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Großbritanniens neue China-Politik

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Kommentar - Großbritanniens neue China-Politik

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Von der goldenen Ära zum "kalten Krieg" - Großbritannien ändert die Richtung seiner China-Politik. Krasser Kurswechsel oder Zwischentief?

Kommentar: Andreas Stamm zum Konflikt zwischen Großbritanien und China
ZDF-Korrespondent Andreas Stamm über eine neue China-Politik Großbritanniens.
Quelle: ZDF/dpa

Keine fünf Jahre ist es her, da hat die konservative Regierung unter David Cameron den chinesischen Staatspräsidenten nach allen Regeln der Kunst hofiert. Staatsbesuch, Bankett bei der Queen, Kutschfahrt mit ihrer Majestät. Eine "neue, goldene Arä" des Handels und der wirtschaftlichen Beziehungen sollte es werden.

Fünf Jahre später stehen die Briten, steht die konservative Regierung Johnson vor den Trümmern dieser Politik.

China macht Ernst in Hongkong, höhlt den Sonderstatus der einstigen britischen Kronkolonie aus. Das mag irgendwie absehbar gewesen sein, erfordert aber doch eine gesichtswahrende Reaktion.

Dass die heftiger ausfällt, liegt an einer anderen Supermacht – den USA. Das Sehnsuchtsziel der Brexiteer-Regierung Johnson, zu dem man ganz enge Beziehungen will. Und die Regierung Trump hat wohl ganz klar gemacht – ohne Härte gegen China wird daraus nichts.

Eine Baustelle in der britischen Hauptstadt London

Entscheidende Verhandlungsrunde -
Hart, härter, Brexit - diesmal wirklich!
 

Nach dem Brexit hat sich kaum was geändert. Noch gilt die Übergangsphase. Am 1. Januar 2021 aber kommt der Bruch. Noch wird verhandelt. Doch es wird wohl ein sehr harter Abschied.

Andreas Stamm, London

"Klingt nach Kaltem Krieg"

Also: Huawei-Technologie raus aus dem britischen Mobilfunknetz bis 2025, was Boris Johnson noch vor wenigen Monaten ablehnte. Chinesische Technik und Beteiligung an neuen Atomkraftwerken – wird auf den "Prüfstand" gestellt. 3 Millionen Einwohner Hongkongs dürfen potenziell die britische Staatsbürgerschaft beantragen. Kooperationsverträge kündigen. Klingt nach Kaltem Krieg. Könnte wirtschaftlich schmerzhaft werden.

Und, so hört man hinter den Kulissen, dass so mancher hofft, Joe Biden möge der nächste US-Präsident werden. Mit anderer, milderer China-Politik. Damit die Regierung wieder etwas zurückrudern könnte. Man will ja schließlich "Global Britain" sein, das mit aller Welt Handel treibt. Und das Land, befreit von den "Ketten der EU", in eine neue, goldene Ära führt. Genau.

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