Ich fand die Inszenierung war heute eigentlich schon ganz gelungen. Also ich hatte den Eindruck, die beiden Mitbewerber haben bisschen geguckt, wie clever er das am Schluss gemacht hat mit der Münze seines Vaters. Insofern glaube ich, kann Armin schon sehr gut Inszenierung.

ZDF: Und was können Sie lernen?

Söder: Jeder hat so seine Aufgabe und seine Strategie.

Ich glaube, im Moment kommt es nicht auf Inszenierungen an, sondern ehrlicherweise auf die Corona-Bekämpfung.
Markus Söder

Die wird uns noch sehr fordern. Wir werden allein in der Woche wieder schwierige und wichtige Entscheidungen zu treffen haben. Wir hoffen alle sehr, dass uns das mutierende Virus aus Großbritannien vielleicht verschont. Das ist eine Hoffnung, mehr jedoch nicht.

Und deswegen haben wir noch schwere und harte Wochen vor uns, wenn gleichzeitig Impfstoff fehlt, obwohl die Situation sich nicht wirklich entspannt. Also wir müssen jetzt zusammenhalten und darüber nachdenken und weniger über solche Nebensächlichkeiten.

Bitte verzeihen Sie mir, wenn ich das sage. Das ist heute an einem Parteitag natürlich zulässig, das zu beobachten. Aber für die Mehrzahl der Menschen kommt es jetzt auf ganz andere Fragen an als auf die Frage, wer Kanzlerkandidat wird.

Der CSU-Chef über die künftige Rolle von Friedrich Merz

ZDF: Wobei das natürlich alles miteinander verknüpft ist: das Management in der Pandemie und die Frage, wer Kanzlerkandidat wird. Wir haben heute einen Wahlverlierer gesehen, Friedrich Merz, der unmittelbar danach für sich selbst das Wirtschaftsministerium gefordert hat. Ist das aus Ihrer Sicht besonderes Machtbewusstsein? Oder ist das einfach nur Chuzpe?

Söder: Ich kann das schlecht beurteilen. Ich habe das auch den Medien entnommen. Auch die Reaktion von Armin Laschet darauf.

Ich glaube, im Moment sind wir uns alle einig, dass wir in der Bundesregierung keine Veränderungen brauchen.
Markus Söder

Denn das Corona-Management der Bundesregierung findet auch in der Bevölkerung ein hohes Ansehen. Insofern, glaube ich, wäre es jetzt an dieser Stelle auch keine Notwendigkeit, Veränderungen vorzunehmen. Grundsätzlich würde ich mir aber schon wünschen, dass Friedrich Merz im Team bleibt, dass alle der Kandidaten dort im Team bleiben.

Gerade in der CDU ist eine breite Aufstellung notwendig, denn am Ende ist es wie bei einer Fußballmannschaft: Nur mit ein, zwei Solisten zu gewinnen reicht nicht. Es muss ein tolles Team sein. Und da finde ich, gehört jemand, der zwar zweimal verloren hat, aber beide Male nur knapp verloren hat und fast die Hälfte der Partei repräsentiert hat, eigentlich zum Team dazu.

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von Dominik Rzepka

ZDF: Und bei dem sie sich überlegen müssen, auch wie sie sein Lager, das Merz-Lager künftig einbinden. Jetzt hat der Mann heute für sich ganz klar das Wirtschaftsministerium mal eben so gefordert. Wie kann man ihn denn einbinden? Ihn und sein Lager - was konkret, währen denn da ihre Ideen?

Söder: Ja, es kommt ja auch auf die Politik an letztlich, die dahinter steht. Es kommt auf eine Politik an, die die gesamte Bandbreite abdeckt. Es kommt ja nicht immer darauf an, das Wort konservativ zum Beispiel zu erwähnen oder jetzt nur marktliberal zu sein.

Wir brauchen eben letztlich eine Gesamtaufstellung, die klarmacht, dass zwei Dinge entscheidend sind: Wir müssen auf der Kontinuität der letzten Jahre aufbauen, brauchen auch die Anreicherung mit neuen Ideen für das nächste Jahrzehnt, das vor uns liegt. Und es wird eine ganz ambitionierte Aufgabe.

Ich glaube nicht, dass es reicht, mit alten Konzepten anzutreten und nun die Beschwörung der Vergangenheit zu machen. Wir müssen schon auf neue Fragen nicht immer nur die alten Antworten geben. Deswegen werden wir noch eine Menge an Nachdenken brauchen, um wirklich die Strategie für die Zukunft zu ermitteln. Ich bin aber fest überzeugt, dass wir die Kraft und auch die Innovationsfähigkeit haben, dies zu leisten. Am Ende ist es für Deutschland, glaube ich, gut, wenn die Führung bei der Union liegt.

ZDF: Sagt Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, der CSU-Chef und vielleicht Kanzlerkandidat der Union. Herzlichen Dank, Herr Söder.

Armin Laschet und Markus Söder - Archivbild vom 27. April 2019

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