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Dnipro-Brücken beschädigt : Russland drohen erhebliche Logistik-Probleme

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Nach Angriffen der Ukraine sind alle drei Dnipro-Brücken unbenutzbar. Die russischen Kräfte westlich des Flusses sehen sich zunehmend isoliert - es drohen Versorgungsengpässe.

Blick aus der Ferne auf die Antoniwka-Straßenbrücke in der Region Cherson am 27.07.2022
Die Antoniwka-Straßenbrücke in der Region Cherson ist für die russischen Kräfte logistisch wichtig (Archivbild).
Quelle: Reuters/Alexander Ermochenko

Die westlichen Teile des von Russland besetzten Gebiets Cherson sind durch drei Brücken mit den anderen unter russischer Besatzung stehenden Regionen der Ukraine verbunden. Der Nachschub der russischen Streitkräfte, die westlich des Dnipro kämpfen, hängt also entscheidend von diesen drei Übergängen ab.

Drei Brücken als neuralgische Punkte

Die größte ist die Antoniwka-Straßenbrücke bei Cherson, neben der sich auch eine Eisenbahnbrücke befindet. Einige Kilometer flussaufwärts gibt es eine weitere Straßenbrücke, die über den Dnipro-Staudamm und das Wasserkraftwerk in Nova Kahkovka führt. Weiter flussaufwärts ist der Fluss extrem breit, sodass die nächste Brücke erst in der Stadt Saporischschja zu finden ist, die fest unter ukrainischer Kontrolle steht.

Die Straßen- und Eisenbahnbrücken von Antoniwka sind bereits seit Wochen durch Präzisionsschläge der ukrainischen Artillerie unbrauchbar gemacht worden. Zwar ist keine der beiden Brücken zusammengebrochen, doch sind beide so stark beschädigt, dass sie nicht mehr mit schwerem Gerät befahren werden können. Dadurch wurde der Nachschub für das russische Militär, das westlich des Flusses kämpft, bereits erheblich eingeschränkt.

Um das Problem zu entschärfen, errichtete Russland Ende Juli eine Fähre aus Militärpontons, die neben der Antoniwka-Straßenbrücke verkehrt - hier ist das ansonsten weiche und sumpfige Flussufer gut befestigt, sodass ein behelfsmäßiger Fährhafen eingerichtet werden konnte. Außerdem errichtete Russland auch zwei Pontonbrücken.

Letzte logistische Hauptader gekappt

Kürzlich gelang es der ukrainischen Artillerie, auch die dritte Brücke, also jene in Nowa Nachowka, zu beschädigen. Einige westliche Kommentatoren befürchten, der Staudamm könnte durch den Beschuss der Brücke beschädigt worden sein. Allerdings befindet sich die Brücke oberhalb des Dammes. Es besteht also keine Gefahr eines Dammbruchs oder einer Überschwemmung aufgrund der Beschädigung der Brücke - und die Ukraine hat sicher nicht die Absicht, die Stadt Cherson zu überschwemmen, anstatt sie zu befreien.

Taktik der Ukraine könnte sein: Das russische Militär im Unklaren lassen, damit mehr Personal gebraucht wird, um die besetzten Gebiete zu schützen, sagt Militärexperte Gressel.

Beitragslänge:
21 min
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Somit besteht seit dem 17. August für die westlich des Dnipro kämpfenden russischen Truppen die einzige Straßenverbindung zu ihren Kameraden in den anderen besetzten Teilen der Ukraine aus zwei Pontonbrücken und einer Fähre.

Lösung russischer Versorgungsprobleme nicht absehbar

Seitdem versucht Russland verzweifelt, Uferabschnitte zu finden, an denen eine neue Fähre eingerichtet werden könnte. Außerdem werden alle verfügbaren zivilen Schiffe, sowohl Fracht- als auch Passagierschiffe, gesammelt, um sie zum Nachschubtransport zu nutzen. Doch selbst all diese Notmaßnahmen zusammen können die Transitkapazität der beschädigten Brücken kaum ersetzen.

Dass Russland seine lokale Kommandozentrale aus der Stadt Cherson auf die östliche Seite des Flusses verlegt hat, zeigt, dass selbst die eigene militärische Führung an der baldigen Lösung der Versorgungsprobleme zweifelt.

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34 min
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Sollte es der russischen Armee nicht in nächster Zeit gelingen, zumindest eine der drei Dnipro-Brücken zu reparieren und funktionsfähig zu halten, wird sich die Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte westlich des Flusses drastisch reduzieren. Wenn diese Einheiten vom Rest der von Russland besetzten Gebiete isoliert werden, könnte dies den Weg für den lang erwarteten Gegenangriff der Ukraine ebnen, der auf die Befreiung von Cherson und des Westens der Region abzielt.

Angriffe auf Munitionsdepots erschweren Lage für Russland

Neben dem Brücken-Problem dürften auch die jüngsten ukrainischen Präzisionsangriffe auf russische Munitionsdepots sowohl in der Region Cherson als auch auf der Krim die russischen Nachschubwege aus zwei Gründen weiter belasten.

  1. Riesige Mengen an Munition wurden zerstört, die weder schnell noch einfach zu ersetzen sind.
  2. Russland wird aufgrund der kürzlich demonstrierten Fähigkeit der Ukraine, Ziele in einer Entfernung von mehr als 200 Kilometern zu treffen, sehr wahrscheinlich gezwungen sein, seine Zugentladestellen weiter von der Frontlinie und damit außerhalb der Reichweite der neuen ukrainischen Raketen zu verlegen

Damit wird die Strecke, auf der der Nachschub per Lastwagen transportiert werden muss, erheblich länger, was die Versorgungssicherheit der russischen Streitkräfte weiter schwächen wird. Dies gilt insbesondere für die Region Cherson, die am weitesten von Russland entfernt liegt.

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29.09.2022
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