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Chamenei beschwört Einheit und nennt Amerikaner "Clowns"

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Freitagsgebet in Teheran - Chamenei beschwört Einheit und nennt Amerikaner "Clowns"

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Irans oberster Führer Chamenei hat beim Freitagsgebet seine Landsleute zur Einheit aufgerufen. Die Amerikaner beschimpfte der Ajatollah als "Clowns", die lügen.

Iiranischer oberster Führer Chamenei leitet Gebete in Teheran, Iran, aufgenommen am 17.01.2020
Ajatollah Ali Chamenei leitete erstmals seit acht Jahren das Freitagsgebet
Quelle: foto: uncredited/office of the iranian supreme leader/ap/dpa

Angesichts der Proteste nach dem irrtümlichen Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine im Iran hat das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei das Freitagsgebet zu einem Appell an seine Landsleute genutzt. "Der Flugzeugabsturz war ein schmerzlicher Unfall", sagte Chamenei, der erstmals seit acht Jahren das Freitagsgebet leitete. Den "Feinden" Teherans warf er vor, die Flugzeugtragödie für Propagandazwecke zu nutzen.

Chamenei betont Einheit Irans

Die jüngsten Proteste im Iran haben laut Ajatollah Chamenei keine Auswirkungen auf den politischen Kurs des Landes. "Das iranische Volk (...) will den Widerstand gegen die Weltmächte und keine Kapitulation, auch 41 Jahre nach der Revolution", sagte er in Teheran.

"Wir haben keine Angst vor diplomatischen Verhandlungen", sagte Chamenei. Mit den USA und unter Druck wolle man aber nicht verhandeln. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten mit ihrem Verhalten - dem Anstoßen des Vermittlungsprozesses im Atomabkommen - gezeigt, dass auch auf sie kein Verlass sei. "Wir sollten nicht vergessen, dass sowohl Deutschland als auch Frankreich den Irak im Krieg gegen uns (1980-88) unterstützt haben," sagte der Ajatollah.

Zum ersten Mal seit acht Jahren leitet Irans geistliches Oberhaupt wieder das Freitagsgebet in Teheran. ZDF-Korrespondent Luc Walpot zur aktuellen Stimmung im Land.

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EU-Außenbeauftragter: Iran noch im Rahmen des Atomabkommens

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sieht den Iran bislang noch im Rahmen des Atomabkommens agieren. Dass sich das Land nicht mehr an Vorgaben gebunden fühle, heiße "noch lange nicht, dass der Iran sie auch tatsächlich verletzt", sagte er dem "Spiegel". Man vertraue weiterhin auf die Überprüfung durch die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde im Iran.

Das Atomabkommen soll dem Iran ein ziviles Atomprogramm ermöglichen, aber eine atomare Bewaffnung unmöglich machen. Im Gegenzug sollten Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden. Der Iran hoffte auf einen Aufschwung, der jedoch nicht kam.

Chamenei bezeichnet Trump und Pompeo als "Clowns"

US-Präsident Donald Trump ordnete am 8. Mai 2018 einen einseitigen Ausstieg aus dem Abkommen an und ließ den Iran wieder mit harten Sanktionen belegen.Trump und seinen Außenminister Mike Pompeo bezeichnet Chamenei bei seiner Rede als "Clowns". Diese würden behaupten, sie stünden hinter der iranischen Bevölkerung. "Sie lügen, auch wenn sie zum iranischen Volk stehen würden, dann nur, um einen giftigen Dolch in die Brust des iranischen Volkes zu stoßen", sagte Chamenei.

Er forderte die Iraner auf, keine Kompromisse mit dem Ausland einzugehen, sondern selbst stark zu werden. Die Abhängigkeit von Ölexporten müsse verringert werden, damit internationale Sanktionen und Einschränkungen geringere Auswirkungen auf das Land hätten.

Chamenei würdigt Reaktion auf Tötung Soleimanis

Die Tötung des Al-Kuds-Kommandeurs Ghassem Soleimani bezeichnete er als einen "feigen Terrorakt" der USA. Er würdigte die Reaktion der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) mit ihren Angriffen auf die US-Stützpunkte in Irak. "Noch wichtiger als der mutige Militärschlag gegen eine Weltmacht war der dadurch entstandene Imageschaden der USA", sagte Chamenei.

Im Iran hat das geistliche Oberhaupt Chamenei das Freitagsgebet zu einem Appell genutzt. Er warnte die Demonstranten in seinem Land davor, sich mit den USA zu verbrüdern.

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Millionen Menschen seien zur Trauerfeier für den getöteten Soleimani auf die Straße gegangen, sagte Chamenei. Hunderte, die ihn mit ihren Parolen beleidigt hätten, seien von feindlichen Medien im Ausland getäuscht worden. Sie würden den Willen des Volkes nicht ändern können, so der Ajatollah, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

Proteste wegen Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine

Nach dem versehentlichen Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch das iranische Militär in der Nacht der Vergeltungsschläge gab es die Tage darauf in Teheran und weiteren Städten Proteste gegen den politischen Kurs im Land - viele der Opfer waren Iraner. Den Absturz der ukrainischen Maschine bezeichnete Chamenei als einen tragischen Vorfall, den er sehr bedauere.

Medienangaben zufolge nahmen Zehntausende am Freitagsgebet teil und bekräftigten die Aussagen Chameneis mit Parolen wie "Tod den USA" und "Keine Kompromisse, keine Kapitulation, nur Kampf gegen die USA". Das Freitagsgebet wurde auf mehreren TV-Kanälen übertragen.

Die Macht in Iran sichern die Revolutionsgarden. Erstmals geben geheime Papiere Einblick in Struktur und Ziele der Elitetruppe, die dem obersten Religionsführer unterstellt ist. Sehen Sie hier den Beitrag "Der lange Arm der Mullahs":

Irak, Syrien, Libanon, Jemen - Iran strebt nach Macht in der ganzen Region. Das wichtigste Instrument dabei sind die Revolutionsgarden. Das offenbaren geleakte Papiere aus dem Inneren des Regimes - die Iran Cables.

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