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Frauenproblem bei der CDU? - "Natürlich nicht!"

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Drei Männer kandidieren - Frauenproblem bei der CDU? - "Natürlich nicht!"

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Hat die CDU ein Frauenproblem? "Natürlich nicht", sagt die Vorsitzende der Frauen-Gruppe in der Unions-Fraktion im Interview mit heute.de.

Archiv: Delegierte auf einem Landesparteitag der CDU am 30.11.2019
Hat die CDU ein Frauenproblem? Yvonne Magwas sagt "natürlich nicht".
Quelle: Imago

Yvonne Magwas leitet eine Gruppe, die in der Unionsfraktion schon zahlenmäßig unterlegen ist: 51 weibliche Abgeordnete zählt die Fraktion – von insgesamt 246. Macht einen Anteil von gerade mal 20,7 Prozent. Noch geringer ist der Anteil der Frauen unter den bisher erklärten Kandidaten für den CDU-Chefposten: da liegt er bei null Prozent.

heute.de: Frau Magwas, drei Männer kandidieren für den Vorsitz, keine einzige Frau. Hat die CDU ein Frauenproblem?

Yvonne Magwas: Es ist erstmal egal, wer Vorsitzender ist – Hauptsache, das Thema Frauenförderung kommt vor. Und die CDU hat natürlich kein Frauenproblem. Wir haben Bundesministerinnen, eine Kommissionspräsidentin, eine Bundeskanzlerin. Und Annegret Kramp-Karrenbauer ist ja auch noch Parteivorsitzende. Von daher würde ich das nicht so drastisch ausdrücken. Aber es ist schon notwendig, dass der oder die neue Parteivorsitzende das Thema Frauenförderung auf dem Plan haben muss – und sich inhaltlich dazu äußern muss.

heute.de: Trotzdem ist es doch bemerkenswert, dass keine einzige Frau öffentlich als Parteivorsitzende gehandelt wird. Wie kommt das?

Magwas: Jetzt schauen wir mal, mit welchen weiteren Personen die Kandidaten ins Rennen gehen. Sowohl Norbert Röttgen als auch Friedrich Merz haben ja angekündigt, weibliche Personen ins Boot zu holen, etwa als Generalsekretärin. Von daher würde ich es nicht als zu dramatisch ansehen. Aber ich bleibe dabei: Die CDU braucht Frauenförderung – und zwar von unten. Wir haben keine Ministerpräsidentin, wir haben insgesamt in Deutschland nur zehn Prozent Bürgermeisterinnen, wir haben bei uns in der Fraktion einen Frauenanteil von gerade mal gut 20 Prozent. Es zieht sich also durch alle Ebenen. Und da muss der oder die neue Parteivorsitzende eine Antwort geben.

heute.de: Wenn Sie jetzt immer von "der oder die neuen Parteivorsitzende" sprechen – rechnen Sie womöglich noch mit einer Kandidatin?

Magwas: Vielleicht kommt ja noch eine "die". Wir haben ja noch bis zum 25. April Zeit.

heute.de: Rechnen Sie damit?

Magwas: Wissen Sie, in der Politik kommt jeden Tag eine neue Meldung, von daher würde ich das nicht für immer ausschließen. Aber ich glaube, dass es bei dem Portfolio bleibt.

heute.de: Welchem der bisher erklärten Kandidaten nehmen Sie denn am ehesten ab, dass er sich für Gleichberechtigung und Frauenförderung einsetzt?

Magwas: Ich würde gern von allen mehr zu dem Thema hören. Das habe ich noch nicht wirklich. Wir haben als Frauen-Union daher vor, die Kandidaten einzuladen und mit ihnen darüber zu sprechen.

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heute.de: Bei der letzten Abstimmung 2018 in Hamburg war die Frauen-Union ein wichtiger Machtfaktor für Annegret Kramp-Karrenbauer. Haben Sie diesmal schon einen Favoriten?

Magwas: Wir werden uns als Bundesvorstand mit den Kandidaten treffen – und danach beraten.

heute.de: Und Sie persönlich?

Magwas: Ich will diese Beratung auch abwarten.

heute.de: Auf dem letzten Parteitag haben Sie als Frauen-Union den Antrag für eine verbindliche Quote in der Partei ja zurückgezogen – mangels Aussicht auf Erfolg. Erwarten Sie, dass zum Beispiel der nächste reguläre Parteitag im Dezember eine solche Quote beschließt?

Magwas: Was heißt zurückgezogen? Es ist so, dass gerade ja eine Struktur- und Satzungskommission der Partei tagt. Der Antrag auf eine Frauenquote wird in dieser Kommission beraten. Und wir haben ganz konkrete Vorschläge gemacht, wie die Förderung von Frauen in der Satzung verankert wird. Das ist auch meine Botschaft an den neuen Parteivorsitzenden: Die Ergebnisse, die wir in der Struktur- und Satzungskommission dazu erarbeiten, die sollten auch bindend für den neuen Vorsitzenden sein.

heute.de: Ende April wird also ein neuer CDU-Chef gewählt. Was wäre aus Ihrer Sicht die erste Sache, die er in Sachen Frauenförderung anpacken sollte?

Magwas: Die erste Aufgabe? Oh. Na, erstens sollte er die Beschlüsse unserer Struktur- und Satzungskommission umsetzen. Und zweitens sollte mindestens eine weitere Frau sichtbar sein.

heute.de: Stünden Sie denn für eine solche Aufgabe bereit, zum Beispiel als mögliche Generalsekretärin unter einem der Kandidaten?

Magwas: Für dieses Amt bewirbt man sich nicht.

Das Interview führte Florian Neuhann. Dem Autor auf Twitter folgen: @fneuhann.

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