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Kampf um CDU-Vorsitz - Womit Merz, Röttgen und Braun punkten können

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Am Mittwoch endet die Bewerbungsfrist für den CDU-Vorsitz, bisher sind drei Kandidaten nominiert. Was Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun für den Posten mitbringen?

Nach Helge Braun und Norbert Röttgen hat Friedrich Merz seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erklärt – nun im dritten Anlauf. Der 66-Jährige will sich auch eine Kandidatur zum Oppositionsführer offenhalten.

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Auf den ersten Blick scheint die Aufstellung einfach und klar: der Merkel-Mann, der Konservative und der Mann der Mitte. Doch beim genaueren Betrachten zerfällt das ein oder andere Klischee und die damit verbundenen Erwartungen.

Allen drei ist gemeinsam, dass sie keine Unbekannten in der Bundespolitik sind. Dass alle sich jeweils für den Richtigen an der Spitze der CDU halten, ist sicher nicht verwunderlich. Aber sind sie das auch? Können sie die negativen Konnotationen, die mit jedem von ihnen verbunden werden, abschütteln? Können ihre Teams - sollten sie welche präsentiert haben - Schwächen ausgleichen?

Norbert Röttgen: Der Mann der Mitte

Außenpolitiker Norbert Röttgen. Archivbild
Kandidiert zum zweiten Mal für das Amt: Außenpolitiker Norbert Röttgen
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Der Mann aus dem Rhein-Sieg-Kreis war der Erste, der sich öffentlich zu seiner Kandidatur bekannt hat. Gemeinsam mit seiner Kandidatin für das Amt der Generalsekretärin, Franziska Hoppermann, stellte er sich vergangenen Freitag den Fragen in der Bundespressekonferenz. Norbert Röttgen sieht sich als Garant für eine CDU der Mitte.

Das muss sich in der Position des Vorsitzenden ausdrücken.
Norbert Röttgen

Man müsse wieder Politik "aus der Perspektive normaler Menschen machen", fordert Röttgen - was nichts anderes heißt als dass alle, die in den letzten Jahren in verantwortlichen Positionen für die Union Politik gemacht haben, die Bodenhaftung verloren hätten.

Röttgen ist unbestreitbar ein kluger Analyst und begabter Redner, aber er neigt zur Besserwisserei. Ein Vorwurf, den man insbesondere in der Bundestagsfraktion öfter hört. Vor seinem Bruch mit Angela Merkel, nach seiner gescheiterten Ministerpräsidenten-Kandidatur in Nordrhein-Westfalen 2012, hatte er noch den Spitznamen "Muttis Klügster" - und das war nicht nur anerkennend gemeint. Den Zusatz "Muttis" hat er inzwischen eingebüßt.

Helge Braun: Der Unbekannte

Helge Braun. Archivbild
Merkel-Vertrauter und erstmalig im Rennen: der bisherige Kanzleramtsminister Helge Braun
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Helge Braun ist der Unbekannte im bekannten Trio. Mit 49 Jahren ist er der Jüngste der Bewerber, aber vielleicht der mit der meisten Parteierfahrung. Braun ist nämlich seit 18 Jahren Vorsitzender seines CDU-Kreisverbandes Gießen. Darauf baut er dann auch seine Kandidatur auf - der Mann, der von der Basis kommt.

Dass er in den letzten acht Jahren seiner politischen Karriere aufs Engste mit Angela Merkel verbunden war, versucht er zu relativieren. Im Interview mit der "Welt am Sonntag" skizziert er seine Definition von neuer CDU-Politik.

Es wird keinen Grund mehr geben, irgendwelche Kompromisse zu machen.
Helge Braun

Doch, ob er damit den Malus, ein Kandidat aus dem Stall der Kanzlerin zu sein, abschütteln kann? Auch er will in den nächsten Tagen eine Generalsekretärin an seiner Seite präsentieren - bisher ist davon aber nichts zu sehen. Und auch von namenhaften Unterstützern, die sich zeigen wollten, wie die Ministerpräsidenten Daniel Günther und Volker Bouffier, ist nichts zu hören.

Friedrich Merz: Der (bisher) erfolglose Favorit

Zum dritten Mal tritt Friedrich Merz jetzt an - nicht vergessen sind seine Niederlagen gegen Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet. Ob er sich diesmal als Kandidat des konservativen Flügels durchsetzen kann? Dem 66-Jährigen hängt der Makel an, dass er nicht für die Zukunft der CDU stehen kann. Er versucht dagegenzuhalten, wenn er besonders die Bedeutung der Sozialpolitik betont.

Auch seine Nominierung für den Generalsekretär geht in diese Richtung: Seine Wahl ist auf den ehemaligen Berliner Senator Mario Czaja gefallen, der als Sozialpolitiker ziemlich vom anderen Ende der CDU kommt. Für die neugeschaffene Rolle einer stellvertretenden Generalsekretärin nominiert er Christina Stump aus Baden-Württemberg, die allerdings gerade erst in den Bundestag eingezogen ist.

Die CDU sucht einen neuen Parteichef: Friedrich Merz gab seine Bewerbung für den CDU-Parteivorsitz bekannt und hat heute sein Team vorgestellt.

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Es ist nicht das "große Team", das mancher erwartet hat, aber Friedrich Merz will offenbar die Rolle des "einsamen Wolfes" hinter sich lassen. Außerdem will er die Rollen der stellvertretenden Vorsitzenden stärken und kündigte an, dass er dafür die Kandidatinnen Sylvia Breher und Karin Prien unterstützen möchte, genauso wie die möglichen Kandidaturen von Michael Kretschmer und Carsten Linnemann.

Fazit: Ein Verlierer und ein halber Gewinner

Der Verlierer im Nominierungs-Karussell ist der amtierende Parteivorsitzende Armin Laschet. Laschet hatte sich eine einvernehmliche Kandidatur erhofft, hatte die Kandidaten gedrängt und gebeten. Stattdessen steht er vor den Trümmern der eigenen Amtszeit und vor einem erneuten Machtkampf in der Partei. Vor einem erneuten Kampf zwischen Egos und politischen Flügeln.

Als halber Gewinner kann sich dagegen Ralph Brinkhaus fühlen. Zumindest Helge Braun und Norbert Röttgen haben dem Fraktionschef eine Jobgarantie versprochen. Sie wollten nicht auch noch das Amt des Oppositionsführers im Bundestag. Fast unisono heißt es von beiden, das Amt des Parteivorsitzenden sei ausfüllend - Friedrich Merz hat sich nicht festgelegt.

Das Logo mit den Buchstaben der CDU, Archivbild

CDU-Vorsitz - Merz und Röttgen als Kandidaten nominiert 

Für den Parteivorsitz der CDU gibt es nun drei offizielle Kandidaten: Nach Helge Braun wurden Friedrich Merz und Norbert Röttgen von ihren Heimatkreisverbänden nominiert.

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